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Foto: handwerk.com

Pfusch am Bau

Lustige Missgeschicke

„Das kannste schon so machen, aber dann isses halt kacke“, lautet der vielsagende Untertitel des Buches „Pfusch am Bau“. Der Dachdecker­geselle Marc Steiner hat dafür witzige Bilder gesammelt. Sie zeigen Kurioses von Hobby-Handwerkern und „echten“ Experten.

Was sind schon der Berliner Flughafen und die Hamburger Elbphilharmonie? Ein Witz im Gegensatz zu den Kuriositäten, die Marc Steiner gesammelt hat. Denn hier sind Profis am Werk: Zugebaute Notausgänge, Bauschaum als Zementersatz (Bauschaum ist ohnehin sehr beliebt unter den Pfuschern, dicht gefolgt von Silikon) und einbetonierte Spülkästen sind noch relativ harmlose Beispiele von planerischem Unvermögen auf deutschen (Hobby-)Baustellen.

Pfusch hautnah
„Man muss halt ein bisschen improvisieren können, das kann ja mal passieren“, kommentiert Steiner, seines Zeichens Dachdeckergeselle in Hamm, die skurrilen Ergebnisse mangelnder Organisation. Die Idee, solche Bilder zu sammeln, kam ihm Ende 2012 gemeinsam mit einem Kollegen, als er auf dem Flachdach einer Dortmunder Großbaustelle stand.

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Pfusch für alle

Dort wurde provisorisch ein Loch mit einer Plane abgeklebt, was dazu führte, dass sich da etwa zehn Zentimeter tief Wasser sammelte. „Jeder Elektriker, Dachdecker und sonstiger Handwerker hat da einfach seinen Müll reingeworfen“, erinnert sich Steiner. Das hat er mit seinem Smartphone fotografiert und seinem Kollegen geschickt. So ging es hin und her, bis sie gemeinsam eine Facebookseite für die „Pfusch am Bau GmbH“ eröffneten.


Missgeschicke mit vielen Fans
Inzwischen kommt er kaum noch hinterher. „Pro Tag bekomme ich etwa zehn bis zwanzig Bilder, und das allein über Facebook“, sagt der Dachdecker. Kein Wunder, denn inzwischen hat die Seite mehr als 265.000 Likes und ist somit alles andere als unbekannt. Zusätzlich hat er das Portal pfuschambau.net gegründet. Dort können die Nutzer selbst Bilder hochladen, bewerten und kommentieren. Knapp 1400 Bilder sind auf der Website bereits zu bestaunen.

Marc Steiners Lieblingspfusch. Seite 3.

Ein Haufen Arbeit

Aus diesen hochgeladenen Bildern und denen von Facebook hat Steiner auch das Material für das Buch zusammengestellt. Was nach wenig Arbeit klingt, war im Endeffekt allerdings ein gewaltiger Aufwand, sagt er: „Wir mussten bei jedem Bild die Leute anschreiben und fragen, ob es von denen ist und ob wir es nutzen dürfen. Ganze Nächte haben wir so verbracht.“

Die Magie der Pfuscher
Am Ende haben es rund 140 Bilder in das Buch geschafft, aufgepeppt mit lockeren Sprüchen und Bemerkungen rund um das Handwerk. Steiners Favorit ist übrigens ein Bild, in dem ein Regenrohr schräg durch ein Haus verläuft. „Wie auch immer die das gemacht haben“, lacht der 40-Jährige.

(mw)

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