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Sparschwein unter Strom

Stromkosten: So lohnt sich der Anbieterwechsel

Stromanbieter gewechselt, Kosten im vierstelligen Bereich gespart. Ein Handwerker hat sich beraten lassen und erntet nun die Früchte. Er rät anderen Betrieben: Prüft die Verträge mit eurem Stromanbieter!


von Andreas Lehr

3.200 Euro netto. Inklusive EEG-Umlage. Firmenchef Markus Heuger muss sich setzen. Mit dieser jährlichen Ersparnis hat er nicht gerechnet. Und dabei war es nicht mal schwer: Eine unabhängige Energiemaklerin, die im gleichen Ort ihre Agentur „roenergie“ betreibt, hat Heuger beraten, Ute Rosenberger. Ihr Tipp: Stromanbieterwechsel.

„Ich war platt“, erinnert sich der Inhaber der Heuger Fliesen amp; Naturstein GmbH in Niedersachsen. Im gleichen Atemzug gibt er zu, dass er sich auch mächtig geärgert hat. Über sich. Über seine Gleichgültigkeit. Über seine Ignoranz, diesen Schritt, einer unabhängigen Beratung, nicht schon viel eher gemacht zu haben. „Wir hätten bislang schon eine Menge Geld sparen können, aber der laufende Betrieb hat uns einfach daran gehindert, diese Maßnahmen anzugehen“, gesteht Heuger.

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Aufwändiger Vergleich - lohnende Ersparnis!

Dass Betriebe vor lauter Arbeit Einsparpotenziale übersehen, kennt Rosenberger:. „Das erlebe ich quasi täglich in meiner Funktion als unabhängige Energiemaklerin gerade bei kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben.“

Ihre Erfahrung: Für die Steuer engagieren die Handwerker einen Berater. Erhöht der Lieferant die Preise, gibt‘s unmittelbar ein Gespräch. Ebenfalls, wenn der Mitarbeiter mehr Geld möchte. „Aber die Stromrechnung wird mehr oder weniger klaglos - trotz einer enormen Kostenentwicklung jedes Jahr - akzeptiert“, stellt Rosenberger fest.

Ute Rosenberger gibt zu, dass der Vergleich schon etwas aufwändiger ist und auf die individuellen betrieblichen Bedingungen ausgerichtet sein muss: „Der Anbieter X ködert über eine geringe Laufzeit mit einem geringen Kampfpreis, während der Anbieter Y zwar teurer ist, aber eine weitaus längere Laufzeit garantiert."

Rosenberger legt Wert darauf, nicht von den Betrieben für ihre Beratungsleistung bezahlt zu werden. „Wir finanzieren uns ausschließlich über die Provisionen der Energieversorger.“ Den Einwand „hohe Provision – Vorteil für den Versorger – Nachteil für den Betrieb“ lässt sie nicht gelten: „Ich wäre ganz schnell vom Markt verschwunden, wenn die gute Mund-zu- Mund-Propaganda nicht funktionieren würde.“

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Der Berater analysiert – Sie sparen

Dass Abzocker sich nicht durchsetzen könnten, meint auch Heuger: „Gerade bei uns auf dem Land ist einer schnell für alle unten durch, wenn man uns reinlegen will.“ Rosenberger sei klar und analytisch vorgegangen. Zuerst die Betriebsgröße feststellen. Beleuchtete Ausstellungsräume: 700 m². Werkstätten, Büros, Sozialräume: rund 1000 m². Bisheriger Stromverbrauch: rund 100 000 kWh.

Aber in welchem Tarif? Grundversorgung oder schon Gewerbe? Dann erfolgt der Vergleich der Stromanbieter. „Hier werden von mir nur die seriösen Energielieferanten gelistet und auf die Bedürfnisse des Betriebs die entsprechenden Angebote eingeholt“, erklärt die Fachfrau. Dabei gebe es natürlich große Unterschiede im Bedarf. Ein Metzgermeister mit großen Kühlräumen verbraucht beispielsweise in der Regel soviel Strom, dass aufgrund der Menge durchaus auch mögliche Rabatte drin sind.

Nach der Analyse und dem Sondieren der Angebote erfolgt dann der letzte Schritt für Rosenbergers Energieberatung: Der Termin mit dem Betriebsinhaber. Und schon muss ein Stuhl her. Am besten auch noch ein Kaffee.

Weitere Informationen über die Beratungsagentur finden Sie hier.

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