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Rechtsanwälte

Tipps vom Anwalt für 10 Euro

Unter www.frag-einen-anwalt.de helfen einem Juristen online durch den Paragrafen-Dschungel. Wie viel ihr Rat kostet, kann man selbst bestimmen.

Juristische Hilfe muss nicht teuer sein. Jedenfalls nicht, wenn es um "kleinere" Rechtsprobleme geht. Das beweist der Online-Dienst "frag-einen-anwalt.de". Ratsuchende können auf der Website Fragen an Anwälte stellen und vorweg das Honorar festlegen. Mit einer Einschränkung: Unter zehn Euro läuft nichts.

"Gelte ich weiter als Kleinunternehmer, wenn ich im dritten Jahr und danach nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz mache?" Oder: "Ich bin selbstständiger Elektromeister und möchte ein Wohnhaus für mich bauen. Darf ich einen Maurer und Helfer auf 300-Euro-Basis privat also nicht im Betrieb einstellen?" Fragen wie diese beantworten die Anwälte für Honorare zwischen zehn und 50 Euro; maximal reichen die Honorare bis etwa 190 Euro. Im Schnitt kostet der Rat 20 Euro.

Allerdings: Wer eine verzwickte Frage hat und nicht viel mehr als den "Mindesteinsatz" bietet, blitzt bei den Anwälten ab. Oder muss lange auf Antwort warten. "Dass kein Anwalt reagiert hat, ist erst einmal passiert", sagt der Geschäftsführer des Dienstes", Michael Friedmann. Und seine Zwischenbilanz spricht für sich: 2000 Fragen seien seit dem Start von "frag-einen-anwalt.de" im Juli 2004 beantwortet worden. Zurzeit kämen täglich zwischen 20 und 30 dazu.

Egal, ob Arbeits-, Steuer-,Vertrags- oder Strafrecht: Rat holen kann man sich auf jedem Rechtsgebiet. "100 Anwälte aus allen Fachrichtungen bieten ihre Dienste über unser Portal an."

Was taugen die Antworten?

"Die Antwort kann immer nur so gut sein wie die Frage", sagt Friedmann. Wer beim Eintippen der Frage wichtige Details vergisst, riskiere, einen falschen Rat zu erhalten. Wenn der Anwalt jedoch alles Notwendige erfährt, könne der Dienst die Beratung in einer Kanzlei ersetzen. Doch Vorsicht: Wer ein "sehr kompliziertes Problem" hat, soll lieber einen Anwalt aufsuchen, empfiehlt er.

Die Fragen und Antworten stehen für jeden sichtbar auf der Website. Die Anwälte sind mit Name und Adresse aufgeführt. Ihre Texte können sie im Nachhinein nicht mehr verändern, sondern nur für jedermann erkennbar ergänzen, betont Friedmann. All das halte die Anwälte dazu an, sich Mühe zu geben. Außerdem: "Keiner von ihnen kann so behaupten: Das habe ich nicht geschrieben."

Nutzer, die der Technik nicht vertrauen, können die Antworten zur Sicherheit auch ausdrucken. In Sachen Rechtsicherheit gilt es freilich zu bedenken, dass Anwälte auf missverständliche Fragen in der Regel unter Vorbehalt antworten.

Kunden bleiben auf den Internetseiten anonym. Sie müssen sich jedoch bei "frag-einen-Anwalt" registrieren lassen. Abgerechnet wird per Kreditkarte oder elektronischem Lastschriftverfahren. Zum Honorar kommt noch eine Gebühr von 50 Cent für jede Frage hinzu. Wer nur nach Fragen und Antworten stöbern will, hat freien Zugang.

Zu den Kunden des Dienstes gehören Friedmann zufolge inzwischen auch viele Handwerksunternehmer. Die Probleme, deretwegen die meisten anfragen? "Verjährung, Inkasso und Mängelsachen."

Link:

www.frag-einen-anwalt.de

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