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Personal

2,5 Millionen: Immer mehr Arbeitnehmer melden sich „kinderkrank“

In den letzten zehn Jahren haben sich die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von Mitarbeitern wegen einer Erkrankung ihrer Kinder mehr als verdoppelt. Der Arbeitgeber-Präsident begrüßt die Entwicklung.

2,455 Millionen Mal haben sich Eltern im vergangenen Jahr „kinderkrank“ gemeldet, berichtet die Frankfurter Allgemeine (FAZ) unter Berufung auf Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. Noch im Jahr 2007 seien nur 1,06 Millionen solcher Krankmeldungen registriert worden. Verdoppelt habe sich auch die Zahl der jährlichen Ausfalltage aufgrund erkrankter Kinder: Sie stieg von 2,7 Millionen Tagen pro Jahr auf 5,5 Millionen.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sieht darin laut FAZ-Bericht die notwendige Begleiterscheinung einer erfreulichen Entwicklung: Immer mehr Mütter würden nach der Geburt ihres Kindes ins Arbeitsleben zurückkehren. Dafür seien gute Bedingungen notwendig, etwa eine bedarfsgerechte Ganztagskinderbetreuung sowie flexible betriebliche Lösungen, die es Eltern erlauben, bei Krankheit des Kindes zu Hause zu bleiben.

Grundlage für diese Form der Arbeitsunfähigkeitsmeldung ist Paragraph 45 im Sozialgesetzbuch (SGB V). Demnach können sich Eltern aufgrund von Krankheit eines Kindes zehn Tage im Jahr pro Kind arbeitsunfähig melden. Für Alleinerziehende sind es 20 Tage. Die entstehenden Kosten tragen zu großen Teilen die Krankenkassen: Das Krankengeld deckt 90 Prozent des ausgefallenen Nettolohns oder 70 Prozent des Arbeitseinkommens. (deg)

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