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Corona

ZDH-Umfrage: Ausbildung hat trotz Corona-Krise hohen Stellenwert

Knapp 45 Prozent der Betriebe planen trotz Corona-Krise mit neuen Azubis, ergibt eine ZDH-Umfrage. Und: Langsam sinken Umsatzausfälle und Personalengpässe.

Auf einen Blick:

  • Die dritte ZDH-Umfrage zur Situation der Handwerksbetriebe in der Corona-Krise ergibt, dass fast 45 Prozent in diesem Jahr ausbilden wollen – einige sogar mehr als im Vorjahr.
  • Um die Leistung der Betriebe zu honorieren, fordert der Verband finanzielle Unterstützung für Ausbildungsbetriebe: in Form eines einmaligen Zuschusses sowie den Zugang zum Kurzarbeitergeld für Azubis.
  • Weitere Ergebnisse der Umfrage: Die Umsatzausfälle gehen leicht zurück und die Auftragsrückgänge verlangsamen sich.

Fast 45 Prozent der Handwerksbetriebe planen im Herbst genauso viel oder mehr Auszubildende einzustellen wie im Vorjahr. Das ergibt die 3. Welle der Umfrage, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zu den Auswirkungen der Corona-Krise durchgeführt hat. Vom 22. bis 24. April 2020 hatten sich über 2700 Handwerksbetriebe daran beteiligt.

Ein Viertel der Betriebe ist verunsichert

25 Prozent der befragten Unternehmen hinterfragen aufgrund der momentanen Situation ihr Ausbildungsengagement, ergibt die Umfrage. Weitere 30 Prozent der Umfrageteilnehmer sind keine Ausbildungsbetriebe.

„Wir müssen alles daran setzen, das überproportional hohe Ausbildungsengagement des Handwerks zu halten. Es darf durch die Corona-Krise keinen Schaden nehmen“, kommentiert ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer das Ergebnis. In der gegenwärtigen Krisenphase müsse alles getan werden, um Ausbildungsbetriebe über Wasser zu halten, damit sie als Ausbildungsorte nicht verloren gingen. „Der Lernort Betrieb lässt sich nicht ersetzen. Ein Rückgang bei der Ausbildungsleistung der Betriebe wird die Fachkräfteproblematik absehbar massiv verschärfen“, betont Wollseifer.

Kurzarbeitergeld für Azubis gefordert

Der ZDH-Präsident fordert: „Für Auszubildende sollten die gleichen Bedingungen beim Zugang zu Kurzarbeitergeld gelten wie für andere sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – gerade in Krisenzeiten würde dies den Betrieben mehr Planungssicherheit geben und einen zusätzlichen Beitrag zur Liquiditätssicherung leisten.“

Zudem fordert Wollseifer einen einmaligen Zuschuss für Ausbildungsbetriebe, der 75 Prozent der durchschnittlich geleisteten tariflichen oder Mindestausbildungsvergütung über einen Zeitraum von drei Monaten entspricht. Damit sollen Betriebe honoriert werden, die in Krisenzeiten ihre Ausbildungsleistung aufrechterhalten.

Weitere Ergebnisse: Leichte Entspannung bei Umsatzeinbußen und der Personalkapazität

Einige Ergebnisse der dritten Befragungsrunde des ZDH zusammengefasst:

  • Gegen Ende April gingen der Umfrage zufolge die Umsatzausfälle in den Betrieben leicht zurück. 68 Prozent der befragten Betriebe berichteten von Corona-bedingten Umsatzrückgängen. Das waren sechs Prozentpunkte weniger als in der Vorbefragung Anfang April. Dabei verringerten sich die Umsätze um durchschnittlich 53 Prozent. Die am stärksten betroffenen Branchen sind nach wie vor die Gesundheitshandwerke, die persönlichen Dienstleistungshandwerke sowie das Lebensmittel- und Kfz-Handwerk.
  • Leicht gesunken ist auch die Zahl der Auftragsstornierungen: 52 Prozent der Befragten berichten aktuell davon. Das sind 4 Prozentpunkte weniger als in der Vorbefragung. Die mit Abstand höchste Quote an stornierten Aufträgen weisen dabei die persönlichen Dienstleistungsgewerke mit 85 Prozent auf. In anderen Gewerken liegt diese Quote teils deutlich unter 50 Prozent.
  • Besser sieht es ebenfalls in puncto Personalkapazitäten aus: Noch 28 Prozent melden im Gesamthandwerk den Ausfall von Mitarbeitern aufgrund von Erkrankungen, Quarantänemaßnahmen oder fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Angehörige. Fünf Prozentpunkte mehr waren es noch in der Befragung davor.
  • Das geschäftliche Umfeld stabilisiert sich auf geringem Niveau: Etwa 61 Prozent der befragten Betriebe sehen eine Stabilisierung der Situation. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als in der zweiten ZDH-Umfrage zur Corona-Krise. Die Umsatzausfälle im Handwerk seien damit zwar weiterhin hoch, aber nehmen mit einer geringeren Dynamik zu als in den Wochen zuvor.

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