Foto: Denny Gille

Fuhrpark

Fahrbericht Ford Ranger: Mit dem Wildtrak auf freier Wildbahn

Transporte im Grenzbereich? Für den Ford Ranger Wildtrak eine leichte Übung. Wo andere Fahrzeuge aufgeben müssen, blüht der Pick-up erst richtig auf.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Ab in die Schlammgrube: Hier prüfen wir den Allrad-Ranger auf seine Offroadtauglichkeit.
  • Handwerker geht auf Tuchfühlung: Was hat der Ranger in Sachen Laderaum, Fahrkomfort und Sicherheit zu bieten? Axel Meyer hat den Wildtrak unter die Lupe genommen.
  • Bildergalerie: Hier zeigt der Ford Ranger was in ihm steckt.
  • Die wichtigsten Eckdaten im Blick: der Ranger in der Übersicht.

Keine Ampeln, keine Staus, kein Stress. Nur steile Hügel, Sandgruben und verschlungene Pisten aus tiefem Schlamm. Das ist die passende Umgebung, um den Ford Ranger Wildtrak von der Leine zu lassen. Im Bagger-Erlebnispark im Süden von Magdeburg soll sich der Pick-up von seiner wilden Seite zeigen.

Bevor es losgehen darf, wirft Parkchef Heiko Treller noch einen kritischen Blick auf die Bereifung des Ranger. Auf den Offroad-Pisten des Parks fahren meist nur die parkeigenen Geländewagen – stadtzahme SUV-Modelle wären hier verloren. Die ­18-Zoll-Reifen des Wildtrak mit ihren tiefen Profilkerben halten der Sichtprüfung des Off­road-Profis stand.

Also Motor an und erstmal das Wahlrad in der Mittelkonsole von Zweirad-Antrieb auf Allrad umstellen (wahlweise mit Sperrdifferenzial). Schon schiebt der 3,2-Liter-Motor den Ranger lässig über die ersten Wegmeter, wo der Boden hart und uneben ist. Bodenwellen schluckt der Wagen gutmütig. Der Sitzkomfort ist hoch, das Zusammenspiel aus Schraubfedern vorne und Blattfedern hinten scheint gut abgestimmt.

Driften im Schlammbett

Und schon stellt sich die erste Preisfrage: Wie bringt man einen Zwei-Tonnen-Pick-up mit Allradantrieb problemlos ins Driften? Es reicht: eine leichte Kurve, ein sanfter Gasfuß im zweiten Gang und ein gut 20 Zentimeter tiefes Schlammbett. Ein Lenkradeinschlag links, einer rechts, dazwischen immer etwas Gas und der Ranger tanzt auf dem regengetränkten Boden wie ein Slalomfahrer in den Alpen.

Genauso einfach lässt sich der Wagen wieder in Fahrtrichtung bringen, rauf auf den nächsten Steilhügel und ganz sachte herunter. Bis zu einem Böschungswinkel von 28 Grad passiert der Ranger die Übergänge von Steigung zur Ebene, ohne aufzusetzen. Die maximale Steighöhe liegt bei 32 Grad, quer zum Hang kann er noch bei 35 Grad stehen, bevor es ungemütlich wird.

Der Allradantrieb arbeitet souverän, wühlt sich selbst aus einem Stillstand aus dem Morast heraus. Die Königsdisziplin aber ist eine andere für das Fahrzeug: 80 Zentimeter Watttiefe, soll der Ranger dank Ansaugschnorchel ohne Schwierigkeiten durchfahren. Bei dieser Tiefe liegt allerdings ein Teil der Karosse inklusive einem guten Stück der Türen unterhalb der Wasserlinie. Auf diesen Test haben wir verzichtet. Den unheilvollen Gedanken, wie das Innenleben wohl voller Schlammwasser aussehen würde, falls etwas schiefgeht, konnten wir einfach nicht abschütteln.

Raus aus dem Matsch

Runter von der Offroad-Piste zeigt sich das Ausmaß der Verschmutzung. In den Radkästen haben sich dicke Schichten angetrockneten Schlamms angesammelt. Ein Fall für den Kärcher. Nach der Wäsche geht es weiter über die Autobahn zum nächsten Tester. Auf der A2 Richtung Hannover zeigt der Wildtrak, was er an Sicherheitskomfort zu bieten hat. So lässt sich etwa ein Abstandswarner mit individueller Sicherheitstoleranz aktivieren.

Der leuchtet auf, wenn man einem Fahrzeug zu nahe kommt – mit rotem Licht in der Windschutzscheibe und – in kritischeren Fällen – mit einem akustischen Warnsignal. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung passt sich dem Verkehr an. Ist die Fließgeschwindigkeit niedriger, regelt sie das Tempo herab, nimmt der Verkehr wieder Fahrt auf, beschleunigt der Wagen automatisch. Bei 175 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Motorenbauer geht auf Tuchfühlung

Wie sich der Ford Ranger im urbanen Raum schlägt, hat sich Axel Meyer, Geschäftsführer der Motoren Henze GmbH in Hannover, etwas näher angeschaut. Meyer kennt sich mit allem aus, was einen Motor hat. Sein Team schraubt regelmäßig an Maschinen jeder Größe, egal ob Standardkarosse, teurer Oldtimer oder Blockheizkraftwerk. Sein erster Eindruck: „Das sind schon andere Dimensionen als mein normaler Firmen-Pkw“, sagt Meyer. Das sagen auch die Werte des Ranger. Von Kühler bis Anhängerkupplung misst der Wagen 5,48 Meter. Zwischen den Enden der beiden Außenspiegel liegen 2,16 Meter Fahrzeug. So fordert der Ranger auf dem Asphalt einigen Raum für sich ein.

Einschüchtern lässt sich Meyer von diesen Dimensionen nicht. „Man fühlt sich im Fahrzeug gut positioniert“, urteilt der Unternehmer. Durch den Stadtverkehr schlängelt sich der Ranger anstandslos. Das Handling überzeugt. „Die Kupplung spricht sehr gut an und auch die Lenkunterstützung ist gut abgestimmt“, sagt Meyer. Und Parken: Dank Sensoren vorne und hinten plus Rückfahrkamera keine Herausforderung.

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