homag-productionManagerBessere Vernetzung soll Betrieben künftig mehr Zeit sparen. Ein Glied in der Kette ist Homags Productionmanager, der die Fertigung transparent macht.
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Bessere Vernetzung soll Betrieben künftig mehr Zeit sparen. Ein Glied in der Kette ist Homags Productionmanager, der die Fertigung transparent macht.

Inhaltsverzeichnis

Holzhelden

„In der intelligenten Vernetzung liegt enormes Potenzial“

Stärkere digitale Vernetzung im Betrieb, mehr Transparenz in der Fertigung, höhere Effizienz pro Mitarbeiter. So sieht Homag die Zukunft des Holzhandwerks.

Als Senior Manager Digital Product Innovation ist Hendrik Albers bei Homag federführend an der Entwicklung digitaler Lösungen des Maschinenherstellers beteiligt. Als größte künftige Herausforderungen des Holzhandwerks sieht er den Fachkräftemangel, die Digitalisierung und den Wettbewerb durch die Industrie.

Mehr Beratung, Visualisierung, Organisation

Welchen Wandel sehen Sie in den nächsten Jahren auf das Holzhandwerk zukommen?

Albers: Die Kernfrage der nächsten Jahre könnte sein: Wie kann ich mit weniger Mitarbeitern meine Produktivität konstant halten oder sogar steigern? Digitalisierung wird dafür ein Schlüssel sein, aber auch die Fokussierung auf Geschäftsmodelle, in denen das Handwerk stark ist – und zwar gegebenenfalls stärker als die Industrie. Ich glaube, dass viele Tischler und Schreiner eine Entscheidung treffen müssen, welches Verhältnis aus Fremd- und Eigenfertigung sie anbieten wollen. Ein klassischer Handwerker, der stark in der Beratung ist, könnte zu einem Handwerksdienstleister werden: Der bietet mehr Beratung, Visualisierung und Organisation aus einer Hand, fertigt aber weniger selbst. Zusätzlich wäre ein Fokus auf die Koordination anderer Gewerke möglich.

Damit grenzen sich die Unternehmen auch gegen die Industrie ab?

Albers: Die wichtigste Stärke der Betriebe bleibt der persönliche Kontakt zu den Kunden. Im industriellen Mittelstand und der Möbelindustrie gibt es bereits seit längerem den Trend zur kundenindividuellen Massenfertigung. Diese Anbieter können preislich anders fertigen, allein weil sie andere Einkaufskonditionen bekommen und andere Maschinen haben. Damit können sie dem Handwerk im individuellen Möbelbau Konkurrenz machen. Der Vorteil von Schreinern und Tischlern aber ist: Sie haben die Beratung, machen das Aufmaß vor Ort und können sicherstellen, dass die bestellte Leistung auch wie bestellt passt.

Vernetzung entlastet Betriebe

Wie unterstützen Sie die Betriebe bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen?

Albers: Unsere Kombination aus Maschinen, Software und Service stellt Qualität und Produktivität durch abgestimmte Gesamtlösungen sicher. Wir wollen digitale Produkte liefern, mit denen man gerne arbeitet und die die Anwender in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Unser Versprechen an unsere Kunden ist: Wenn Sie unsere Technologien nutzen, können Sie sich noch besser auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden fokussieren, zum Beispiel in der Beratung.

Welche Rolle spielt die digitale Vernetzung dabei?

Albers: Um Anwender bei der täglichen Arbeit zu unterstützen, wird es eine stärkere Vernetzung zwischen der Werkstatt, Büro und Zulieferern geben müssen. Mit Tapio hat Homag eine offene Plattform geschaffen, deren Kernaufgabe es ist, digitale Anwendungen und Maschinen zu anwenderfreundlichen Gesamtlösungen zu vernetzen. Da die einzelnen Lösungen im Tapio-Ökosystem harmonisch aufeinander abgestimmt sind, funktioniert vieles einfach nach dem Plug-and-Play-Prinzip.

Haben Sie ein Beispiel für intelligente Vernetzung?

Albers: Ein schönes aktuelles Beispiel für intelligente Vernetzung ist unser Edge Data Package: Normalerweise wissen Betriebe nicht automatisch, welche Kantenbänder in welcher Menge noch verfügbar sind. Das führt dazu, dass auf Verdacht für Projekte neue Kantenbänder eingekauft werden und die alten möglicherweise gar nicht mehr verwendet werden. Mit dem Edge Data Package können unsere Kunden  direkt die Stammdaten von den Kantenbandherstellern nutzen und der jeweiligen Rolle per Barcode zuweisen. Nach einem Scan weiß die Maschine, welche Rolle gerade eingelegt wurde. Am Ende des Arbeitsgangs meldet sie die verbleibende Restmenge des Kantenbands automatisch dem System zurück. So müssen Anwender immer weniger Daten manuell pflegen.

Trend: Intelligente Automatisierung

Wird es noch grundlegende Veränderungen in der Werkstatt geben?

Albers: Weiterentwicklungen wird es immer geben, aber grundsätzlich ist die Maschinentechnik im Holzhandwerk sehr ausgereift. Die Fertigungsüberwachung wird sicherlich besser werden. Zum Beispiel schließt unser Productionmanager die Lücke zu Branchensystemen, die einen Fokus auf den kaufmännischen Auftragsprozess haben. Er fokussiert das Thema Produktion und den Produktionsprozess, wobei ich den Fertigungsfortschritt aller Bauteile in der Produktion verfolgen kann. Was ist schon gefräst, bekantet, montagefertig? Auch hier haben wir – Stichwort Vernetzung – schon Schnittstellen zu verschiedenen Systemen wie beispielsweise zum Borm Business ERP geschaffen, die wir auf Tapio bereitstellen. Und wir arbeiten an Schnittstellen zu weiteren Branchenprogrammen.

Worin sehen Sie die nächsten Trends in der Werkstatt? 

Albers: Ich denke der Trend geht dahin, die Bedienung weiter zu vereinfachen und intelligente Automatisierungslösungen einzuführen. Der Einachsbeschicker Storeteq F-100 für die liegende Plattenaufteilsäge oder CNC-Nesting ist zum Beispiel eine große Erleichterung für den Bediener, führt zu deutlich optimierten Prozessabläufen und der Möglichkeit des Einstiegs in die intelligente Materialverwaltung. Auch platzsparende Lösungen mit Einarmroboter und vertikaler CNC-Maschine wie der Kombination aus Drillteq V-310  und einem Feedbot sind für viele Betriebe im Holzhandwerk sowohl finanziell als auch im Platzbedarf darstellbar.

Alle reden von KI – welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Homag?

Albers: KI wird künftig eine große Rolle spielen, auch im Holzhandwerk. Die Frage ist, wie man die Technologie einsetzt, damit sie ein echter Problemlöser wird. Wir beschäftigen uns beim KI-Thema zurzeit mit Produktansätzen und Anwendungsfällen für Kunden; für konkrete Produkte ist es aktuell aber zu früh. Im Bereich der Predictive Maintenance können wir uns KI sehr gut vorstellen. Aber auch im Bereich der Software-Anwendung: Schön wäre doch, wenn eine KI dem Bediener während des Arbeitsprozesses Fragen beantworten und beim Troubleshooting behilflich sein kann, damit er noch schneller zum Ziel kommt.

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