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AbGEZockt unter der Hebebühne?

Ein Kfz-Meister soll Gebühren für Radios in Fahrzeugen zahlen, die er in seiner Werkstatt in Schuss bringt. Und das rückwirkend für zehn Jahre.

Den Tag vergisst Carlo Baldessarini nicht so schnell. Ein Jahr ist es her, da stand plötzlich der GEZ-Mitarbeiter in seiner Werkstatt. Der Mann gab sich freundlich, und als er wieder ging, hatte er die Unterschrift des Italieners. Warum Baldessarini unterschrieben hat und was ihm seither droht, hat der Handwerksunternehmer aus Nedderfeld bei Hamburg jetzt der Zeitung "Die Welt" erzählt. Ein Fall, der grotesker kaum sein könnte.

Ob er denn die Batterien an den Fahrzeugen der Kunden abklemme, soll der Gebühreneintreiber gefragt haben. Der Kfz-Meister ahnte nicht, worauf der Besucher hinaus wollte, und antwortete wahrheitsgemäß. Die Falle schnappte zu: Wenn er die Batterien wieder anschließe, müsse er doch den Zahlencode für das Radio eintippen, argumentierte der GEZ-Vertreter. Angebliche Konsequenz: Weil das Gerät dann eingeschaltet sei, würden Gebühren fällig.

Baldessarini war verdutzt. So verdutzt, dass er ein vermeintlich großzügiges Angebot sofort annahm. Streng genommen müsse er für 20 Jahre nachzahlen, doch wenn er gleich unterschreibe, genügten die Gebühren für zehn Jahre, wurde ihm versprochen. Der 63-Jährige unterschrieb und erhielt eine gepfefferte Rechnung.1019,03 Euro soll er laut Zeitungsbericht berappen.

Über seine Unterschrift ärgert sich der Unternehmer heute, die Zahlung verweigert er. Doch der Druck steigt. In ihrem jüngsten Schreiben droht ihm GEZ mit "Zwangsmaßnahmen", heißt es. Um dagegenhalten zu können, hat sich Baldessarini einen Rechtsanwalt genommen. Der hält die Gebühren-Forderung für abstrus: Jeder, der sich für kurze Zeit ein Fahrzeug ausleihe, müsste dann für das Autoradio Gebühren zahlen, wird er zitiert.

Der GEZ dagegen scheint diese Vorstellung zu gefallen. Baldessarinis Briefverkehr mit den Sachbearbeitern jedenfalls füllt längst einen Aktenordner.

(mfi)

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