Die Unternehmerin ist zudem Gebäudeenergieberaterin.
Foto: Jahn

Panorama

"Traumberuf" im Wandel

An ihrem Beruf begeistert Iris Dohmen vor allem die Abwechslung: Kein Tag ist wie der nächste. Dass sich das Schornsteinfegerhandwerk in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat, sieht sie als Chance.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Schon als Kind wollte Iris Dohmen Schornsteinfegerin werden. Den Traum hat sie sich verwirklicht.
  • Seit dem Wegfall der Kehrmonopole hat sich die Branche gewandelt. Dohmen sieht das als Chance und will mit aktuellem Wissen, Zusatzqualifikationen und gutem Kundenkontakt punkten.
  • Dass heutzutage mehr Frauen in dem Beruf arbeiten, belebt die Branche, sagt die Handwerkerin.

Der Kamin im Wohnzimmer strahlt wohlige Wärme aus an diesem kalten Frühlingsmorgen. Auch ihr Hund Henry findet es gemütlich vor dem Feuer. Er ist das größte Hobby der 33-jährigen Schornsteinfegermeisterin – und ein Ausgleich zur Arbeit.

Vor drei Jahren hat sich die gebürtige Hannoveranerin selbstständig gemacht und ihren Kehrbezirk in Hannover Herrenhausen übernommen. Das Handwerk hat sie seit ihrer Kindheit begleitet und ist schnell zu ihrem Traumberuf geworden. Auch ihr Vater war Schornsteinfegermeister.

Ihre Ausbildung hat Iris Dohmen direkt nach der Schule begonnen. Im Anschluss hat sie in einigen Betrieben gearbeitet, auch in dem ihres Vaters. Er ist schon im Ruhestand, aber berät sie und hilft ab und an im Büro mit. Dauerhaft unterstützt wird sie von ihrem Meistergesellen. Die hoheitlichen Aufgaben und die Büroarbeit erledigt die Unternehmerin aber selbst. Die Vielfalt an Aufgaben macht für sie den Reiz an dem Beruf aus: Arbeiten auf dem Dach, bei Kunden und im Büro. „Die administrativen Aufgaben haben zugenommen“, sagt sie. Das erfreue sie nicht, gehöre aber zum Geschäft.

Veränderungen als Chance

Seit dem Fall der Kehrmonopole 2013 hat sich der Beruf verändert. Deshalb hat für Iris Dohmen die Weiterbildung einen besonders hohen Stellenwert. Kundenkontakte pflegen und sich in ihrem Bezirk sehen lassen – auch das ist ihr wichtig. Denn: „Um den Kehrbezirk muss ich mich nach sieben Jahren wieder bewerben. Ich kann mich nicht darauf ausruhen.“

Für die Bewerbung zählen die Qualität der Arbeit, das aktuelle Wissen und die Kundenzufriedenheit.

Erlaubt sind seit 2013 auch Nebengewerbe, die nicht zur Arbeit der Schornsteinfeger gehören: kleinere Reparaturen am Schornstein oder die Installation von Rauchwarnmeldern. Dohmen ist Gebäudeenergieberaterin und kann ihren Kunden diesen Service mitanbieten.

Von der Karteikarte zur Cloud

Auch im Schornsteinfegerhandwerk hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten: Über eine Branchensoftware verwaltet Iris Dohmen, Kontakte, Feuerstellen, Bilder und Termine. Die Daten werden über die Cloud aktualisiert, Tablet und Smartphone sind ihre täglichen Arbeitsmittel. Doch ganz ist der Übergang von der Zettelwirtschaft zum papierlosen Büro noch nicht vollzogen: „Ich habe auch noch Karteikarten“, räumt Dohmen ein.

Die Übergangsphase hält schon ein paar Jahre an. „Die Kunden werden jünger. Sie wollen ihre Termine lieber per SMS abstimmen und nicht mehr auf dem herkömmlichen Weg“, sagt sie.

Frauen beleben die Branche

Und noch etwas hat sich geändert in dem Gewerk: Es „wagen“ sich immer mehr Frauen in den Beruf – eine Frau auf sieben Männer, so ist das Verhältnis momentan. „Das belebt die Branche“, findet Dohmen. Und es stärkt den Austausch und das Netzwerk unter Kollegen.

Falls Kinder bei ihr ein Thema werden sollten, kann Iris Dohmen auf die Unterstützung einiger Kolleginnen zählen – das steht jetzt schon fest.

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