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Vermittler helfen aus der Krise

Vermittler helfen aus der Krise

Streitfälle gibt es im Handwerk zuhauf. Ärger mit Kunden, Lieferanten, Partnern, Mitarbeitern und Konkurrenten ist an der Tagesordnung. Oft landen die Streithähne vor Gericht. Schneller und kostengünstiger kann die außergerichtliche Konfliktvermittlung zum Ziel führen, die so genannte Mediation.

Streitfälle gibt es im Handwerk zuhauf. Ärger mit Kunden, Lieferanten, Partnern, Mitarbeitern und Konkurrenten ist an der Tagesordnung. Oft landen die Streithähne vor Gericht. Das kostet Zeit und Geld, manchmal gar das Ansehen und das Ergebnis entspricht selten dem erhofften Ziel. Schneller und kostengünstiger kann die außergerichtliche Konfliktvermittlung zum Ziel führen, die so genannte Mediation.

Hilfe bei der Betriebsübergabe

Bei Betriebsübergaben greift auch das Handwerk auf die Mediation zu, berichtet Cristina Lenz. Die Rechtsanwältin ist Vorstandssprecherin des Bundesverbandes Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA). In ihrer eigenen Beratungspraxis liegen die Schwerpunkte bei den Betriebsübergaben, im Bereich Immobilien und Bau sowie Bankangelegenheiten und den betriebsinternen Konflikten. Lenz' Unternehmen, die Management Mediation Group (München), arbeite hauptsächlich im Mittelstand.

Mediatoren sind neutral

Ihre Hilfe als Vermittler in scheinbar ausweglosen Situationen bieten Anwälte und Berater mit besonderer Ausbildung an. Aufgabe des Mediators ist es, die Parteien an einen Tisch zu bringen. Er unterstützt sie dabei, eine eigene, zukunftsfähige Lösung zu finden. Der Mediator arbeitet neutral, ohne eigene Entscheidungsbefugnis und ohne eigene Interessen.

Rechtsstreit ist teurer

Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gibt es zwar noch keine konkreten Erfahrungen mit dem Thema. ZDH-Rechtsanwalt Hans-Joachim Heck hält jedoch alles, was einen Weg vor die Gerichte vermeidet, für empfehlenswert. Prozesse seien teuer, in der Regel lang und der Ausgang ungewiss. Eine einvernehmliche Regelung hat den Vorteil, dass der soziale Frieden eher gewahrt wird als bei einem Gerichtsurteil, wo oft der Kontakt zwischen den Kontrahenten auf Jahre hinaus gestört ist.

Ein Kostenvergleich fällt zugunsten der Mediation aus: Die Kosten bleiben übersichtlich, da eine für alle Seiten akzeptable Lösung meist nach wenigen Terminen erzielt werden kann, wirbt die Gesellschaft für Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement e.V. Jeder Beteiligte trage anteilig die Kosten des Mediators. Bezahlt werde nach Zeitaufwand und Stundensatz des Mediators. Das Risiko, auf den Prozesskosten sitzen zu bleiben, entfalle. Zudem führe die Mediation meist nach wenigen Terminen zu einer Lösung im Gegensatz zu langwierigen Prozessen.

Einen weiteren Punkt hebt Wirtschaftsmediator und Rechtsanwalt Michael Stein aus Lehrte (Kreis Hannover) hervor: Die Konfliktparteien behalten die Fäden in der Hand. Sie übernehmen die Verantwortung für die Entscheidung, statt sie einem Richter zu überlassen.

Beide Seiten müssen zustimmen

Mediation eignet sich jedoch nicht in jedem Fall. Der Erfolg hängt laut Stein davon ab, dass sich die Parteien von einem Vermittlungsverfahren mehr Nutzen versprechen als von anderen Vorgehensweisen. Zugleich müssten sie an einer gemeinsamen Lösung interessiert sein. Wichtig sei zudem die Bereitschaft, alle relevanten Informationen offen zu legen und sich auf die Sichtweise des Anderen einzulassen.

Gute Erfolgsaussichten

Sind diese Bedingungen erfüllt, sind die Erfolgsaussichten gut, wie Cristina Lenz berichtet: Unsere Erfolgsquote liegt bei circa 85 Prozent, weil wir in der Konfliktanalyse sehr gründlich sind. Das bestätigt auch Michael Stein: Sind sich die Parteien über den Sinn der Mediation im Vorfeld einig, dann kommt es in den meisten Fällen zu einer Vereinbarung.

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