Neue Technik, im Retro-Design verkleidet: der ID-Buzz Cargo ist VWs erster ernstzunehmender mittelgroßer Elektro-Transporter.
Foto: Christian Frederik Merten
Neue Technik, im Retro-Design verkleidet: der ID-Buzz Cargo ist VWs erster ernstzunehmender mittelgroßer Elektro-Transporter.

Inhaltsverzeichnis

Fahrtest

VW ID.Buzz Cargo: Hingucker verblecht

Außen retro, innen modern: VWs erster mittelgroßer E-Transporter heißt ID.Buzz. Was der als Kasten verblechte ID.Buzz Cargo kann, klärt unser Test.

Ein schicker Transporter gefällig? Und ein elektrischer dazu? Dann lohnt sich ein Besuch beim örtlichen VW-Händler. Dort steht der ID.Buzz, VWs erster eigener mittelgroßer Transporter, auch als verblechter Kastenwagen ID.Buzz Cargo. Was das Arbeitstier im Alltag kann, klärt unser Test.

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Der erste Eindruck: Der ID.Buzz macht was her

Der ID.Buzz hat Charakter. Denn: Für den ersten Transporter auf der MEB-Plattform stand der erste VW Bus aus den Fünfzigern Pate. Das große Markenlogo, die V-förmigen Sicken vorn, die schwarzen A- und B-Säulen und vor allem die Zweifarblackierung (Option für 2.600 Euro; alle Preise netto zzgl. USt.) des modernen Elektrotransporters erinnern direkt an den Urahn. Übrigens: Für den ID.Buzz Cargo bietet VW die Zweifarblackierung ausschließlich in der Kombi Weiß/Blau an. Die Pkw-Versionen des Hannoveraners gibt es außerdem in den Kombinationen Weiß/Grün, Weiß/Orange und Weiß/Gelb.

Innere Werte: Viele Platz im und eigenes Cockpit für den ID.Buzz Cargo

Viel Laderaum und die Extraportion Ergonomie – das sind klassische Transporter-Tugenden. Ist der Kastenwagen doch vor allem tagtäglicher Arbeitsplatz. 3,9 Kubikmeter Fracht passen in den 4,71 Meter langen ID.Buzz. Mehr werden es auch nicht, denn die neue Langversion bleibt dem ID.Buzz als Pkw vorbehalten. Zum Vergleich: Im rund 20 Zentimeter längeren Peugeot E-Expert (und in den entsprechenden Modellen von Citroen, Fiat, Opel und Toyota) in Normallänge sind es 5,3 Kubikmeter. Und Ford gibt für seinen neuen, 5,05 Meter langen Transit Custom 5,8 Kubikmeter an. Die beziehen sich zwar auf die Dieselversion, der Wert ist aber vor allem deshalb interessant, weil die Kölner Konstruktion unter VW-Label schon in Kürze auch als neuer Transporter vorfahren wird – und sich das Ladevolumen der meisten Elektro-Transporter kaum oder gar nicht von dem der Verbrenner unterscheidet.

Beladen wird der ID.Buzz Cargo serienmäßig über eine konventionelle Heckklappe mit Heckfenster und Heckscheibenwischer (gegen 450 Euro Aufpreis auch elektrisch) und eine seitliche Schiebetür.

  • Wer Flügeltüren hinten möchte, bekommt die – allerdings ohne Verglasung – für 260 Euro Aufpreis.
  • Auch eine zweite Schiebetür links bietet VW an, sie kostet als manuelle Variante 460 Euro.
  • Elektrische Schiebtüren gibt es für 445 (rechts) beziehungsweise 905 Euro (links).
  • Eine verglaste statt der unverglasten Laderaumtrennwand bietet VW für 110 Euro an, auf Wunsch auch mit Durchladeeinrichtung (dann 270 Euro).
  • Allerdings gibt es die Durchladeinrichtung auch ohne das Fenster in der Trennwand (160 Euro).

Was uns generell positiv auffiel: Für das Ladekabel sieht VW im ID.Buzz ein separates Fach unter dem Ladeboden vor, damit es nicht zwischen die Fronten der Fracht gerät.

So viel zum Laderaum, werfen wir einen Blick in die Fahrerkabine. Und hier konzipierte Volkswagen das Cockpit des  ID.Buzz Cargo nutzfahrzeug-like nicht nur robuster mit einfacheren Kunststoffen als das der Pkw-Version, sondern gönnte ihm auch ein in Details anderes Design. Gemein sind beiden Varianten zwar die 5,3-Zoll-Digitalinstrumente und der 10-Zoll-Touchscreen, ein wesentliches Differenzierungsmerkmal des Cargo-Cockpits sind aber beispielsweise die größeren und außen liegenden Lüftungsdüsen. Die Bedienung ist typisch MEB: Nicht wirklich perfekt, aber irgendwann hat man´s halt drauf.

Auf der Straße: Typisch MEB, dieser ID.Buzz

Transporter hin oder her – im Alltag präsentiert ist der ID.Buzz Cargo ein typisches Mitglied der Volkswagen-MEB-Familie. Das heißt, auch als Kastenwagen fährt der ID.Buzz sehr pkw-like. Auch in der Stadt, denn der Elektro-Transporter von VW ist äußerst wendig und passt mit seinen kompakten Außenmaßen auch in Parklücken, vor denen andere leichte Nutzfahrzeuge kapitulieren.

Schön vor allem auch auf längeren Strecken: die gute Sitzposition und der tolle Sitzkomfort im elektrischen Transporter. Auch die Übersicht nach vorn haben die VW-Ingenieure gut hinbekommen beim ID.Buzz, die großflächige Verglasung wirkt hier auch im Alltag.

Nicht so toll dagegen: Den ID.Buzz gibt es zwar serienmäßig mit konvexen Außenspiegeln, die wirken aber nicht wirklich asphärisch. Da werden Spurwechsel und Abbiegevorgänge trotz Totwinkelassistent – den VW im ID.Buzz allerdings nur optional als Teil eines der Fahrerassistenz-Pakete einbaut –, mit dem Kastenwagen oft zum Vabanque-Spiel. Und dass nicht nur das  Infotainmentsystem, sondern auch die Tachoeinheit mehrfach für kurze Zeit komplett ausfiel, darf einfach nicht passieren.

Weniger dramatisch: Der Touchscreen ist nicht zum Fahrersitz geneigt, und in Sachen Fahrwerk ist der ID.Buzz Cargo ebenfalls ein typischer MEB-Vertreter. Heißt: Schnelle Querfugen federt der Transporter eher stuckrig ab.

Die Effizienz: Respektabler ID.Buzz-Verbrauch

20,7 kWh Strom soll der ID.Buzz Cargo laut WLTP je 100 Kilometer verbrauchen. Auf unserer Verbrauchsrunde sind wir sogar mit nur 19,9 kWh ausgekommen. Insgesamt – mit vielen und überwiegenden Autobahn-Etappen – kamen wir auf 24,7 kWh. Zum Vergleich: Der WLTP-Wert für reine Autobahn-Fahrten liegt bei 26,4 kWh, für die Landstraße bei 17,8 kWh. 420 Kilometer beträgt die Reichweite des ID.Buzz Cargo laut WLTP, ausgehend von unseren Verbrauchswerten und Erfahrungen halten wir 350 Kilometer für realistisch.

Aber auch bei leerem Akku – Stichwort Ladeverhalten – enttäuscht der ID.Buzz unsere realistischen Erwartungen nicht. Schnell lädt der Transporter mit maximal 170 kW. Mit fast leerem Akku (13 Prozent) haben wir diesen Wert laut Anzeige am Ladepunkt sogar einmal um 10 kW übertroffen. Das war allerdings nicht die Regel, wer – wenn der Akku noch keine 80 Prozent Füllstand aufweist – mit einem Wert zwischen 100 und 150 kW rechnet, wird meistens nicht enttäuscht. Allerdings: Es kam auch vor, dass die Ladeleistung maximal um die 70 kW pendelte.

Was gibt´s fürs Geld? 

Typisch MEB ist der ID.Buzz Cargo, aber generell auch ganz typisch VW. Das zeigt sich auch in der Serienausstattung, die ist für den Preis (ab 47.135 Euro) nämlich nicht besonders üppig. Gut, ein Transporter muss in der Basis kein Hightech-Gerät sein, aber in einem Elektroauto erwarten wir zumindest ein serienmäßiges Navi. Gibt´s im ID.Buzz Cargo aber nur gegen Aufpreis. Dazu gleich mehr.

Beginnen wir zunächst mit dem Serienumfang. LED-Licht, Multifunktionslenkrad, Notbremsassistent, die Beifahrer-Doppelsitzbank, Holzboden im Laderaum, die Trennwand ohne Fenster, Einparksensoren vorn und hinten, Einzonen-Klimaautomatik, Radio und 10-Zoll-Touchscreen und eine Navi-Vorbereitung bringt der ID.Buzz Cargo immer mit.

Viele Laderaum-Individualisierungen haben wir ja bereits vorgestellt. Wie man sich den Laderaum anpasst (für den ID.Buzz Cargo sind übrigens Ausbauten von Bott, Sortimo, Würth und Co. erhältlich), ist immer eine Frage des Einsatzzwecks. Auch eine Anhängerkupplung ist für 825 Euro zu haben, maximal eine Tonne kann der ID.Buzz Cargo an den Haken nehmen. Ob man allerdings heute einen Elektro-Transporter wählt, wenn man viel an den Haken nimmt, hängt wohl doch sehr vom Fahrprofil ab.

Ganz allgemein würden wir beim Elektro-Transporter das Kreuz bei folgenden Optionen machen:

  • den Seiten- und Kopfairbags (113 Euro)
  • der 12 Volt Betriebsspannung und der 230-Volt-Steckdose unter dem Beifahrersitz (345 Euro)
  • dem kleinen Fahrerassistent-Paket (885 Euro)
  • der Rückfahrkamera (290 Euro)
  • der Ausweichunterstützung und dem Abbiegeassistenten (134 Euro)
  • dem Verkehrszeichen-Assistenten (290 Euro)
  • der Zweizonen-Klimaautomatik (295 Euro)
  • den Hartfaserplatten zur Laderaumverkleidung (67 Euro)
  • dem Regensensor (119 Euro)
  • Apple Carplay und Android Auto (200 Euro)
  • dem kabellosen Smartphone-Laden (ab 180 Euro)
  • dem Navigationssystem (670 Euro)
  • der Sprachbedienung (195 Euro)
  • den beheizten Scheibenwaschdüsen (46 Euro)
  • den Armlehnen vorn (88 Euro)
  • der Sitzheizung vorn (340 Euro) sowie
  • den Verzurrschienen in ihren verschiedenen Ausprägungen (45 bis 350 Euro).

Eine lange Optionsliste also, VW spendiert dem ID.Buzz serienmäßig nicht mal Selbstverständlichkeiten wir einen Regensensor.

Fazit: VW ID.Buzz Cargo

Wer einen modischen und praktischen Elektro-Transporter sucht, der ist beim VW ID.Buzz Cargo richtig. Allerdings, der Chic hat seinen Preis. Der ID.Buzz Cargo ist nicht nur deutlich teurer als vergleichbare Wettbewerber, sondern serienmäßig auch nicht besonders gut ausgestattet.

Der VW ID.Buzz Cargo in der Kurzkritik:

Plus:

  • Wendiger Transporter
  • Effizienter Antrieb
  • Praxistaugliche Schnellladeleistung

Minus:

  • Keine asphärischen Außenspiegel
  • Magere Serienausstattung
  • Unausgewogenes Fahrwerk bei (schnellen) Querfugen

 Technische Daten VW ID.Buzz Cargo:

  • Mittelgroßer Transporter, Kastenwagen mit fünf Türen (Testwagen: Heckklappe)
  • Länge/Breite/Höhe: 4.712/1.985/1.932 mm
  • Antrieb: Hinterradantrieb mit Eingang-Automatik
  • Motor: Permanenterregter Synchron-Elektromotor
  • Leistung: 150 kW (204 PS)
  • Max. Drehmoment Elektromotor: 310 Nm
  • Rein elektrische Reichweite (WLTP): 420 km
  • Kapazität Lithium-Ionen-Batterie (netto/brutto): 77 kWh/k. A.
  • Ladeleistung (AC/DC): 11/170 kW
  • Ladedauer AC (0 – 100 %): 7:30 h
  • Ladedauer DC (5 – 80 %): 0:30 h
  • Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: k. A.
  • Norm-Verbrauch (WLTP): 20,7 kWh
  • Testverbrauch: 19,9 kWh
  • CO2-Emission (WLTP): 0 g/km
  • Laderaumvolumen: 3.900 l
  • Laderaumbreite zwischen den Radkästen: 1.230 mm
  • Laderaumlänge: 2.208 mm (Heckflügeltüren: 2.232 mm)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3.000 kg
  • Maximale Zuladung: 638 kg
  • Zulässige Anhängelast ungebremst/gebremst: 750/1.000 kg
  • Stützlast/Dachlast: 75/100 kg
  • Grundpreis Testwagen netto: 47.135 Euro
  • Stand: Januar 2024

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