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Moderner Hallenbau

„30 bis 40 Prozent Einsparung“

Lagerhallen und Werkstatträume haben oft einen hohen Energieverbrauch. Doch mit der richtigen Technik und guter Planung lässt sich bares Geld sparen.

 - Wer vor einem Neubau steht, kann auf die Hilfe von Fachleuten zurückgreifen.
Wer vor einem Neubau steht, kann auf die Hilfe von Fachleuten zurückgreifen.
B. Wylezich – fotolia.de

Heizsysteme, die Beleuchtung und das Gebäude an sich – es gibt viele Punkte, in denen die Energieeffizienz einer Halle verbessert werden kann. Doch ganz oben auf der Agenda steht laut Energieberater Dr. Frank-Peter Ahlers von der Handwerkskammer Hannover ein ganz anderer Punkt: die Arbeitsabläufe. „Entscheidend ist die Produktion, die muss effizient sein. Und dann guckt man, wo Energie eingespart werden kann.“ Er vergleicht es mit einer Jacke: „Die kauft man sich ja auch nicht eine Nummer kleiner, um sich selbst anschließend runterzuhungern.“

Produktionsabläufe notieren
Die optimale Energienutzung folgt laut Ahlers der optimalen Produktion und nicht umgekehrt. Um die Arbeitsabläufe möglichst effizient zu gestalten, empfiehlt der Fachmann, auf dem Papier aufzuzeichnen, wie die Halle später aussehen soll. Ziel ist es, die Arbeitsprozesse zu visualisieren, zu optimieren und zu notieren, welche Maschinen welche Anforderungen mit sich bringen, wie zum Beispiel besondere Lüftungsansprüche. Sind die Produktionsabläufe dann auf Papier festgehalten, ergibt sich die Anordnung der Maschinen praktisch von selbst. Auf dieser Grundlage kann dann ein Fachplaner beginnen, die Energieeffizienz zu steigern, schildert Ahlers.

30 bis 40 Prozent können gespart werden, erklärt der Fachplaner auf Seite 2.

 - Wer bei der Planung neue Betriebsgebäude richtig konzipiert, kann später viel Geld sparen.
Wer bei der Planung neue Betriebsgebäude richtig konzipiert, kann später viel Geld sparen.
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Der Fachmann erklärt

„Allein bei der Heizung können 30 bis 40 Prozent gespart werden“, erklärt Peter Schmidt vom Planungsbüro Schmidt in Wennigsen die Vorteile des energieeffizienten Bauens. „Ziel ist die Nutzung einer Strahlungsheizung, keiner Luftheizung“, sagt der Diplomingenieur. Warme Luft steigt bekanntlich nach oben – in Hallen, die gewöhnlich eine hohe Decke haben, wäre das verschwendete Energie. Strahlungsheizungen haben den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht die Luft erwärmen. Sie wirken lediglich auf den bestrahlten Oberflächen und heizen dadurch sehr gezielt. Auch bei der Lüftung lässt sich Energie sparen. Mit CO2-Sensoren zum Beispiel arbeitet die Lüftung bedarfsorientiert, laut Schmidt ist das heutzutage Standard.

Potenziale nutzen
Am häufigsten besteht Verbesserungsbedarf laut dem Experten allerdings beim Erzeugen von Druckluft. Dabei wird unglaublich viel Wärme generiert, wovon in vielen Betrieben ein Großteil ungenutzt verloren geht. Durch Wärmerückgewinnung kann man diesen Effekt reduzieren, stellt der Fachmann klar. Zum Teil sind auch mangelhafte Geräte dafür verantwortlich, dass Druckluft nicht optimal genutzt wird. „Ich empfehle, alle Leckagen zu beseitigen. Oft hört man dieses typische Pfeifen in Hallen, das sollte nicht existieren“, rät Schmidt.

Jede Halle stellt ihre eigenen Anforderungen. Seite 3.

Möglichkeiten erkennen

Neben den genannten Beispielen gibt es noch etliche weitere Maßnahmen, um Energie einzusparen: Wärmedämmende Bodenplatten, die Einwirkung von Sonnenlicht, die genutzten Baustoffe, eine luftdichte Gebäudehülle und Regenwassernutzung sind nur einige Beispiele aus einer großen Bandbreite. Dementsprechend gäbe es auch keine universelle Gesamtlösung, die für alle Hallen gleichermaßen gelte, sind sich die Experten einig. Zu unterschiedlich und speziell sind die jeweiligen Anforderungen.

Planung ist alles
Im Zweifelsfall lohnt es sich also, einen Experten zu Rate zu ziehen und zu ermitteln, welche Maßnahmen sich letzten Endes tatsächlich rechnen und welche vielleicht mehr Ressourcen verbrauchen, als am Ende gespart werden. Als Ansprechpartner hierfür eignen sich zum Beispiel die Handwerkskammern.

(mw)

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