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Innere Kündigung

Der Chef als Motivationskiller

Was läuft verkehrt? Während Ihre Produkte Preise gewinnen, hängt im Betrieb der Haussegen schief.

Was läuft verkehrt? Während Ihre Produkte Preise gewinnen, hängt im Betrieb der Haussegen schief.

Hoher Krankenstand, Personalfluktuation und obendrein noch Mobbing unter den Mitarbeitern. Eine Studie des Marktforschungsinsituts Gallup stellt klar: Dies ist kein Einzelfall. Neun von zehn Mitarbeitern verspüren in Deutschland keine Bindung an ihr Unternehmen mehr. 70 Prozent machen lediglich Dienst nach Vorschrift, 18 Prozent haben zu ihrem Job überhaupt keine emotionale Bindung, so die Gallup-Erkenntnisse.

"Beim Verzicht auf Eigeninitiative und Engagement haben wir es mit dem Phänomen der inneren Kündigung zu tun", erklärt Gallup-Research-Director Marco Nink. Ursache der aktuellen Entwicklung seien mangelnde Führungsqualitäten der Vorgesetzten und nicht etwa Faulheit oder Bequemlichkeit der Mitarbeiter, betont der Wissenschaftler. Der Gallup-Studie zufolge beklagen Arbeitnehmer unter anderem, dass es seitens der Vorgesetzten an Lob und Anerkennung für gute Arbeit mangele und die persönliche Entwicklung nur unzureichend gefördert werde.

"Fachkompetenz nützt wenig, wenn sie nicht mit Führungskompetenz einhergeht". Johanne Boekhoff muss es wissen. Sie leitet seit Jahren Personalführungsseminare bei der Handwerkskammer Oldenburg und bescheinigt Handwerksmeistern gerade im Bereich der Gesprächsführung eine Menge Nachholbedarf.

Defizite bei den Vorgesetzten sieht auch Wolfgang Cramer, Geschäftsführer des Gifhorner Netzwerks Unternehmensberatung. "Jeder neue Mitarbeiter fängt in aller Regel mit einer Eigenmotivation von 100 Prozent an. Leider verstehen es nur wenige Vorgesetzte, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die hohe Einstiegsmotivation erhalten bleibt". Ein erster Schritt sei der Verzicht auf alle demotivierenden Faktoren:

starke persönliche Distanz

mangelndes Vertrauen

Besserwisserei

fehlende Delegationsbereitschaft

zu wenig Anerkennung für Leistungen

ein unzureichend ausgestatteter Arbeitsplatz

fehlende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Mitbestimmung

"Eigentlich sind die Ausgangsbedingungen für ein gutes Arbeitsklima im Handwerk gar nicht so schlecht", weiß Peter Parnicke, Betriebsberater bei der Handwerkskammer Oldenburg. "Vor allem die kleinen Betriebsgrößen sorgen für eine familiäre Arbeitsatmosphäre. Von Nachteil sind jedoch die fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten im Vergleich zur Industrie". Parnicke empfiehlt daher, herausragende Gesellen rechtzeitig durch die Übertragung kleinerer Unternehmensanteile an das Unternehmen zu binden.

Weitere Argumente für die Gestaltung eines guten Arbeitsklimas liefert die Gallup-Studie: Zufriedene Mitarbeiter sind weniger häufig krank und scheuen sich nicht, die eigenen Produkte, weiter zu empfehlen. Motivation genug für einen Motivierungsversuch?

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