Mitarbeiter sollten vorab prüfen, ob sie die nötige Technik installieren dürfen.
Foto: RioPatuca - stock.adobe.com

Fuhrpark

Diese Steuervorteile gibt es für E-Mobilität & Co

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben die Qual der Mobilitätswahl. Aber wie betrachtet eigentlich der Fiskus die verschiedenen Mobilitätslösungen?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Hybridfahrzeuge verfügen über einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor. Damit gelten sie nicht als Elektrofahrzeug und werden steuerlich nicht begünstigt.
  • Die Bundesregierung hat die Förderung für Elektromobilität bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.
  • Bei der Dienstlichen Nutzung eines Fahrrads muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nach den Arbeitsschutzvorschriften ein- und unterweisen.
  • Die Steuerbefreiung gilt für erstmalige Fahrradüberlassungen bis zum 31. Dezember 2021.
  • Der dem Arbeitnehmer gewährte Vorteil darf nicht in Form einer Gehaltsumwandlung zur Verfügung gestellt werden.

Die Politik unternimmt viel, damit neue Formen der Mobilität endlich in Schwung kommen und auch in gewerbliche Fuhrparks Einzug halten. Bei der Vielzahl von neuen Möglichkeiten, die Arbeitnehmern von ihrem Arbeitgeber gewährt werden können, ist es manchmal aber schwierig, die Übersicht zu behalten.

Viele Unternehmen setzen sich derzeit intensiv mit Fragen zur Elektromobilität auseinander. Was sind die Vorteile? Sind die Reichweiten überhaupt für eine dienstliche Nutzung geschaffen? Und wie sollte man sich mit Blick auf die Lademöglichkeiten und die damit verbundenen Risiken am besten aufstellen? Das sind nur einige Fragen, die Fuhrparkleiter umtreiben.

Für angenehme Arbeitsstunden: Auf dem Lastenrad zum Kunden

Handwerk und Radfahren – passt das zusammen? Wir haben zwei Handwerker getroffen, die den Umstieg aufs Lastenrad gewagt haben. Und es genießen.
Artikel lesen >

Steuererleichterungen

Das Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) sieht spezielle Regelungen für reine Elektrofahrzeuge vor. So sind diese nach § 3d KraftStG für einen befristeten Zeitraum von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Die Steuerbefreiung wird für einen Zeitraum von zehn Jahren bei einer Erstzulassung des Elektrofahrzeugs zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 gewährt. Danach ermäßigt sich die zu zahlende Steuer um 50 Prozent (§ 9 Abs. 2 KraftStG).

Elektrofahrzeuge im Sinne des Kraftfahrzeugsteuergesetzes sind Fahrzeuge, welche ausschließlich mit Elektromotoren angetrieben werden, die ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern (Batterien) oder aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern (wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen) gespeist werden. Hybridfahrzeuge, die neben einem Elektromotor auch durch einen Verbrennungsmotor angetrieben werden, gelten hingegen nicht als Elektrofahrzeuge im Sinne des Kraftfahrzeugsteuergesetzes. Diese Fahrzeuge sind nicht steuerbegünstigt. Ebenfalls nicht steuerbefreit sind Elektrofahrzeuge, die mit einem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer ausgestattet sind (sogenannte Range-Extender-Fahrzeuge).

Hybridfahrzeuge gelten nicht als Elektrofahrzeug und werden steuerlich nicht begünstigt.

Foto: Ford

Regeln für den Bonus

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt einen Umweltbonus in Höhe von 2.000 Euro für ein reines Batterieelektrofahrzeug oder ein Brennstoffzellenfahrzeug, sofern keine lokale CO2-Emission vom Fahrzeug ausgeht. Für ein von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug mit weniger als 50 Gramm CO2-Emission pro Kilometer beträgt der Umweltbonus 1.500 Euro.

Diese Förderung erfolgt jedoch nur dann, wenn der Automobilhersteller mindestens den gleichen Anteil vom Netto-Listenpreis des Basismodells (BAFA-Listenpreis) als Nachlass gewährt. Der Netto-Listenpreis des Basismodells darf dabei 60.000 Euro netto nicht überschreiten. Damit steigt der Umweltbonus auf 4.000 beziehungsweise 3.000 Euro.

Eigentlich sollte dieser finanzielle Anreiz Ende Juni 2019 auslaufen. Die Bundesregierung hat aber jüngst entschieden, das Programm bis zum 31. Dezember 2020 fortzuführen, sofern der Prämien-Topf in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro nicht bereits vorher aufgebraucht ist. Davon ist allerdings nicht auszugehen.

Halber Listenpreis

Der halbe Listenpreis ist bei einer Anschaffung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen für die Versteuerung des geldwerten Vorteils anzurechnen. Das regelt der § 6 Absatz 1 Nummer 4 des EStG. Grundlage ist die Anschaffung des Fahrzeugs zwischen dem 31. Dezember 2018 und dem 1. Januar 2022. Anwendung findet die Regelung für Fahrzeuge, die ausschließlich durch Elektromotoren, die ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern oder aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern gespeist werden (Elektrofahrzeuge), oder für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge. Einschränkungen gibt es aber bei Hybridelektrofahrzeugen: So müssen diese Fahrzeuge die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 Elektromobilitätsgesetz erfüllen. Danach darf das Fahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer aufweisen oder die Reichweite muss unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer betragen. Für die Berechnung des Bruttolistenpreises ist wie auch bei konventionell betriebenen Kraftfahrzeugen vom Zeitpunkt der Erstzulassung auszugehen. Sonderausstattungen, die erst nachträglich erworben werden, sind dabei nicht zu berücksichtigen.

Bestellt sich etwa ein Elektrodienstwagennutzer nachträglich ein Navigationssystem für die Urlaubsreise in Form eines kostenpflichtigen Softwareupdates beim Fahrzeughersteller, berührt das den Bruttolistenpreis nicht.

Fahrzeuge, die zum Beispiel bereits 2018 angeschafft und zugelassen wurden, profitieren ebenfalls von einem verringerten Listenpreis. Hier werden die enthaltenen Kosten des Batteriesystems zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Kraftfahrzeugs gemindert. Für 2018 zugelassene Fahrzeuge beträgt die Minderung 250 Euro pro Kilowattstunde der Batteriekapazität, höchstens aber 7.500 Euro.

Die Vergünstigungen zur Berechnung des geldwerten Vorteils gelten übrigens auch, wenn die Versteuerung über die Individualmethode mittels eines Fahrtenbuchs erfolgt.

-Anzeige-

Förderung für E-Dienstwagen

Steuervorteil für Hybrid- und Elektro-Dienstwagen ab 2019

Die Kosten für die private Nutzung neu angeschaffter Elektro-Dienstwagen werden ab 2019 halbiert.

Fuhrpark

Elektro-Nutzfahrzeuge 2018: Lust auf Zukunft?

Immer mehr namhafte Hersteller bieten recht alltagstaugliche Nutzfahrzeuge mit Elektromotor für das Handwerk an. Preise: erschwinglich. Eine Marktübersicht.

Personalführung

Mehr Netto vom Brutto: 8 steuerfreie Gehaltsextras

Sie wollen Ihren Mitarbeitern mehr bieten? Mit diesen acht steuer- und sozialabgabenfreien Extras füttern Sie die Löhne an. Die Rechnung geht garantiert auf: wenig Verwaltungsaufwand, große Wirkung.

Alternative Antriebe

Elektro-Mobilität: Eine Sache der Planung

Unternehmen, die auf E-Mobilität umstellen wollen, stehen vor einigen Herausforderungen. Hier bekommen Chefs Antworten auf die wichtigsten Fragen.