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Prozessieren oder taktieren?

Erfolgreich verhandeln mit dem Finanzamt

Was tun, wenn der Fiskus Ihre Betriebsausgaben nicht anerkennt? Mit dieser Taktik können Handwerker die meisten Probleme schnell und kostengünstig klären.

Inhaltsverzeichnis

Sind Sie mit einer Entscheidung des Finanzamtes nicht zufrieden, dann ist ein Einspruch das erste Mittel. Nicht nur, weil ein Einspruch durch den Steuerberater vergleichsweise kostengünstig ist. Bei guter Vorbereitung sei auch die Chance auf Erfolg relativ hoch, betont André Strunz von der Ecovis Steuerberatung in Hannover. „Es kommt darauf an, einen Sachverhalt richtig darzustellen und aufzuzeigen, dass er der steuerlichen Rechtslage entspricht“, sagt der Experte.

1. Einspruch vorbereiten: Oft hilft ein Anruf!

In einfachen Fällen genüge dazu ein Schreiben und der Hinweis auf entsprechende Urteile. Bei schwierigen Sachverhalten sollte das Schreiben hingegen in einem Gespräch mit dem Finanzbeamten vorbereitet werden.

So ein Anruf erfordere ein wenig Fingerspitzengefühl: „Eigentlich kündigen wir den Einspruch dann schon mal an, schildern den Sachverhalt und begründen ihn steuerrechtlich – und fragen nach, was wir an Unterlagen vorlegen müssten, damit der Finanzbeamte sich überzeugen lässt“, erklärt Strunz.

Das Ziel der ganzen Aktion: „Wir klären schon im Vorfeld alles ab, was der Finanzbeamte benötigt, um seinen Ermessensspielraum in unserem Sinn zu nutzen.“ Hinzu kommt der psychologische Vorteil: In den Finanzämtern herrscht Zeitdruck – da macht ein gut vorbereiteter Einspruch mit den richtigen Unterlagen die Entscheidung deutlich leichter. „Es kommt nur darauf an, den eigenen Sachverhalt darzustellen und die notwendigen Informationen zu liefern, damit er für das Finanzamt zur Rechtslage passt“, sagt Strunz. „Das ist viel besser, als den Beamten mit Urteilen vollzutexten und so erst die Suche nach anderen Urteilen zu provozieren, die gegen uns sprechen könnten.“

2. Einspruch absichern: schriftlich zur eigenen Sicherheit

Ganz verzichten sollten Steuerzahler auf den schriftlichen Einspruch allerdings nicht, warnt der Experte. „Der schriftliche Einspruch schafft Rechtssicherheit“, betont Strunz. Immerhin könne es auch mal passieren, dass ausgerechnet der Beamte krank wird, der gerade am Telefon sein Einverständnis erklärt hat.

Bleibt der Fall länger als vier Wochen unbearbeitet, ist die Einspruchsfrist abgelaufen und der unerwünschte Bescheid rechtskräftig. Dagegen schützt nur der schriftliche Einspruch. Und wenn der Einspruch nichts bringt, dann steht ja immer noch der Klageweg offen.

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