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Brandgefährlich

Feuer: Mutige Mitarbeiter in Gefahr

Ein Funke schlägt über, der Dachstuhl brennt. Jetzt ist es naheliegend, dass Sie oder Ihre Mitarbeiter das Feuer löschen. In der Praxis kann das eine ganz schlechte Idee sein. Ein aktuelles Beispiel.

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Schon von Weitem schlägt den Einsatzkräften beißender Rauch entgegen. Als sie das Haus in Stolberg (nahe Aachen) erreichen, brennt der Dachstuhl lichterloh. Die Hausbewohner haben das Gebäude rechtzeitig verlassen. Aber: Einer der Handwerker steht noch oben auf dem Dach und will das Feuer löschen. "Ein gefahrloser Rückzug über den Dachboden ist bereits nicht mehr möglich", schreibt die Aachener Zeitung. Die Feuerwehrleute müssen den Mann mit der Drehleiter vom Dach holen.

Offenbar war bei Schweißarbeiten auf dem Dach ein Funke übergeschlagen. Weil er das Feuer unter Kontrolle bringen wollte, zog sich der Handwerker Brandverletzungen an den Armen zu. Der Versuch: nachvollziehbar. Das Risiko: unkalkulierbar. Denn: Innerhalb von Augenblicken kann die Situation völlig aus dem Ruder laufen. Teile des Daches können wegbrechen, die Rauchentwicklung kann so stark werden, dass akute Lebensgefahr besteht.

Der Brand in Stolberg ist beileibe kein Einzelfall: Schon für die oberflächliche Suche mit den Begriffen "Feuer" und "Dachstuhl" spuckt Google zahlreiche aktuelle Nachrichten aus, in denen Betriebe eine Rolle spielen. Drei weitere Beispiele aus den vergangenen Wochen:

Weil Schweißarbeiten in der Nähe von Dachkonstruktionen eine besonders hohe Brandgefahr darstellen, ist das Thema auch Inhalt zahlreicher Fachseminare der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Darüber hinaus hat die BG BAU verschiedene Info-Materialien zusammengestellt. Der Film "Brandgefährliche Arbeiten" dauert 20 Minuten und wird den BG-BAU-Mitgliedsbetrieben kostenlos bereitgestellt.

"Wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter für einen Auftrag anleitet, muss er auch das Verhalten im Brandfall berücksichtigen. Feuerlöscher sind nur für den Einsatz bei Entstehungsbränden vorgesehen. Wenn der Dachstuhl erst einmal brennt, geht es natürlich nur noch um Personenrettung", sagt der stellvertretende Leiter der Abteilung Prävention der BG BAU, Frank Werner.

"Wenn ein Dachstuhl brennt, machen Sie nichts mehr, das geht ruck, zuck", verdeutlicht auch ein Feuerwehrmann in der Aachener Zeitung. Ein Kollege des Handwerkers, den die Feuerwehr vom Dach holen musste, blickt wiederum "fassungslos" auf die Flammen, die durch das Dach schlagen. Die Aachener Zeitung zitiert ihn so: "Um Himmelswillen! Das darf nicht wahr sein."
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(sfk)

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Feuer

Die Horrornacht von Wismar

Beißender Qualm reißt den Chef aus dem Schlaf, sein Haus und seine Werkstatt stehen in Flammen. Ein Handwerksmeister in Wismar hat diesen Albtraum jetzt erlebt. Kein Einzelschicksal, das zeigt schon eine kurze Recherche.

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Böses Erwachen

Osterfeuer zerstört Zimmereigebäude

Für diesen Handwerksbetrieb nahm der beliebte Osterbrauch kein gutes Ende. Schadensbilanz des schweren Brandes durch ein Osterfeuer: 140.000 Euro.

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Panorama

Bauherr lässt Minijobber aufs Dach: 680.000 Euro Schaden

Auch erfahrene Bauhelfer ersetzen keinen Fachbetrieb. Den Beweis liefert ein verunglückter Dachdecker-Versuch, der im Großbrand endete.

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Brandschutz

Sparen durch Vorsorge

Wer eine Betriebsunterbrechungsversicherung abschließen will, muß mit strengen Anforderungen an die betriebliche Sicherheit rechnen. Zunehmend mehr Betriebe, vor allem die holzverarbeitenden, gelten als schwer versicherbar. Das bedeutet: Immer häufiger haben die Risikoprüfer der Versicherer am Brandschutz einiges auszusetzen. Rüstet der Kunde innerhalb der gesetzten Frist nicht entsprechend nach, wird der Versicherungsantrag zurückgewiesen. Wichtig: Während der Nachrüstphase genießt der Betrieb oftmals keinen Versicherungsschutz.

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