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Schräge Kundschaft

Handwerkerhasser - ein typischer Kunde?

Handwerker als Hassobjekt? Unglaublich, aber wahr: Es gibt tatsächlich einen selbst ernannten "Handwerkerhasser" im Internet. In einem Blog schreibt er sich den Frust von der Seele. Schön ist das nicht - aber vielleicht ein Lehrstück, wie manche Kunden ticken.

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Handwerkerhasser? Könnte ja ganz lustig sein. Gab es nicht schon vor Jahren Cartoons für Katzen-, Hunde- und Kinderhasser? Doch wer sich im Handwerkerhasser-Blog umsieht, dem bleibt das Lachen schnell im Hals stecken. Für ihn sind Handwerker regelmäßig "dämlich" und/oder "raffgierig".

Drei Beispiele:

1. Schwarz ist ihm noch zu teuer!
Das sind schon seltsame Geschichten, die der Handwerkerhasser da zum Besten gibt.

Zum Beispiel die von der gemeinsamen Heizungswartung in der Nachbarschaft. 7 Thermen, 4 Stunden Arbeit, offiziell 53,55 Euro pro Therme. Schwarz kassiert der Klempner immer noch 300 Euro. Das ärgert den Handwerkerhasser: "Ein Tagessatz von mehr als 600,00 Euro. Schwarz. Leichte Arbeit." Weil dem Handwerkerhasser "schwarz" nicht billig genug ist, lässt er sich dann doch eine Rechnung schicken - die er erst zwei Wochen später bezahlt. Soll woll so eine Art Rache sein?

Ist jedenfalls beim Handwerkerhasser kein Ausrutscher. Schwarzarbeit ist hier ein großes Thema. Vor allem, weil die Handwerker seiner Ansicht nach nicht richtig rechnen und schwarz einfach weiter mit dem Preis runter müssten.

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2. Sicherheit ist ihm wichtig - die Kosten sind ihm wichtiger!

Schön auch die Geschichte vom Dachdecker, der ungesichert arbeitet: Bei dem denkt der Handwerkerhasse nicht sofort an sein Geld: "Ich hoffe inständig, dass er nicht hier, sondern irgendwo anders fällt. Sein Bruder erzählt treuherzig, dass er schon zweimal gefallen ist ... Ich hoffe nochmals, dass er nicht gerade hier fällt. Schwarz, unversichert."

3. Ohne ständige Kontrollen geht nichts! Die Erfahrung scheint den Handwerkerhasser eines zu lehren: Er muss ständig danebenstehen und kontrollieren. Wie zum Beispiel die Klempner, die beim Handwerkerhasser offenbar grundsätzlich nur zu zweit auftauchen, von denen aber einer immer nur herumsteht und Material anreicht, während der andere arbeitet.

Nächste Seite: "Bei jedem Angebot wird der Preis höher" - klingt doch irgendwie lustig!

4. Der Handwerkerhasser muss bluten!


Was hasst der Handwerkerhasser fast ebenso wie Kosten? Die Warterei auf die unzuverlässigen Schwarzarbeiter. Was hasst er noch mehr? Wenn es mal nicht schwarz geht: noch teurer und noch mehr Warterei.

Ein Beispiel: Eine neue Fassade ist fällig,"Der erste Schock sind die Angebote: unter 25.000 geht da gar nichts." Doch es kommt noch schlimmer: "Mit jedem Angebot wird der Preis höher, deswegen höre ich beim fünften mit inzwischen 30.000 Euro Volumen auf und nehme den ersten."

Klingt für uns irgendwie nach einer abgekarteten Sache. Wahrscheinlich ist der Handwerkerhasser in seiner Gegend bestens bekannt! Und wenn er schon mal einen Auftrag vergibt, dann soll er wenigstens richtig bluten - ist natürlich nur so eine Vermutung.

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5. Handwerkerhasser in Beweisnot

Wie weist man einem Handwerker Fehler nach? Schwierig ohne Beweise und ohne die Möglichkeit, vor Gericht zu gehen.

Ob dem Handwerkerhasser das wohl klar ist? Jedenfalls hat er - völlig untypisch für diesen ausgewiesenen "Handwerksexperten" - einen Trockenbauer an seine Heizkörper gelassen, der sie neu lackieren sollte. Nur hat er diesmal vergessen, den Handwerker zu beaufsichtigen. Eine weitere Fehlentscheidung des Handwerkerhassers, der bekommt, was er verdient: jede Menge Farbbläschen. Das ist besonders ärgerlich, weil der Trockenbauer-Lackierer den Fehler nicht eingestehen will. Handwerkerhassers Erkenntnis: "Ich habe keine Chance, da ich natürlich keine entlarvenden Fotos des vor-handwerkerischen Zustands angefertigt hatte." Wozu auch - zu klagen ist bei Schwarzarbeit eh nicht so einfach!

Oder liegt es vielleicht doch am Kunden?
Ob das wirklich echte Erfahrungsberichte sind? Der Handwerkerhasser spricht von Erfindungen, Satire und Ironie. Ob das wirklich alles ist? Oder sichert sich da jemand gegenüber Finanzamt und Handwerkskammern ab? Glauben wir ihm mal, dann stellt sich eine andere Frage: Wie dämlich kann so ein "ausgedachter" Kunde eigentlich sein? Sollte nicht sogar der irgendwann mal etwas aus dem ständigen Ärger mit Schwarzarbeitern lernen?

Oder ist das alles nur ein echt hinterhältiger Marketing-Trick? Ist das vielleicht Teil der Imagekampagne des Handwerks? Will da jemand auf sehr verquere Weise den gelernten Akademiker unter den Handwerkerkunden etwas beibringen? Zum Beispiel, dass Schwarzarbeiter keineswegs "genauso gut, aber billiger" sind wie Meisterbetriebe?

Weitere Infos zum Thema "Kunden, Handwerker und Schwarzarbeiter":

(jw)

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