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Internet

Mit der Betriebsbörse zur Übergabe

Schnell, tagesaktuell und mit geprüften Angeboten, so präsentiert sich Change – die Betriebsbörse für Unternehmensnachfolge – im Internet. Beim Inserat kommt es auf die richtigen Informationen an: je präziser die Angaben, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Schnell, tagesaktuell und mit geprüften Angeboten, so präsentiert sich Change die Betriebsbörse für Unternehmensnachfolge im Internet. Beim Inserat kommt es auf die richtigen Informationen an: je präziser die Angaben, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Change-online ist die größte deutsche Betriebsbörse. Fast 7.400 Unternehmer bieten unter www.change-online.de aktuell ihre Betriebe zur Übernahme im Internet an. Fündig werden allerdings auch Unternehmer, die selbst aktiv einen Nachfolger suchen: Mehr als 3.300 potenzielle Existenzgründer stellen sich in eigenen Inseraten vor.

Das Angebot ist tagesaktuell. Das gibt es nur im Internet, sagt Change-Mitarbeiterin Kerstin Hantel. Fast 2.600 Betriebe, darunter 490 Handwerksunternehmen wurden von Change seit Anfang 1999 vermittelt. Die Zahl der Inserate betrug in dieser Zeit fast das Zehnfache ein Indiz, wie schwer die Betriebsnachfolge in der Praxis zu regeln ist.

Datenschutz wird zugesichert

Ein Inserat in Change kostet zwar kein Geld. Dennoch sollten sich Inserenten Zeit nehmen und ausführlich über den Inhalt ihrer Anzeige nachdenken. Viele Betriebe machen nur die Pflichtangaben, nämlich Branche und Standort, berichtet Kerstin Hantel. Schon bei der Angabe von Umsatz und Mitarbeiterzahl täten sich die meisten Unternehmer schwer.

Dabei bestehe kein Grund zur Sorge. Change achte streng auf den Datenschutz. Informationen über ein Unternehmen würden nur anonym im Internet veröffentlicht: Finde ein Leser ein Inserat interessant, so müsse er seine Anfrage an Change richten. Von dort aus werde der Inserent informiert. Alleine der Unternehmer entscheidet, ob er mit einem Interessenten Kontakt aufnimmt, betont Kerstin Hantel.

Informative Inserate verbessern die Chancen

Um so vorteilhafter sei es, schon im Inserat möglichst genaue Angaben zum Betrieb zu machen. Je mehr Infos jemand preisgibt, und je mehr Mühe er sich bei der Beschreibung des Unternehmens macht, desto größer sind die Erfolgschancen, versichert Betriebswirtin Hantel.

Wichtig seien nicht nur Informationen über Umsatz und Mitarbeiter, sondern auch zum Standort, zur Verkehrsanbindung und zur Kundenstruktur. Für hilfreich hält Hantel zudem Angaben zu den Erwartungen an den Nachfolger: Ist der Meistertitel zwingend erforderlich? Soll der neue Chef eingearbeitet werden oder gleich ins kalte Wasser springen? Nicht zuletzt sollten die Stärken des Unternehmens herausgearbeitet werden. Man macht ja Werbung für den eigenen Betrieb, sagt Hantel.

Auch Nachfolger müssen für sich werben

Was für die Unternehmer gilt, trifft gleichermaßen für die Nachfolger zu: Informative Inserate mit möglichst genauen Angaben zur Person (Alter, Qualifikation, Interessen, Stärken), Vorstellungen vom Betrieb und dem Ablauf der Übergabe verbessern die Vermittlungsaussichten. Denn auch ein Nachfolger muss hier für sich werben und den Unternehmer überzeugen.

Geprüfte Qualität durch Netzwerkpartner

So viele Informationen können die drei Mitarbeiter der Deutschen Ausgleichsbank, die Change betreuen, nicht alleine verarbeiten. Unterstützung erhalten sie von rund 700 Mitarbeitern ihrer so genannten Netzwerkpartner. Dazu zählen unter anderem die Genossenschaftsbanken, die Sparkassen und die Handwerkskammer. Diese Netzwerkpartner sind vor allem Ansprechpartner für die Inserenten. Will ein Unternehmer seinen Betrieb anbieten, so muss er sich zuvor für einen dieser Partner entscheiden, der dann das Inserat in der Betriebsbörse veröffentlicht und Angebote von Interessenten weiterleitet. Normalerweise wende sich ein Handwerksmeister seine Handwerkskammer oder an seine Hausbank, sofern es um eine Sparkasse oder um eine Volksbank handelt, berichtet Hantel.

Die Daten für das Inserat können im Internet eingegeben werden. Dabei wird ein Formular erstellt, doch hier ist erst einmal Schluss mit dem Internet. Das Formular wird ausgedruckt, unterschrieben und an einen Netzwerkpartner geschickt. Das dient der Qualitätskontrolle, erklärt Kerstin Hantel das etwas umständliche Verfahren. Nur so ließen sich zum Beispiel reine Immobilien- oder Maschinenangebote aus der Change-Datenbank fern halten. Ein Rechtsanspruch auf die Veröffentlichung eines Inserates besteht nach Hantels Angaben nicht.

Wer das Online-Formular unterschreibt, gibt zugleich sein Einverständnis, dass der Netzwerkpartner weitere Informationen anfordern kann. Das kann zum Beispiel ein Anforderungsprofil an den Nachfolger sein oder eine ausführlichere Unternehmensdarstellung, sagt Kerstin Hantel. Solche Unterlagen sollen dabei helfen, die Qualität der Vermittlung zu verbessern. Unternehmensgeheimnisse erfrage der Netzwerkpartner nicht. Und will der Unternehmer nicht antworten, lasse sich das auch nicht ändern.

Change in Zahlen: ein Drittel sind Handwerksbetriebe

Von 1999 bis zum Juli 2002 wurden in Change 35.000 Inserate aufgegeben. Zwei Drittel der Anzeigen stammen von Unternehmern, die Nachfolger suchen, ein Drittel wurde von Existenzgründern auf der Suche nach einem Betrieb aufgegeben. Rund ein Drittel aller Inserate kommt aus dem Handwerk.

In Change sind Betriebe aller Handwerksgruppen vertreten. Zurzeit sind vor allem die Elektro- und Metallhandwerke präsent: 922 Unternehmer suchen hier bundesweit einen Nachfolger. In den Gesundheits-, Körperpflege und Reinigungsgewerken finden sich fast 660 Angebote. Stark vertreten sind zudem die Bau- und Ausbaugewerke mit 430 Inseraten.

Angeboten werden in Change vor allem kleine und mittlere Unternehmen. So haben einer Bilanz des Jahres 2001 zufolge rund 80 Prozent der Betriebe zehn oder weniger Mitarbeiter. Angeboten wurden vor allem Firmen mit Jahresumsätzen zwischen 50.000 und 500.000 Euro (38 Prozent) und zwischen einer und fünf Millionen Euro (27 Prozent).

Weitere Informationen zu diesem Thema:

www.change-online.de

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