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Foto: handwerk.com

Abhörtechnik frei Haus

Windows 10 hört mit

Windows 10 ist ein neugieriger Begleiter. Er beobachtet Sie beim Schreiben, hört zu, wenn Sie reden und verfolgt Ihre Schritte im Netz. Außer Sie tun etwas dagegen. So geht’s.

Kostenfrei und hartnäckig
Windows 10 Upgrade

Das beste Windows aller Zeiten, preist Microsoft sein neues Betriebssystem. Und hat damit vielleicht gar nicht Unrecht. Das neue Betriebssystem bietet eine Reihe von nützlichen Funktionen. Das fängt damit an, dass Windows 10 konsequent Computer und mobile Endgeräte mit einer einheitlichen Arbeitsumgebung verbindet.

Zudem ist das neue Betriebssystem für Nutzer von Windows 7 oder 8 als Upgrade kostenlos nutzbar. (Wozu Microsoft seine Nutzer allerdings auch hartnäckig auffordert. Wer darauf verzichten will: So schaltet man diese Funktion ab)

Licht und Schatten
Doch Windows 10 hat auch dunkle Seiten. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt, dass die Software „den PC in eine Art private Abhöranlage verwandelt.“

Diese Abhörfunktionen sind automatisch eingeschaltet, wenn der Nutzer die bequeme „Expressinstallation“ wählt. Und in den 39 Seiten Datenschutzbestimmungen räumt sich Microsoft „sehr weitgehende Rechte ein, um zu sammeln, was Sie tun, sagen und schreiben, um mehr gezielte Werbung zu verkaufen oder Ihre Daten an Dritte zu veräußern“, kritisiert die Organisation European Digital Rights.

Wo sich die größten Wanzen verbergen und wie Sie sie deaktivieren, lesen Sie auf Seite 2.

Das sind die größten Wanzen

Drei Klicks weisen den Weg ...
Windows 10 Datenschutz Klick

Die gute Nachricht lautet: Auch nachträglich gestattet Windows es relativ komfortabel, die Abhörfunktionen zu deaktivieren. Zu den Datenschutzeinstellungen gelangt man über drei Klicks: Einen links unten in der Bildschirmecke auf das Windows-Symbol, dann auf Einstellungen und schließlich auf Datenschutz.

Hier lässt sich ein ganzes Bündel von Funktionen deaktivieren. Gleichzeitig bedeutet das für die Nutzer aber auch, dass sie auf manch nützliches Feature verzichten müssen, um Windows in die Schranken zu weisen.

Kennenlernfunktion: Die größte Wanze von Windows 10 hört auf den Namen Cortana. Sie ist die persönliche Assistentin für jeden Benutzer und sie ist so schlau wie sie neugierig ist. Cortana liest Ihre Handschrift, kann Sie hören und verstehen, kann mit Ihnen plaudern und funktioniert umso besser, je mehr sie über Sie weiß. Damit Cortana Sie verstehen lernt, wird jedes gesprochene Wort an die Server von Microsoft geschickt. „Mich Kennenlernen“ nennt das Microsoft. Das fordert viel Vertrauen, denn die Datenschutzrisiken sind erheblich.
Deaktivieren unter: Datenschutz - gt; Spracherkennung, Freihand und Eingabe

Auch wenn Cortanas Kennenlernfunktion deaktiviert wurde, ist das Geschöpf im Hintergrund noch aktiv, warnt die Verbraucherzentrale. Gänzlich ausknipsen lässt sie sich über einen zweiten Schritt. Dazu geben Sie im Suchfeld der Taskleiste Cortana ein, als Ergebnis erscheint der Eintrag „Cortana amp; Sucheinstellungen“, auf den Sie klicken, um ihn zu öffnen. Ein Klick auf das kleine Zahnrad links neben dem Cortana-Fenster öffnet das Einstellungsmenü der Assistentin. Hier können Sie ihr die Lichter ausknipsen.

Werbungs-IDs: Windows 10 teilt jedem Benutzer eines Gerätes eine unverwechselbare Werbe-ID zu. Unter ihr wird gespeichert, für welche Produkte Sie sich am Computer interessieren und was Sie sich auf Internetseiten ansehen. Die Daten können von Dritten genutzt werden, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen.
Deaktivieren unter: Datenschutz - gt; Allgemein

Was das Betriebssystem noch so aufzeichnet, erfahren Sie auf Seite 3.

Auf Schritt und Tritt verfolgt

Viele weitere Spionage-Funktionen sind vielen Nutzern bereits von Smartphones bekannt.

Position und Positionsverlauf: Windows 10 ermittelt fortlaufend den Standort seines Nutzers und speichert ihn ab. Beim stationären Desktop ist das unspektakulär, bei mobilen Windows-10-Geräten allerdings interessanter. Sie wissen nicht auf Anhieb, wo Sie sich am 13. Mai aufgehalten haben? Ihr Betriebssystems weiß es – und verschiedenste Apps auch. Zuständig für dieses Gedächtnis ist der Positionsverlauf.
Deaktivieren unter: Datenschutz - gt; Position

Kamera und Mikrofon: Nicht nur Cortana kann mithören. Auch andere Apps bekommen Ohren und Augen, wenn ihnen der Zugriff auf Mikrofon und Webcam gestattet wird.
Deaktivieren unter: Datenschutz - gt; Kamera / Mikrofon

Weitere Funktionen mit bedenklichen Zugriffserlaubnissen auf die persönlichen Daten hat die Verbraucherzentrale hier übersichtlich aufgelistet.

Zur Erinnerung: Alle genannten Funktionen sind bei der Expressinstallation automatisch aktiv. Und wofür Microsoft die gesammelten Daten verwendet, weiß letztlich nur der Konzern selbst. Daran ändert auch die Transparenzoffensive des Softwareriesen wenig, mit der er auf die Kritik an seiner Datenschutzpolitik reagiert hat.

Natürlich brauchen verschiedene Funktionen von Windows 10 eine gewisse Freiheit, was den Umgang mit Daten angeht, damit sie funktionieren können. Um das beste Verhältnis aus Nutzen und Datenschutz zu bekommen ist jeder Nutzer von Windows 10 gefragt, die Zugriffsrechte für alle installierten Apps individuell einzustellen. Nicht jede App muss und sollte in der Lage sein, den persönlichen Kalender oder die Kontakte einsehen zu können oder gar Schreibrechte für die Funktionen zu bekommen.

Sicherheitsfalle Update: Um sicherzugehen, dass sich die Datenschutzeinstellungen nicht selbstständig ändern, sollten die Einstellungen hin und wieder überprüft werden. Das letzte Windows-10-Update hatte beispielsweise – aufgrund eines Fehlers – die abgestellte Werbungs-ID kurzerhand wieder aktiviert.

Mehr zu Sicherheit und Datenschutz:

(deg)

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