Die Paneelsäge verfügt über eine Beleuchtung des Schnittbereichs. Sie wird mit Akku-Kraft und damit netzunabhängig betrieben.
Foto: HGH

Licht und Schatten

Paneelsäge XR Flexvolt von Dewalt im Praxistest

Zwei angehende Holztechniker haben der Akku-Säge XR Flexvolt von Dewalt auf den Zahn gefühlt. Entdeckt haben sie neben Positivem auch handfeste Kritikpunkte.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Kabellos: Dewalts neue Paneelsäge XR Flexvolt kommt ohne Kabel aus. Kraft zieht das Werkzeug aus 54 Volt starken Akku-Blöcken.
  • Robust: 17,2 Kilogramm bringt das Akku-Werkzeug auf die Waage. Das Gewicht ist dabei offenbar gut verteilt, denn beim Tragen wirkt sie nach Einschätzung der Tester leichter.
  • Kraftvoll: Materialien bis 85 mm Stärke und 305 mm Breite bewältigt die Säge problemlos. Dabei sind Gehrschnitte von jeweils 50° nach links und rechts sowie Gehrungsschnitte einseitig von 0° bis 48° möglich.
  • Flatterhaft: Das mitgelieferte Sägeblatt zeigt im Test eine axiale Rundlaufabweichung von einigen Millimetern. Dadurch beginnt das Sägeblatt beim Eindringen in das Material zu „flattern“, was zu einem unsauberen Schnitt führt.
  • Fazit: Das neue Werkzeug hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck bei den Testern.

Die akkubetriebene Säge XR Flexvolt von Dewalt ist für die beiden Tester Ruwen Dobronz und Daniel Wienholt von der Fachschule Holztechnik und Gestaltung Hildesheim (HGH) besonders interessant, weil gerade auf Baustellen Steckdosen häufig Mangelware sind. Was gleich gefällt: Die Akkus sind abwärtskompatibel und auch in bereits vorhandenen 18-Volt-Geräten problemlos verwendbar.

Der erste Eindruck der Maschine ist positiv. Die beiden Tester sind sich einig: „Sie wirkt robust, leistungsstark und beim Tragen weniger schwer als die tatsächlichen 17,2 Kilogramm. Die Säge bewältigt Materialien von 85 mm Stärke und 305 mm Breite, Gehrschnitte von jeweils 50° nach links und rechts sowie Gehrungsschnitte einseitig von 0° bis 48°.“

Dass die Akkus innerhalb einer Stunde vollständig aufgeladen waren, kam bei Dobronz und Wienholt ebenfalls gut an. Auch das integrierte Arbeitslicht in der Säge bewerten sie positiv, weil es den Arbeitsbereich gut ausleuchtet und den Schnitt markiert.

Schneller Start

Und der Motor? „Beim Einschalten beschleunigt der bürstenlose Motor die Maschine schnell auf die maximale Drehzahl“, lautet das Urteil. Werde die Maschine ausgeschaltet, stoppe das Sägeblatt innerhalb von ca. vier Sekunden und liege damit deutlich unter den von der BG vorgeschriebenen zehn Sekunden. Ein Wechsel des Sägeblattes ist nach Aussage der beiden Tischler unkompliziert und selbsterklärend. Sie stellen weiterhin fest: Die Winkeleinstellung am Maschinentisch ist leicht zu bedienen und verfügt über feste Rastpunkte für die in der Praxis gebräuchlichsten Winkel.

Flatterhaftes Sägeblatt

Beim Praxistest sind den beiden angehenden Technikern einige Defizite der Maschine aufgefallen. So zeigt das von Dewalt mitgelieferte Sägeblatt eine axiale Rundlaufabweichung von einigen Millimetern. Dadurch beginnt das Sägeblatt beim Eindringen in das Material zu „flattern“, was zu einem unsauberen Schnitt führt. Die Tischler testeten unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Querschnitten. „Je dicker und härter die Materialien wurden, desto mehr flatterte das Sägeblatt. Gerade bei Gehrungsschnitten erhielten wir trotz eingespanntem Werkstück ein miserables Schnittergebnis. Wir sind überzeugt, dass ein anderes Sägeblatt hier für eine deutliche Verbesserung sorgen könnte“, so das Urteil der Tester.

Dann rückt die Werkstückspannvorrichtung in den Fokus. „Der Haltedorn besitzt so viel Spiel in der Bohrung, dass der Ausleger sich beim Spannen verzieht. Dadurch wird das Werkstück selbst bei fest angedrehten Schrauben nicht immer zufriedenstellend gehalten“, kritisieren Wienholt und Dobronz.

Schwebende Stütze

Der Maschinentisch ist an der Vorderseite durch einen kleinen Metallwinkel nach unten abgestützt. Der schwebt aber etwa vier Millimeter über der Stellfläche und kann ein Absenken des Maschinentischs bei Belastung nicht verhindern. Die beiden angehenden Techniker sind sich einig: „Das haben wir bei anderen Herstellern mittels einer verstellbaren Höheneinstellung schon besser gelöst gesehen.“

Zudem lasse sich die Skaleneinteilung für Gehrungsschnitte schlecht ablesen, weil die Referenzmarkierung am Schwenkarm eine breite Kante darstelle. Dadurch ist beiden Testern nicht klar, auf welchen Punkt genau der Winkel eingestellt werden soll.

Der linke Queranschlag besitzt einen verstellbaren oberen Teil. „Wir finden es verwunderlich, dass der Anschlag im Schnittbereich nicht auf Gehrung abgesetzt ist“, stellen Wienholt und Dobronz fest. Dadurch bestehe das Risiko, bei geneigter Maschine in den Anschlag hineinzusägen – falls vergessen wurde, diesen zurückzustellen. Wäre am Anschlag selbst schon eine Gehrung vorhanden, würde der Bediener optisch zusätzlich an diese Gefahr erinnert.

Besonders nachteilig ist nach Auffassung der Tester, dass bei eng eingestelltem Queranschlag die Gefahr besteht, mit der Sägeblattabdeckung hinter den Anschlag zu geraten oder damit zu kollidieren.

Fazit: Trotz guter Ansätze in der verwendeten Akkutechnologie und beim kraftvollen, bürstenlosen Antrieb hat diese Maschine die beiden Tester nicht überzeugt. Die minderwertige Schnittqualität, die ungenaue Skalierung in der Gehrungseinstellung, der schlecht konstruierte Queranschlag und die unzureichende Maschinentisch-Abstützung sind die Gründe dafür.

Daten

Name: DeWALT XR FLEXVOLT

Modell: DCS778T2

Gewicht: 17,2 kg

Gehrungsschnitte: von 0–48°

Maximale Materialstärke: 85 mm

Sägeblatt steht nach: 4 Sekunden

Preis inkl. zwei 54-Volt-Akkus: 616 Euro zzgl. MwSt.

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