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Kundenreferenzen im Internet

So nutzen Sie Bewertungsportale richtig

Wer sich im Marketing auf die Empfehlungen eines einzigen Bewertungsportals verlässt, macht sich abhängig. 8 Tipps, wie Sie die Kontrolle behalten!

Auf einen Blick:

  • Die Vielfalt von Bewertungsportalen im Internet ist riesig - für viele Betriebe ist es schwer, den Überblick zu bewahren.
  • Unternehmensberater Klaus Eck rät Betrieben, passende Portale auszuwählen und auch nur diese zu verwenden.
  • Wer Kunden aktiv um Bewertungen bittet, muss dann auch im Blick haben, was im Internet über sie geschrieben wird.
  • Als Alternative empfiehlt er, Kundenreferenzen und Foto auf die eigene Website zu stellen - so machen Sie sich nicht von den Portalen abhängig.

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von Jörg Wiebking

Wenn Kunden im Web nach einem Handwerker suchen, stoßen sie schnell auf Bewertungsportale und andere Social-Media-Seiten, in denen Handwerker bewertet werden. Die Webseiten der Betriebe tauchen oft erst danach in der Suchmaschine auf. Darum sollten Handwerker die Bewertungsportale ernst nehmen, rät der Content-Stratege und Unternehmensberater Klaus Eck.

Es gibt viele Bewertungsportale

Anbieter kommen und gehen. Yelp, Ciao und Dooyoo sind derzeit die Wichtigsten, hinzu kommen kennstdueinen.de, golocal usw. Ganz zu schweigen von Seiten wie gutfrage.net oder foursquare.com, auf denen User ebenfalls nach Empfehlungen fragen oder Bewertungen abgeben. Und regelmäßig entstehen neue Portale, während andere absterben. Wer kennt heute zum Beispiel noch Qype?

Problem für Unternehmer: Die „Spielregeln“ verändern sich ständig

Was können kleine Unternehmen tun, um mit dieser ständigen Dynamik Schritt zu halten – ohne zu viel Aufwand zu investieren? Hier sind die besten Tipps vom Chef der Münchner Content-Marketing-Agentur d.Tales.

1. Machen Sie sich nicht abhängig

Wer sich nur auf ein einziges Bewertungsportal konzentriert und alle anderen vernachlässigt, ist besonders abhängig. Jede Änderung im Portal würde sich direkt auswirken. Am besten verschaffen Sie sich einen Überblick über die wichtigsten Bewertungsseiten in Ihrem Bereich.

2. Referenzen auf der eigenen Website machen unabhängiger

Bitten Sie zufriedene Kunden um ein paar nette Zeilen und die Erlaubnis, diese auf Ihrer Homepage zu veröffentlichen, rät Eck. Die Bewertungen sollten Sie regelmäßig ergänzen. Warum nicht auch mit Fotos, zum Beispiel mit Selfies, auf denen Kunde und Chef gemeinsam in die Linse grinsen? Dazu zwei, drei kurze Sätze – das macht eine Seite lebendig und wird auch von Suchmaschinen honoriert.

Vor allem aber sind diese Referenzen unabhängig von den Veränderungen in anderen Bewertungsportalen. Wenn Sie sich dann noch trauen, auch die eine oder andere kritische Kundenstimme – etwa mit Verbesserungsvorschlägen – aufzunehmen, erhöhen Sie Ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Besuchern der Website erheblich. Referenzen können Sie auch auf LinkedIn oder Xing für sich nutzen, indem Sie Ihre Kundenbewertungen dort jeweils integrieren.

Welches Bewertungsportal passt zu Ihrem Betrieb?

3. Identifizieren Sie die für Sie wichtigsten Bewertungsportale

Auch mit einer starken Homepage können Sie die Bewertungsportale nicht links liegen lassen. Dafür sind diese Seiten bei Google zu gut gerankt. Daher rät Klaus Eck, dass Handwerker erst einmal herausfinden sollten, welche Portale für ihre Branche und Region wirklich wichtig sind. Wer zum Beispiel nach „Friseur“ und „Hannover“ sucht, stößt zwar schnell auf Yelp, doch noch weiter oben steht aktuell gutefrage.net mit der Frage „Wer kennt einen guten Friseur in Hannover?“.

Ecks Rat: Ermitteln Sie die für Sie wichtigsten 5 Portale. Finden Sie heraus, wie gut sie dort bereits vertreten sind und werden Sie aktiv.

4. Verlinken Sie auf „Ihre“ Bewertungsportale

Ein Verweis auf die eigenen Referenzen lohnt sich. Aber warum sollten Sie nicht auf Portale verlinken, in denen Sie ein gutes Bild hinterlassen. Darunter dürfen auch kritische Berichte sein. Hauptsache das Gesamtbild stimmt. So sorgen Sie für ein ausgewogeneres Bild, falls ein Interessent auf negative Bewertungen stößt. Zugleich bieten Sie zufriedenen Kunden einen direkten Weg, um Sie dort zu bewerten.

5. Motivieren Sie Ihre Kunden

Kunden um eine Bewertung zu bitten, sollte selbstverständlich sein. Im Idealfall tun Sie das sofort persönlich nach Abschluss der Arbeit. Auch sonst gibt es dafür viele Gelegenheiten, sagt Eck: einen Hinweis im eigenen Flyer oder als „Abbinder“ am Ende jeder E-Mail, einen Yelp-Button direkt neben der Tür oder auch ein Hinweis in der Bandansage Ihres Anrufers („Bitte bewerten Sie unsere Leistungen bei ….“).

Vorsichtig sollten Sie allerdings mit nachträglichen Bitten um Bewertung sein. Zum einen sind sie rechtlich heikel, zum anderen fallen solche schubweise veröffentlichten Bewertungen nicht unbedingt positiv auf.

So nutzen Sie Google im Kampf um Bewertungen für sich

6. Nutzen Sie Googles kostenlosen Dienst

Google bietet mit Google Local (früher: Google Places) einen Dienst, in denen Bewertungen von Google besonders gut gerankt werden und so die Aufmerksamkeit auf Ihre Website lenken können – auch an den Bewertungsportalen vorbei. Google Local ist ein weitverbreiteter Dienst zur mobilen Suche nach Anbietern in der näheren Umgebung. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihr Unternehmen kurz zu präsentieren.

7. Halten Sie sich auf dem Laufenden: Was wird über Sie geschrieben

Egal ob und wie Sie sich engagieren: „Handwerker sollten sofort einen Google Alert mit ihrem Firmenamen einrichten“, rät Klaus Eck. Dieser kostenlose Google-Service benachrichtigt Sie sofort per E-Mail, wenn irgendwo im Web jemand etwas über Ihren Betrieb schreibt.

Zusätzlich sollten Sie einmal im Monat die für Sie wichtigsten 5 Bewertungsportale persönlich besuchen und überprüfen, wie Sie dort bewertet werden, aber auch wie Ihre Wettbewerber beurteilt werden. So erfahren Sie zeitnah, ob Sie zusätzlich aktiv werden müssen.

8. Wagen Sie mehr Transparenz

Wer selbst in einem Blog oder Magazin zeigt, wie er arbeitet und was die eigenen Produkte sind, kann darüber Vertrauen erzeugen: „Je persönlicher sich dabei ein Handwerker präsentiert, desto leichter entsteht online ein Zugang für die Kunden. Deshalb lohnt es sich, mit vielen Fotos und Beispielen zu arbeiten“, meint der Reputationsexperte.

Wer sich der Öffentlichkeit selbst aktiv präsentiert, kann dadurch ein Gegengewicht zu Bewertungen in den Portalen aufbauen. Selbst publizieren muss man noch nicht einmal. „Geben Sie Interviews in den Fachportalen! Dadurch können Sie Ihre Reputation gezielt aufbauen und steuern“, rät Klaus Eck weiter.

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