Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Neue Vorwürfe

Soka-Bau: Betriebe mehrfach benachteiligt?

Nach den Berichten über die Methoden der Sozialkasse Bau: In der handwerk.com-Redaktion melden sich immer mehr Unternehmensanwälte, die die Sozialkasse heftig kritisieren. Und auch die Soka-Bau selbst bezieht Stellung.

Zuletzt hatte die Rechtsanwältin Ingrid Claas im handwerk.com-Interview mit der Sozialkasse Bau abgerechnet - und der Einrichtung einen Vorschlag unterbreitet. Hintergrund: Claas bemängelt vor allem „das Aufrechnungsverbot“ und die daraus resultierenden „Zinsfolgen“. Betriebe, die rückwirkend Beiträge an die Soka-Bau zahlen müssen, kämen dadurch in arge Bedrängnis.

Aus Sicht der Wiesbadener Rechtsanwältin wäre es für viele Betriebe hilfreich, wenn sie „nur die Differenz zwischen Beitrag und Urlaub bezahlen müssten“. Frage an die Soka-Bau: Könnten Sie diesen Vorschlag nicht umsetzen?

Die Antwort von Soka Bau-Sprecher Michael Delmhorst lesen Sie auf Seite 2.

Stellungnahme der Soka-Bau

„Durch eine grundsätzliche Verrechnung würden Betriebe, die nicht ordnungsgemäß an den Sozialkassenverfahren teilnehmen, weil sie nicht rechtzeitig, nicht vollständig oder nicht tatsachengemäß melden und zahlen, gegenüber pünktlich zahlenden Betrieben privilegiert werden.

Soka Bau bietet aber so genannte Treuhandvereinbarungen an, mit denen eine Zwischenfinanzierung der Beiträge über die Hausbank des Betriebes ermöglicht werden kann, um die Zahlungsverpflichtungen des Betriebes faktisch auf den Differenzbetrag zwischen Beiträgen und Erstattungsansprüchen zu reduzieren. Zum 1. Januar 2010 haben die Tarifvertragsparteien zudem eine Regelung eingeführt, die eine Saldierung von Erstattungsforderungen mit Beiträgen aus demselben Monat vorsieht, wenn der Arbeitgeber diese vor dem 15. des auf die Gewährung des Urlaubs folgenden Monats geltend macht.

Mit dieser Änderung wurde bereits den Wünschen vieler Baubetriebe Rechnung getragen, die Erstattungsleistungen eines Monats mit den noch nicht fälligen Beiträgen desselben Monats zu saldieren.“

Die Ansichten des Rechtsanwaltes Christian Loroch zur Soka-Bau lesen Sie auf Seite 3.

„Hier herrscht der blanke Irrsinn“

Christian Loroch ist Unternehmensanwalt in Dresden. Er kennt mehrere Unternehmen, die durch die Soka-Bau „in die Pleite getrieben wurden“. In einem Fall sei zunächst erklärt worden, dass der Betrieb sei nicht umlagepflichtig sei. Jahre später sei mehr als eine Million Euro nachverlangt worden.

Auch Loroch kritisiert, dass trotz gezahlten Urlaubsentgeltes der Rückforderungsanspruch gegen die Soka nicht aufgerechnet wird: „Erst muss der Unternehmer sämtliche Forderungen der Soka vollständig bezahlen, dann bekommt er seine Ansprüche erstattet. Hier grassiert der blanke Irrsinn.“

Lorochs kompletten Beitrag finden Sie hier.

 Weitere Artikel über die Sozialkasse Bau: 



(sfk)

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.

Bau-Sozialkassentarifverträge 2019

Soka-Bau-Tarifverträge: Was jetzt für Betriebe gilt

Seit Jahresbeginn gibt es im Baugewerbe neue Sozialkassentarifverträge. Das Bundesarbeitsministerium hat sie rückwirkend für allgemeinverbindlich erklärt.

    • Politik und Gesellschaft, Recht, SOKA BAU

Recht

Soka-Bau: Die Ausnahmen der Ausnahme

Ist mein Betrieb sozialkassenpflichtig? Ein Antwortversuch.

    • Recht, SOKA BAU

Recht

BGH-Urteil: Einheitspreis in AGB des Auftraggebers benachteiligt Handwerker

Auch bei Einheitspreisverträgen kann der Preis nachträglich angepasst werden. Das darf der Auftraggeber nicht mittels Allgemeiner Geschäftsbedingungen ausschließen.

    • Recht, Baurecht

Recht

Soka-Bau-Tarif ist allgemeinverbindlich

Beschlossen und verkündet: die Ausbildungsabgabe der Soka-Bau. Das Bundesarbeitsministerium hat die Allgemeinverbindlichkeit des Soka-Bau-Tarifvertrags erklärt.

    • Recht, SOKA BAU