Foto: Heiko Kueverling

Panorama

Tür öffnen für knapp 600 Euro: Polizei ermittelt wegen Wucher

Wer einen Schlüsseldienst ruft, gerät nicht unbedingt an einen seriösen Anbieter. Einer Frau aus Baden-Württemberg ist genau das passiert. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Wucher.

Dieser Samstagmorgen begann schlecht: Eine Frau sperrte sich aus ihrer Wohnung im baden-württembergischen Albbruck aus. Wie die Polizei mitteilt, suchte sie deshalb nach einem Schlüsseldienst und wurde fündig. Sie wählte die angegebene 0800-Nummer. Am Telefon teilte man ihr mit, dass sofort jemand kommen werde. Doch so schnell wie versprochen, kam der Frau niemand zu Hilfe.

Der Polizei zufolge musste die Kundin eineinhalb Stunden auf den Monteur warten. Nachdem der die zugezogene Wohnungstür endlich geöffnet hatte, verlangte der Handwerker knapp 600 Euro von ihr. Außerdem forderte er sie auf, den Betrag sofort per EC-Karte zu zahlen.

Für die Polizei Grund genug, die Ermittlungen gegen den Schlüsseldienst einzuleiten. Grund: Wucher. Denn der ist ein Straftatbestand, der mit bis zu drei Jahren Gefängnis belangt werden kann. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich beispielsweise um Wucher, wenn jemand die Zwangslage eines anderen dadurch ausbeutet, dass er sich für eine Leistung Vermögenswerte versprechen lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zur erbrachen Leistung stehen. (red)

Auch interessant:

Recht

Abmahnungen: „Wir müssen leider damit leben“

Hessischer Schlüsseldienst mahnt norddeutschen Tischler ab: Ein aktueller Fall zeigt, welche Tücken in der Homepage eines Betriebs stecken können.

Wettbewerbsrecht

Wegen Irreführung: Hunderte Handwerks-Rufnummern gesperrt

Mit 264 Rufnummern hat ein Unternehmen in diversen Orten für Handwerksdienste geworben, in denen es gar keinen Standort unterhielt. Gute Nachricht für den ehrlichen Wettbewerb: Die Bundesnetzagentur schaltete die Nummern nun ab.

Steuern

Welche Versicherungsbeiträge können Sie von der Steuer absetzen?

Als Unternehmer im Handwerk bezahlen Sie jede Menge Versicherungsbeiträge, für den Betrieb und auch privat. Einen Teil der Kosten können Sie von der Steuer absetzen – aber welchen?

Politik und Gesellschaft

Fake News: Hetzkampagne trifft Handwerker

Was für ein Schock: Ein Handwerksunternehmer ist zu Unrecht als pädophiler Entführer gebrandmarkt worden. Eine irre Geschichte aus der Welt des Cybermobbings.