Ein Monteuer hat in Baden-Württemberg von einer Kundin knapp 600 Euro verlangt.
Foto: Heiko Kueverling

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Tür öffnen für knapp 600 Euro: Polizei ermittelt wegen Wucher

Wer einen Schlüsseldienst ruft, gerät nicht unbedingt an einen seriösen Anbieter. Einer Frau aus Baden-Württemberg ist genau das passiert. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Wucher.

Dieser Samstagmorgen begann schlecht: Eine Frau sperrte sich aus ihrer Wohnung im baden-württembergischen Albbruck aus. Wie die Polizei mitteilt, suchte sie deshalb nach einem Schlüsseldienst und wurde fündig. Sie wählte die angegebene 0800-Nummer. Am Telefon teilte man ihr mit, dass sofort jemand kommen werde. Doch so schnell wie versprochen, kam der Frau niemand zu Hilfe.

Der Polizei zufolge musste die Kundin eineinhalb Stunden auf den Monteur warten. Nachdem der die zugezogene Wohnungstür endlich geöffnet hatte, verlangte der Dienstleister knapp 660 Euro von ihr. Außerdem forderte er sie auf, den Betrag sofort per EC-Karte zu zahlen. Unüblich für seriöse Betriebe, die nach Polizeiangaben zudem zwischen 100 und 200 Euro verlangen.

Für die Polizei Grund genug, die Ermittlungen gegen den Schlüsseldienst einzuleiten. Grund: Wucher. Denn der ist ein Straftatbestand, der mit bis zu drei Jahren Gefängnis belangt werden kann. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich beispielsweise um Wucher, wenn jemand die Zwangslage eines anderen dadurch ausbeutet, dass er sich für eine Leistung Vermögenswerte versprechen lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zur erbrachen Leistung stehen. (red)

Beitrag vom 7. Februar 2018, aktualisiert am 23. Februar 2018.

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