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3 Beispiele für erfolgreiche E-Shops im Handwerk

Aus der Praxis: So funktionieren Online-Shops

Drei Handwerker, drei Erfahrungen, drei unterschiedliche Online-Shops: Unternehmer berichten aus der Praxis des Internet-Handels.

Wie funktioniert ein erfolgreicher Online-Shop? - Mit viel Geduld und gutem Marketing, weiß zum Beispiel Weinküfer Matthias Schulz zu berichten.
Mit viel Geduld und gutem Marketing, weiß zum Beispiel Weinküfer Matthias Schulz zu berichten.
MH - fotolia.com

Beispiel 1 : Diesdorfer Süßmost- und Weinkelterei

Shop Online seit: 2012, Link auf der Website diesdorfer.de führt in den Miet-Online-Shop von Rakuten.de

Beliebte Produkte: Hochqualitative Säfte, wie unseren Blaubeersaft. Kunden kaufen online vor allem das, was sie in normalen Getränkeläden nicht bekommen und sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Der Süßkirschsaft aus unserem Sortiment wird auch gern gekauft, wie auch unsere Obstweine, die sonst nicht häufig angeboten werden.

Beliebt sind auch die Obstbrände und Spirituosen. Wir haben eine eigene Brennerei und Destille. Whisky und Gin stellen wir beispielsweise auch selbst her.

Kunden, die bei uns kaufen, kennen uns manchmal schon lange und wohnen jetzt beispielsweise in einer anderen Region in Deutschland. Aber auch ausländische Kunden haben uns entdeckt. Eine Italienerin vom Lago Maggiore beispielsweise hat zu Beginn nur einige Flaschen Blaubeersaft bestellt. Mittlerweile braucht sie eine knappe Palette, weil sie sagt, sie versorgt das ganze Dorf mit unserem Saft.

Erfolgsrezept: Wir bieten unseren Kunden einen guten Service. Wir liefern innerhalb von drei Tagen und sorgen dafür, dass die Ware in gutem Zustand ankommt. Viele Kunden, die uns auf Messen oder unserem Hoffest kennengelernt haben, kaufen auch online bei uns ein. Sie empfehlen unsere Produkte weiter, weil sie zufrieden sind. Das spricht sich schnell herum.

Ich habe mich damals für eine Mietshop-Lösung entschieden und in einigen Tagen alle Produkte eingepflegt. Das System an sich ist einfach und funktioniert eigentlich reibungslos und schnell. Auch mit den Bezahlmethoden des Anbieters sind wir sehr zufrieden.

Nachteil: Der Shopanbieter hat einige Methoden, mit denen ich nicht mitgehen kann. Beispielsweise versendet er an die Kunden Newsletter. Aber darin steht nichts von uns, sondern nur Werbung des Anbieters. Zudem können Kunden beim Einkaufen Punkte sammeln. Die werden uns aber dann negativ angerechnet. Also wir haben davon nichts, daran verdient in erster Linie Rakuten.

Matthias Schulz von der Diesdorfer Süßmost- und Weinkelterei in Sachsen-Anhalt: - Bei ihm kaufen Kunden, die den Betrieb schon lange kennen und auf Qualität setzen.
Bei ihm kaufen Kunden, die den Betrieb schon lange kennen und auf Qualität setzen.
Privat

Kosten: Der Shop an sich kostet eine Jahresgebühr von etwa 550 Euro. Dazu kommen elf Prozent vom Bruttoumsatz. Das ist schon eine Menge. Aber wenn ich mich selbst um alles kümmern müsste, um einen Shop selbst zu gestalten, ist das sicher auch nicht günstiger. Wir sind derzeit dabei, uns nach einem anderen System umzuschauen. Bis wir den Shop umstellen, das wird sicher noch bis Ende des Jahres dauern.

Hürden: Wir haben oftmals Ärger mit Retouren. Wir versenden Glasflaschen, die manchmal beim Versand beschädigt werden. Das Problem ist, dass das nicht an uns liegt, sondern am Versandpartner DHL. Auf den Kosten bleiben wir selbst sitzen, vor einiger Zeit hat DHL noch beim Versand zu Bruch gegangene Ware ersetzt.

Matthias Schulz von der Diesdorfer Süßmost- und Weinkelterei
Link: http://diesdorfer.rakuten-shop.de/

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auf ihrer Website eingebunden. Lesen Sie ihren Erfahrungsbericht.

Seidenschals sind der Verkaufsschlager
Lucia Schwalenberg, Weberin und Textildesignerin aus Wennigsen: - Sie ist mit dem System und dem Service von Dawanda voll zufrieden.
Sie ist mit dem System und dem Service von Dawanda voll zufrieden.
Scior

Beispiel 2: Lucia Schwalenberg Weberei und Textildesign

Online-Shop seit: 2012 einen Shop bei Dawanda, seit 2014 in die Website eingebunden.

Bei Dawanda ist es leichter: Auch wenn man als Unternehmer technisch nicht so versiert ist, kommt man mit dem System gut klar.

Vorteile: Wenn ich auf Messen gehe, kann ich Produkte, die ich dort ausstelle und verkaufe im Shop „pausieren“ lassen. Denn die meisten Produkte sind Unikate, und doppelt anbieten kann ich sie nicht. Wenn ich etwas nicht verkauft habe, kann ich es mit einem Klick später wieder „aktivieren“.

Für die Kunden ist der Shop sehr komfortabel in der Bedienung. Ich werde zu bestimmten Produkten gut gefunden.

Beliebte Produkte: Am meisten verkaufe ich Seidenschals, die um die 170 Euro kosten. Es ist erstaunlich, dass Kunden, die mich nicht persönlich kennen, die hochpreisigen Produkte online bestellen. Auch hochwertige Tischwäsche wird viel bestellt.

Die Fotos für den Shop mache ich selbst. Mittlerweile habe ich so viele Fotos gemacht, dass ich weiß, worauf es bei der Präsentation und Beschreibung ankommt. Das funktioniert gut und ich kann mich immer weiter verbessern.

Die Fotos für meine Homepage und für Flyer etc. lasse ich hingegen von einem professionellen Fotografen machen. Ein guter Auftritt ist mir wichtig und da nehme ich auch gern das Geld dafür in die Hand.

Bezahlung: Ich kann aus den Bezahlmöglichkeiten, die Dawanda anbietet, auswählen, welche ich meinen Kunden anbieten möchte. Ich habe beispielsweise Paypal mit ausgewählt, da viele Kunden gern sicher und schnell bezahlen. Dann kann ich auch die Ware schneller versenden.

Nachteil: Wenn sie neue Artikel einstellt, sind die in dem eigentlichen Dawanda Shop über eine Sortier-Funktion gut auffindbar. Auf dem Shop, der auf der Seite eingebunden ist, ist das leider nicht der Fall. Die Waren erscheinen nach ihrer chronologischen Einstell-Reihenfolge, statt sachlich gruppiert.

Erfolgsrezept: Die Mischung aus Online-Shop, Website und Messen. Auf denen weise ich mittlerweile auch auf den Online-Shop hin. Diese Mischung ist für mich wirklich erfolgreich.

Hürden: Die größte Hürde waren meine Vorbehalte gegen Dawanda. Ich dachte, dass dort nur Hobby-Bastler ihre Ware anbieten. Ich wollte als Handwerkerin und Designerin professionell auftreten und auch so wahrgenommen werden. Und wider Erwarten geht das bei Dawanda richtig gut. Andere namhafte Kunsthandwerker haben auch Shops dort und es funktioniert auch gut.

Auswertung / Monitoring: Die Statistiken sind sehr aufschlussreich. Ich kann sehen, wie viele Leute meinen Shop besucht haben und wie viele meinen Shop „gelistet“ haben – in ihrer Merkliste. Im Schnitt gehen so 10 bis 30 Leute pro Tag in den Online-Shop. Manchmal nach Messen sind es auch über 40.

Kosten: Dawanda berechnet pro eingestelltes Produkt 30 Cent (bzw. für Produkte unter 20 Euro 10, bzw. 20 Cent). Falls man das Produkt in einer zweiten Kategorie listen will, kostet es weitere 40 Cent. Beispiel: Ich stelle meine Schals oft in die Kategorie „Accessoires“ und in „Geschenke für Frauen“. Das erhöht die Chance, gefunden zu werden.

Die Laufzeit für jedes Produkt ist auf drei Monate voreingestellt. Ich kann es auslaufen lassen, händisch verlängern oder automatisch weiterlaufen lassen. Dann werden wieder die oben genannten Kosten berechnet.

Zudem berechnet Dawanda für jedes verkaufte Teil 5 Prozent Provision. Das finde ich sehr günstig.

Aktionen: Dawanda ist ein sehr umtriebiges Unternehmen. Von Zeit zu Zeit schreiben sie die Verkäufer an, ob die beispielsweise an saisonalen Aktionen mitmachen wollen, die besonders beworben werden oder auch an Rabatt-Aktionen. An einigen habe ich schon teilgenommen und bisher hat sich das auch immer gelohnt.

Lucia Schwalenberg, Weberin und Textildesignerin, Wennigsen
Link: http://www.lucia-schwalenberg-weberei.de

Nächste Seite: Wie Katalog und E-Shop in der Praxis zusammenspielen.



"Der Teile-Markt floriert"
Ingo Nichocz von D amp;N Drucklufttechnik in Melle: - Drei Außendienstmitarbeiter greifen bei Kunden via iPad auf den E-Shop zu.
Drei Außendienstmitarbeiter greifen bei Kunden via iPad auf den E-Shop zu.
Privat

Beispiel 3: D amp;N Drucklufttechnik, Melle

Shop seit: ungefähr 2010, eine gekaufte und auf den Bedarf des 14-Mann-Betriebs zugeschnittene Shoplösung.

Beliebte Produkte: Insgesamt bieten wir 120.000 Artikel an. Gekauft werden bei uns vor allem kleine Teile, wie Druckluftkupplungen, Schläuche, Kugelhaken oder Magnetventile.
Unsere Online-Kunden sind vorrangig auch die, bei denen wir schon einen Auftrag hatten. Aber wir versorgen auch viele andere Kunden mit Teilen aus unserem Sortiment.

Ein Offline-Katalog rundet das Angebot ab. Viele Kunden blättern lieber in Papierform durch und bestellen dann online. Und vor einigen Jahren, als es den Shop noch nicht gab, sind die Mitarbeiter auch mit dem Katalog beim Kunden gewesen. Das bewährt sich immer noch.

Erfolgsrezept: Die Umsatzzahlen wachsen, seitdem wir den Shop installiert haben. In Kombination mit dem Katalog funktioniert der Verkauf super. Auch unsere drei Außendienstmitarbeiter gehen vor Ort beim Kunden über ihre iPads in den Online-Shop und weisen darauf hin. So werden immer mehr Kunden darauf aufmerksam.

Hürden: Die größte Hürde war, den Shop an sich auf die Beine zu stellen. Die Seite planen, aufbauen und umsetzen, die Vielzahl der Produkte von einem Profi fotografieren lassen und beschreiben, damit sie auch gefunden werden. Das war schon viel Aufwand.

Ingo Nichocz, D amp;N Drucklufttechnik, Melle
Link: http://www.dn-drucklufttechnik.de/eshop/



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