Soll in der Probezeit eine verkürzte Kündigungsfrist gelten, muss das laut Bundesarbeitsgericht explizit im Arbeitsvertrag festgehalten werden.
Foto: dessauer - Fotolia.com

Recht

Probezeit: Verkürzte Kündigungsfrist muss explizit im Vertrag stehen

Soll während der Probezeit eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen gelten, muss der Arbeitgeber das ausdrücklich im Vertrag festhalten. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden.

Der Fall: Ein Flugbegleiter erhielt zum Ende seiner sechsmonatigen Probezeit seine Kündigung. Der Arbeitgeber hatte von einer zweiwöchigen Kündigungsfrist Gebrauch gemacht. Denn in § 1 des Arbeitsvertrages stand, dass sich die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach einem Manteltarifvertrag richten. Und der sah in der Probezeit eine verkürzte Kündigungsfrist vor. Im Arbeitsvertrag war die Kündigungsfrist dagegen mit sechs Wochen zum Monatsende angegeben. Deshalb ging der Flugbegleiter gegen die Kündigung vor und klagte auf Festanstellung.

Das Urteil: Das Bundesarbeitsgericht gab dem Flugbegleiter Recht. Die Bestimmungen des Arbeitsvertrages seien als Allgemeine Geschäftsbedingungen so auszulegen, wie sie ein „durchschnittlicher, regelmäßig nicht rechtskundiger Arbeitnehmer versteht“. Deshalb war nach Einschätzung der Erfurter Richter im Fall des Flugbegleiters die sechswöchige Kündigungsfrist maßgeblich. Denn der Arbeitgeber habe im Arbeitsvertrag nicht explizit auf eine verkürzte Kündigungsfrist hingewiesen.

Bundesarbeitsgericht: Urteil vom 23. März 2017, Az. 6 AZR 705/15

Krankes Kind: Kündigung ist trotzdem wirksam

Haben Arbeitnehmer ein krankes Kind zu Hause, dürfen sie der Arbeit fernbleiben und müssen keine Kündigung fürchten – normalerweise zumindest. Dennoch kann eine Kündigung rechtens sein.
Artikel lesen >

Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts

Arbeitsrecht: Diese 10 Urteile sollten Arbeitgeber kennen

Befristung, Videoüberwachung oder Resturlaub – es gibt viele Gründe für Streit mit Mitarbeitern. Diese Urteile des Bundesarbeitsgerichts sollten Chefs kennen.

Recht

Lohnfortzahlung trotz Kündigung?

Wenn Sie einen erkrankten Mitarbeiter kündigen, kann das teuer werden – wenn die Krankheit der Anlass für die Kündigung ist.

BAG-Urteil

Grundlose Befristung auch nach 8 Jahren Job-Pause unzulässig

Wenn Mitarbeiter nach Jahren zu einem Betrieb zurückkehren, ist ein Arbeitsvertrag mit sachgrundloser Befristung keine gute Idee – wie dieser Fall zeigt.

Urteil

Elternzeit: Arbeitgeber dürfen Urlaubsanspruch kürzen

Während der Elternzeit erwirbt ein Arbeitnehmer Anspruch auf Erholungsurlaub. Wann er gekürzt werden kann, klärte jetzt das Bundesarbeitsgericht.