Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Archiv

Diebe kaum noch fristlos kündbar

Chefs im Handwerk haben es künftig schwerer, diebische Mitarbeiter sofort loszuwerden. Heizungsbauer Frank Eilers will trotz der neuen Rechtsprechung konsequent kündigen - aus gutem Grund.

handwerk.com Archiv
Aktuelle Inhalte findest Du unter www.handwerk.com.

21.10.2010

Diebe kaum noch fristlos kündbar

Chefs im Handwerk haben es künftig schwerer, diebische Mitarbeiter sofort loszuwerden. Heizungsbauer Frank Eilers will trotz der neuen Rechtsprechung konsequent kündigen - aus gutem Grund.

Paragraf
 - Montage: Sauvaget
Montage: Sauvaget

Ob in der Kasse Geld fehlt oder Material in der Werkstatt: Die Zeiten, in denen ein Mitarbeiter schon bei Kleinstbeträgen nach einem Diebstahl fristlos entlassen werden kann, scheinen vorbei.

Die Gerichte werden bei solchen "Bagatellkündigungen" künftig eher auf Seiten der Mitarbeiter stehen, befürchtet der Arbeitsrechtler Björn Gaul. Besonders ältere Mitarbeiter, die länger als zwölf Jahre ohne Vorfälle im Betrieb arbeiten, dürften mit milde gestimmten Richter rechnen.

"Völlig an der Praxis vorbei"

Für Frank Eilers ist der dieser Wandel in der Rechtsprechung ein Unding. "Das geht völlig an der Praxis vorbei. Bei Diebstahl ist das Vertrauensverhältnis zerstört, schon beim ersten Mal, ganz egal, wie lange ein Mitarbeiter bereits im Betrieb ist, ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen", meint der Heizungsbaumeister aus Hude. Und nicht nur das: "Wie soll ich denn die Grenze ziehen, ob das ein Bagatellbetrag ist?"
Klare Linie: "In jedem Fall kündigen"

Für Eilers sind die Konsequenzen klar. Vorsorglich will der Handwerker einen klaren Hinweis zur drohenden Kündigung bei Diebstahl in jeden Arbeitsvertrag aufnehmen.

Und sollte doch einmal etwas passieren? "Dann werde ich dem Mitarbeiter in jedem Fall kündigen, ganz egal, wie groß der Betrag ist und wie lange derjenige schon bei uns ist." Geht die Sache vor Gericht, und bekommt der Mitarbeiter dort recht, dann werde er eben eine Abfindung zahlen.

"Die Kündigung ist auf jeden Fall ein Exempel für die anderen Mitarbeiter. Und mit etwas Glück findet man ja noch einen vernünftigen Richter, der das auch so sieht."

Wie Sie Vorsorge treffen, um Ihr Eigentum zu schützen und sich möglichst schnell von diebischen Mitarbeitern trennen zu können, lesen Sie hier.


(jw)

Tipps, Downloads und News für Ihren Betrieb:der handwerk.com-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen handwerk.com-Newsletter!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Handwerk Archiv

Archiv

Kein Pardon für Langfinger im Betrieb

Diebische Mitarbeiter müssen um ihren Job bangen. Doch ist das wirklich gerecht, gerade wenn es nur um kleine Beträge geht? "Ich kann Arbeitgeber verstehen, die so handeln", sagt Heizungsbaumeister Frank Eilers. Und er hat das Recht auf seiner Seite.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Urteil

Fristlose Kündigung für Arbeitszeitbetrug

Wenn Arbeitnehmer ihre Arbeitszeiten nicht richtig erfassen, können sie ohne vorherige Abmahnung fristlos gekündigt werden. Jedenfalls dann, wenn der Chef sie zuvor ausdrücklich auf die mögliche Konsequenz hingewiesen hat.

    • Archiv

Reaktion auf dreiste Kunden: Nichts wie weg da!

Mögliche Auftraggeberin lädt zwei Meister gleichzeitig zum Beratungsgespräch: Nach dem Erlebnisbericht eines erstaunten Installateur- und Heizungsbauermeisters haben Kollegen gute Tipps auf Lager.

Handwerk Archiv

Archiv

"Das hat richtig wehgetan"

Neuigkeiten zur Abmahnwelle von der Ostseeküste: Der Chef des Kieler Heizungsmarktes hat 50 bis 60 Ebay-Händler abgemahnt – und mindestens fünf Handwerksmeister getroffen. Die Kieler SHK-Innung zieht „keine personellen Konsequenzen“.

    • Archiv