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Kosten

Material: Am richtigen Ende sparen!

Mehr Gewinn. Weniger Arbeit. Bei gleicher Qualität. Das glauben Sie nicht? Drei Warnsignale zeigen Ihnen sofort, ob Sie beim Materialverbrauch sparen können.

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Durchschnittlich 20 Prozent kann jeder Betrieb beim Materialverbrauch einsparen, schätzt die Deutsche Materialeffizienzagentur (Demea).

"Für Betriebe mit einer Umsatzrendite von 2,5 Prozent ist damit praktisch eine Verdopplung des Gewinns möglich“, sagt Wolfgang Wrobel vom Ingenieurbüro UPW in Bad Zwischenahn. "Branche und Unternehmensgröße spielen dabei keine Rolle.“ Wrobel ist akkreditierter Berater der Demea und berät Unternehmen, die Materialkosten senken wollen.

3 Warnsignale beim Materialverbrauch
Leicht erkennen könnten Handwerker solche Potenziale an drei Faktoren, sagt Wrobel:

  • Abfall: Der Experte rät zum Blick in die Abfalltonne. "Woraus setzen sich die Abfälle zusammen?“ Fehler in der Fertigung, Beschädigung bei der Lagerung, veraltete Lagerposten und überschüssige Restmengen sind für ihn ein deutliches Signal, dass hier Einsparungen möglich sind.
  • Reklamationen: Wenn Reklamationen (häufig) dazu führen, dass Kunden ein Produkt nicht abnehmen oder eine Leistung nachgebessert werden muss, dann führe das ebenfalls zu überhöhten Materialkosten.
  • Sauberkeit und Ordnung: Wenn Mitarbeiter viel Zeit mit Lagern, Sortieren und Suchen verbringen, sei auch das meist ein Zeichen für Materialverschwendung. „Man sollte nur das im Betrieb haben, was man unbedingt benötigt. Alles andere führt nur zu hoher Kapitalbindung.“
Weniger unproduktive Arbeit
Für Wrobel geht es jedoch nicht nur um Materialkosten. „Wo der Materialverbrauch sinkt, schafft das auch neue personelle Kapazitäten“, betont der Berater. Ob lange Suche im Lager, Reklamationen oder Verschnitt - immer gehe unproduktive Arbeitszeit verloren. Ganz zu schweigen von den Kosten durch Bestellung, Transport und Buchhaltung, die zusätzliche Materialbestellungen mit sich bringen.

Keine Qualitätsverluste
Und wer an den Kosten spart, muss keineswegs Abstriche bei der Qualität machen. Das beweist die Behindertenfahrzeuge Helmut Jelschen GmbH in Bad Zwischenahn. 100.000 Euro Einsparpotenzial pro Jahr hat das Unternehmen entdeckt.

Der Betrieb rüstet Serienfahrzeuge verschiedener Hersteller für Rollstuhlfahrer um. Dazu müssen die Mitarbeiter bei Fahrzeugen mit großer Heckklappe den Ladeboden absenken und eine neue Bodenwanne mit Rampe einbauen, die den Rollstuhl aufnimmt. Unter der Wanne sorgt ein Stützgerüst für Stabilität und Elastizität. „Wir haben dieses Gerüst TÜV-konform optimiert und können so je nach Typ zwischen 32 und 84 Prozent Material einsparen“, berichtet Helmut Jelschen.

Auch an anderer Stelle hat der Unternehmer den Materialverbrauch gesenkt: „Statt Roh- und Stangenware kaufen wir jetzt passgenaue Halbteile ein. So sparen wir Kosten durch Verschnitt und Abfallbeseitigung.“

Nicht zuletzt konnte Jelschen die Umrüstzeiten der Fahrzeuge um 20 Prozent senken. Zusätzlicher Bonus für Jelschen: Sein Betrieb wurde 2009 mit dem mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Materialeffizienzpreis ausgezeichnet.

Förderung nutzen
Wer systematisch solche Schätze heben will, kommt allerdings um eine genaue Analyse nicht herum. Förderung gibt es dafür von der Demea. Die Agentur übernimmt bis zu 67 Prozent der Analysekosten durch die von ihr bestellten Berater. Und auch bei der Umsetzung von Maßnahmen ist die Demea mit bis zu 33 Prozent der Beratungskosten dabei.

So ermitteln Sie Sparpotenziale
Wie eine von der Deutschen Materialeffizienzagentur (Demea) geförderte Analyse abläuft, verrät Diplom-Ingenieur Wolfgang Wrobel:

1. Erste Einschätzung: Ein Berater besucht den Betrieb und schätzt grob ein, wie hoch das Einsparvolumen beim Material sein könnte.

2. Entscheidung: Der Unternehmer muss nun die Entscheidung fällen, ob die geförderte Analyse durchgeführt werden soll.

3. Analyse: Der Berater erfasst und analysiert detailliert Prozesse, Struktur und Materialeinsatz des Betriebes, vom Einkauf bis Reklamationsbearbeitung.

4. Maßnahmen entwickeln: Gemeinsam mit Unternehmer und Mitarbeitern entwickelt der Berater Maßnahmen zur Materialeinsparung bei gleichzeitiger Sicherung oder sogar Steigerung der Produktqualität.

5. Umsetzung: Die entwickelten Maßnahmen kann der Unternehmer alleine umsetzen. Wünscht er weitere Begleitung durch den Berater, so kann auch die Umsetzung von der Demea gefördert werden.

Selbstcheck: Ob sich die Analyse lohnt, können Unternehmer in einem Selbstcheck der Demea im Internet herausfinden. Dort müssen sie 13 Fragen beantworten und erhalten einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder:

(jw)

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