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Menschen lesen - Körpersprache entschlüsseln

Schauen Sie auf die Hände!

Faule Mitarbeiter, tricksende Kunden: An der Körpersprache lässt sich viel ablesen. Joe Navarro war Ermittler beim FBI. Jetzt zeigt er, was Menschen ungewollt durch ihre Hände verraten. 12 Gesten, die Sie kennen sollten!

Wer wüsste nicht gerne, was sein Gegenüber wirklich denkt: Kann der Lieferant so zuverlässig liefern, wie er es behauptet? Wurde dem Mitarbeiter tatsächlich das Werkzeug gestohlen, oder hat er die Finger selbst im Spiel?

Körpersprache verrät uns alles!
Wer sich nicht alleine auf Worte verlassen will, hat einen mächtigen Verbündeten: die Körpersprache. Sie verrät sehr viel darüber, was in einem Menschen vorgeht - "und zwar in jedem Menschen und unabhängig von der Umgebung", sagt Joe Navarro.

Der Amerikaner weiß, wovon er spricht: Als FBI-Agent enttarnte Navarro 25 Jahre lang Spione, indem er ihre Körpersprache beobachtete und so ihre Gedanken und Gefühle offenlegte. In seinem Buch "Menschen lesen" gibt Navarro nun sein Wissen weiter.

Besonders intensiv widmet sich Navarro dabei Händen und Gesten: "Weil unsere Hände in der Lage sind, selbst feinste Bewegungen auszuführen, können sie unseren Gedanken sehr nuanciert Ausdruck verleihen ... Jede Bewegung ist vom Gehirn (bewusst oder unbewusst) gesteuert."

Es gibt viele Gesten, die Stress, Angst oder Nervosität verraten. Hier einige Beispiele:

Händereiben: leichter Stress

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Fotos. Hamacher

Händreiben: Wer im Gespräch seine Hände reibt, zeigt damit Zweifel und leichten Stress. Denn bei Angst oder Nervosität versuchen wir unbewusst, uns durch das Reiben der Hände oder das Entlangstreichen der Finger an den Handflächen zu beruhigen.

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Verschränken der Finger: großer Stress!

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Verschränken der Finger: Wer seine Finger verschränkt, steht unter großem Stress. Oft beginnt die Person zusätzlich damit, die verschränkten Hände auf und ab zu reiben - ein Versuch des Gehirns, die aufkommende Angst zu lindern, meint Navarro.

Nächste Seite: Die Hand an Hals und Kopf

Die Hand am Hals: Unsicherheit!

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Hand am Hals: Wenn sich Menschen beim Reden über den Hals streichen, "signalisieren sie damit Unsicherheit oder tun dies infolge von akutem Stress", betont Navarro. Die Geste diene der eigenen Beruhigung: In diesem Bereich sitzt der Nerv, der den Herzschlag beruhigt.

Nächste Seite: Die Hand im Nacken

Die Hand im Nacken: Zweifel!

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Die Hand im Nacken? Eine typische Geste bei Zweifel und Unsicherheit!

Nächste Seite: Die Hand an der Wange

Die Hand an der Wange: Nervosität

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Die Hand an der Wange: Auch das Berühren der Wange oder des Gesichts zeigt, dass Ihr Gegenüber nervös, besorgt oder irritiert ist. Die Berührung ist ein Versuch, sich in dieser Situation selbst zu beruhigen.

Nächste Seite: Die Hand am Auge

Die Hand am Auge: Distanz!

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Blickvermeidung? Das ist eine normale nonverbale Verhaltensweise. Sie sorgt für Distanz und kann ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Gesprächspartner etwas, dass Sie gesagt oder getan haben, negativ auffasst.

Noch deutlicher: Die Augen bedecken

Die Augen bedecken: Missfallen!

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Wer die Augen mit der Hand bedeckt, sagt deutlich, dass ihm das Gesagte oder Erlebte nicht gefällt. Ihr Gegenüber ist betroffen, hat Zweifel oder ist anderer Meinung.

Nächste Seite: Das Dach - überzeugt von der eigenen Sache

Das Dach: Überzeugt von der eigenen Sache!

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Das Dach: Die gespreizten Finger und Daumen berühren sich und bilden ein Dach - das sei ein sehr starker Ausdruck von Selbstbewusstsein und Souveränität, schreibt Navarro: "Die Geste offenbart, welche Einstellung man hinsichtlich einer bestimmten Sache hat und wie sehr man hinter seinem Standpunkt steht."

Nächste Seite: Wie schnell das Dach zum Händeringen werden kann ...

Händeringen: Ihr Gegenüber ist besorgt!

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Händeringen: Auch wer zunächst selbstsicher wirkt, kann durch einen (berechtigten) Einwand Zweifel an seiner Sache bekommen. Die Hände zeigen das zum Beispiel, indem wir sie verschränken, als ob wir beten. Fängt Ihr Gegenüber auch noch an, mit den Händen zu ringen, dann ist das ein Ausdruck dafür, dass er besorgt ist oder unter Stress steht.

Wichtig ist bei dieser Geste allerdings auch, wo sich die Daumen befinden ...

Nächste Seite: Wo befinden sich die Daumen?

Daumen hoch: Alles in Ordnung!

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Daumen hoch: Zeigen die Daumen nach oben, dann ist das Navarros Erfahrung nach in der Regel "ein Indiz für positive Gedanken". Menschen richten ihre Daumen normalerweise eher selten auf, berichtet Navarro, daher sei das ein aussagekräftiger Hinweis.

Nächste Seite: Daumen vergraben? Die Stimmung schlägt um!

Daumen vergraben: Die Stimmung schlägt um!

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Verschwinden die Daumen jedoch plötzlich, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sich Ihr Gegenüber unsicher fühlt oder seine Stimmung ins Negative umgeschlagen ist.

Nächste Seite: Daumen in der Hosentasche - Selbstzweifel

Daumen in der Hosentasche?

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Unsicherheit und geringes Selbstvertrauen lassen sich häufig daran erkennen, dass Ihr Gegenüber seine Daumen in die Hosentaschen steckt und die Finger seitlich heraushängen lässt. "Wie wir unsere Daumen halten, lässt sehr zuverlässige Schlüsse darauf zu, ob wir uns in unserer Haut wohlfühlen", betont Navarro. Versteckte Daumen geben zu verstehen, dass sich jemand in der Situation unwohl fühlt.

Nächste Seite: Wie einfach lassen sich Lügen enttarnen?

Lügen lassen sich nicht so einfach enttarnen!

Doch Vorsicht bei dem Versuch, Lügen alleine anhand einfacher Gesten zu enttarnen. Verschiedene Studien belegen, dass es den wenigsten Menschen gelingt, eine Lüge sicher zu erkennen. Die Wahrscheinlichkeit liege lediglich bei 50 Prozent, schreibt Navarro.

Es gibt keine eindeutigen Signale!
Selbst "Profis" wie Richter, Anwälte, Ermittler oder Lehrer schneiden dabei nicht besser ab.

Navarros Schlussfolgerung: Er geht davon aus, dass es "kein Verhalten gibt, das eindeutig und absolut zweifelsfrei auf eine vorsätzliche Täuschung hinweist".

Ob Gesten, Körperhaltung oder Mimik - all das seien lediglich Indizien. Denn häufig würden Signale nicht durch Unehrlichkeit verursacht, sondern durch Stress.

Bleiben Sie realistisch!
Darum empfiehlt der Experte, sich bei der Deutung von Körpersprache nicht zu viel vorzunehmen. Ein realistisches Ziel sei es, nonverbale Zeichen zu erkennen und so zu erfahren, was ein Gesprächspartner denkt, fühlt und beabsichtigt.

Nicht nur die Hände verraten viel über einen Menschen. Was Ihnen die Mimik, die Haltung von Schultern und Armen oder die Stellung von Beinen und Füßen mitteilen, erläutert Navarro ausführlich in seinem Buch: Joe Navarro: Menschen lesen. Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körper-
sprache entschlüsselt. mgv Verlag, München (2010), 270 Seiten, 16,95 Euro

Weitere Infos zum Thema:


(jw)


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