Die neuen Flyer kommen gerade auch dem Drucker in der Druckerei.
Foto: Goss Vitalij - stock.adobe.com

Marketing

So gelingt Ihr Werbeflyer!

Der Flyer ist ein wirkungsvolles Werbe-Medium für Handwerker. Seinen Zweck erfüllt er aber nur dann, wenn er ansprechend gestaltet ist. Was sollten Sie unbedingt bei der Erstellung beachten?

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Flyer der Marke Eigenbau wirken meist billig und schrecken Kunden ab.

  • Je genauere Vorgaben Sie dem Gestalter machen, desto besser.

  • Ein Fotograf setzt Sie und Ihr Team ins beste Licht.

  • Die Gestaltung sollte zu Ihrem Firmenauftritt passen.

  • Überlegen Sie sich vorher, welche Informationen Sie übermitteln möchten.

  • Wichtig ist die Kundenperspektive mit dem Aufbau „Sie + ich = wir“.

  • Erstellen Sie einen „Dummy“ mit einem Blatt Papier.

Damit Ihr Werbeflyer professionell aussieht, sollte ihn ein Grafiker erstellen. Doch für ein gelungenes Ergebnis müssen auch Sie als Kunde ein paar Gestaltungs-Faustregeln kennen.

1. Selbstgemachte Flyer wirken unprofessionell

Grafik-Designerin Anne Gebhard führt in Paderborn ein eigenes Gestaltungs-Büro. Sie warnt davor, selbst einen Flyer mit ungeeigneten Programmen zu entwerfen und diesen dann im Copy-Shop zu vervielfältigen. „Vielen Flyern sieht man an, dass diese selbst erstellt wurden. Doch der erste Eindruck, den diese Unternehmen damit nach außen tragen, ist negativ.“ Sie fügt hinzu: „Das ist so, als ob ein unerfahrener Kunde selbst eine Wand hochzieht, statt einen Innenausbauer zu beauftragen.“

2. Ziele und Briefing: Was Sie den „Kreativen“ für die Zusammenarbeit liefern müssen

Doch selbst, wenn ein Gestaltungs-Dienstleister alle Regeln seiner Kunst beherrscht, benötigt er gezielte Vorgaben vom Kunden. „Wenn jemand komplett ohne eigene Vorstellungen zu mir kommt und sagt, ich solle einfach mal loslegen, ist das Unzufriedenheits-Risiko hoch.“ Was immer in so genannten „Briefing-Gesprächen“ thematisiert werden sollte, sind laut Gebhard die strategischen Ziele des Betriebs, der Kundennutzen und die Antwort auf die Frage, was der Auftraggeber mit dem Flyer erreichen möchte.

Ein Flyer zur Neukunden-Gewinnung in einem bestimmten Leistungs-Bereich sieht vielleicht anders aus als eine allgemeine Firmendarstellung, die auf einer Handwerks-Messe ausgelegt werden soll. Außerdem muss immer die genaue Verwendung bedacht werden. Ein Papier-Flyer ist dann sinnvoll, wenn Sie ihn zusammen mit einem Brief verschicken oder auslegen möchten. Ebenfalls wichtig ist die Frage, ob sich an den Inhalten häufig etwas ändert.

Gebhard nennt einige Punkte, auf die Sie eine Antwort parat haben sollten: „Mit welchen Leistungen verdienen Sie gut und gerne Geld?“ und „Sollen diese in näherer Zukunft um weitere Angebote ergänzt werden?“ Wenn Änderungen im Betrieb anstünden, sei es oft sinnvoll, diese bereits zu berücksichtigen. „Um auch zukünftig mit den passenden Leistungen im Bewusstsein der Kunden zu bleiben, sollte der Flyer auch Hinweise auf neue Projekte enthalten.“ Dies betreffe insbesondere Gewerke, die sich häufig mit neuen Technologien befassen müssten.

3. Optik: Flyer leben von guten Fotos!

Der neue Flyer muss zum Erscheinungsbild des Firmenauftritts passen: „Bringen Sie bitte bereits vorhandene Informationsträger mit. Dazu gehören Visitenkarten, Broschüren, Anzeigen etc.“, sagt die Grafikerin. Das Firmenlogo und andere Gestaltungselemente sollte der Kunde dem Grafiker in digitalisierter Form zur Verfügung stellen. Müsse der Gestalter diese Elemente „nachbauen“, sei der Aufwand höher.

Die Grafik-Designerin betont, wie wichtig gute Fotos vom Profi für einen Flyer sind. „Fotos wirken auf der emotionalen Ebene. Präsentieren Sie sich und Ihr Team kompetent und sympathisch.“ Ein weiterer Aspekt sei die Ähnlichkeit der Aufnahmen in Hinsicht auf Farbgebung, Licht und Schärfen. „Die Bilder sollten aus einem Guss sein.“ Alternativ könne man Bilder über Bilddatenbanken wie Fotolia.com erwerben. Diese seien jedoch nicht auf den Betrieb zugeschnitten und könnten ebenfalls von anderen benutzt werden.

4. Treffsichere Texte – versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Kunden

Ein Fehler, den viele Handwerksbetriebe bei den Texten für ihre Flyer machen: Sie erschlagen die Leser mit überflüssigen Inhalten. Überlegen Sie besser, was die Empfänger Ihres Flyers wissen möchten. Im Zentrum des Werbemediums sollte der „Kundennutzen“ stehen, also die besonderen Vorteile, die Ihr Betrieb seinen Auftraggebern bietet.

Damit ein potenzieller Kunde erkennt, dass der Flyer genau an ihn gerichtet ist, muss er direkt auf einen Bedarf angesprochen werden. Knüpfen Sie an eine typische Ausgangssituation an, die Sie mit Ihren Handwerksleistungen lösen. Zum Beispiel so: „Ist in Ihrem Oberstübchen noch alles dicht? Dachdecker Hans Müller und sein Team sorgen dafür, dass Sie auch bei schlechtem Wetter gemütlich im Trockenen sitzen.“

Außerdem sollten die Texte möglichst kurz ausfallen: Denken Sie dabei an sich selbst als Empfänger. Wollen Sie in einem Flyer Romane lesen oder sich schnell über die wichtigsten Fakten informieren? Grafikerin Gebhard nennt noch einen anderen Aspekt: „Ausführlichere Text gehen zu Lasten der Gestaltung. Buchstaben-Wüsten senken schlagartig das Lese-Interesse.“ Der Flyer wandere ins Altpapier.

5. Informationsverteilung – bauen Sie einen „Dummy“

Die Art, wie ein Flyer gefalzt wird, beeinflusst die Reihenfolge, in der die Inhalte von einem Leser aufgenommen werden. Was immer gleich bleibt: Auf der Vorderseite ist der Titel und auf der Rückseite stehen die Kontakt-Daten, ggf. mit Anfahrt-Skizze. Nehmen Sie ein Blatt Papier und probieren Sie beide Varianten aus. Anschließend erfolgt die Entscheidung, welche Inhalte Sie wo platzieren möchten. Am besten sprechen Sie darüber mit Ihrem Gestaltungs-Dienstleister, denn es gibt kein starres Schema.

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