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Im April  2023 ist die Zahl der Insolvenzen laut Statistischem Bundesamt um 14,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken.

Politik und Gesellschaft

Insolvenzen im Februar: Zahl steigt zweistellig

Im April ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gesunken. Doch vergleicht man den Februar 2023 mit dem Vorjahresmonat, ergibt sich ein anderes Bild.

1.362 – so viele Unternehmensinsolvenzen registrierten die deutschen Amtsgerichte im Februar 2023. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Firmenpleiten damit um 20,3 Prozent gestiegen. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

Aus den Zahlen geht auch hervor, welche finanziellen Folgen die Insolvenzen für die Gläubiger haben dürften: So bezifferten Amtsgerichte die voraussichtlichen Forderungen im Februar 2022 auf knapp 3,2 Milliarden Euro. Im Vorjahresmonat hatten die Forderungen 1,1 Milliarden Euro betragen.

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Die meisten Insolvenzen gab es im Baugewerbe. Hier zählte die Wiesbadener Behörde insgesamt 237 Firmenpleiten. Im Vergleich zum Februar 2022 entspricht das einem Plus von 15 Prozent. Fast ebenso so viele Insolvenzverfahren gab es mit 234 im Handel.

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Für den April 2023 hat das Statistische Bundesamt schon vorläufige Zahlen veröffentlicht: Demnach ist die Zahl der Regelinsolvenzen gegenüber dem Vormonat um 14,1 Prozent gesunken. Im Februar und März 2023 hatten die Firmenpleiten noch um 10,8 Prozent beziehungsweise 13,2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vormonat zugenommen. Der Behörde zufolge ist bei diesen Zahlen zu beachten, dass die Insolvenzverfahren erst nach der ersten Entscheidung der Gerichte offiziell in der Statistik auftauchen. Der tatsächliche  Insolvenzantrag werde in vielen Fällenn drei Monate vorher eingereicht.

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