Deren Umsetzung scheitert nach Einschätzung der Förderbank KfW auch deshalb, weil im Bauhandwerk Fachkräfte fehlen.
Foto: S. Engels - Fotolia.com

Politik und Gesellschaft

Kapazitätsengpässe blockieren Investitionen

Die Kommunen würden gerne investieren, können es aber nicht. Das Problem: fehlende Kapazitäten in der Bauwirtschaft. Darunter leidet auch der Wohnungsneubau.

Finanziell stehen die Kommunen im Schnitt derzeit gut da. Dafür machen die kommunalen Spitzenverbände die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland verantwortlich. Für das laufende Jahr rechnen sie mit einem Überschuss von 7,6 Milliarden Euro.

Doch laut Deutschem Städtetag, Deutschem Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund hat die gute Konjunkturlage auch eine Kehrseite. So könnten die Kommunen nicht in dem Ausmaß investieren, wie es der Investitionsrückstand erfordere und es die Finanzlage zulasse. Als Grund nannten die kommunalen Spitzenverbände die Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft sowie die dadurch stark gestiegenen Preiserwartungen.

Ähnlich sieht es beim Wohnungsneubau aus. Laut einer Studie der Förderbank KfW dürften 2018 insgesamt 300.000 Wohnungen fertiggestellt werden – das wären 15.000 mehr als im vergangenen Jahr. Trotz des Anstiegs bleibe die Zahl der neu errichteten Wohnungen hinter dem Bedarf zurück.

Das Problem liegt laut KfW in der Umsetzung. „Aktuell warten in Deutschland 653.000 genehmigte Wohnungsneubauten auf Umsetzung“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe. Die Gründe für diesen Überhang seien vielschichtig. Eine zentrale Rolle spielen der Förderbank zufolge die Kapazitätsengpässe der Bauwirtschaft, die durch den zunehmenden Fachkräftemangel ausgelöst seien. „Der Fachkräftemangel wird allmählich zum größten Risiko für eine Ausweitung der Bautätigkeit in Deutschland“, so Zeuner.

Wie gehen Sie mit der Situation um: Nutzen Sie die hohe Nachfrage nach Bauleistungen für Preiserhöhungen? Machen Sie bei unserer Umfrage mit oder kommentieren Sie hier.

Auch interessant:

Outsourcing – eine Strategie gegen den Auftragsstau?

Viele Betriebe kämpfen mit einem Auftragsstau. Handwerker Malte Kattenbaum hat sich deshalb etwas einfallen lassen: Er nimmt Kollegen zeitraubende Arbeit ab.
Artikel lesen >

Recht

Lauter bauen in der Stadt

In vielen Städten fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die Novelle des Bauplanungsrechts soll Kommunen dabei helfen, das zu ändern. Handwerksbetriebe dürfen deshalb in Ballungszentren etwas lauter bauen als bisher.

Gericht erlaubt Diesel-Fahrverbote

“Handwerker dürfen nicht die Zeche zahlen”

Deutsche Städte dürfen künftig Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge verhängen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Ausnahmen für Handwerker sind wahrscheinlich, dennoch reagieren Betriebe mit Unmut.

Politik und Gesellschaft

Diesel-Abgas: Nutzfahrzeuge sind nicht die Hauptursache

Eine aktuelle Studie zeigt: Dieselautos sorgen in vielen Innenstädten weiterhin für schlechte Luft. Anteil der Nutzfahrzeuge: nur 22 Prozent.

Digitalisierung + IT

Jeder vierte investiert in Digitalisierungsprojekte

14 Milliarden Euro hat der deutsche Mittelstand 2016 in die Digitalisierung investiert. Wofür wurde das Geld ausgegeben?