Hohe Beitragsforderungen der Krankenkassen: Bislang war die Situation für viele Kleinselbstständige laut Bundesverband der Verbraucherzentralen existenzbedrohend.
Foto: Stockfotos-MG - stock.adobe.com
Hohe Beitragsforderungen der Krankenkassen: Bislang war die Situation für viele Kleinselbstständige laut Bundesverband der Verbraucherzentralen existenzbedrohend.

Politik und Gesellschaft

Krankenkassenbeitrag: So werden Selbstständige jetzt entlastet

Für die Festsetzung von Krankenkassenbeiträgen für freiwillig versicherte Selbstständige gelten neue Regeln. Die Änderungen im Überblick.

Der Bundesrat hat eine Gesetzesänderung beschlossen, die Selbstständigen zu Gute kommt, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Demnach haben freiwillig Versicherte künftig mehr Zeit, ihre Steuerunterlagen bei ihrer Krankenkasse einzureichen. Zudem müssen Krankenkassen ihre Beiträge rückwirkend senken, auch wenn sie wegen fehlender Steuerunterlagen den Höchstsatz von monatlich 800 Euro festgesetzt hatten.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (vzbv) begrüßt die beschlossenen Änderungen. „Die hohen Beitragsforderungen der Krankenkassen drohten, viele kleinere Selbstständige in ihrer Existenz zu gefährden“, sagt Thomas Moormann, Leiter Team Gesundheit und Pflege im vzbv. Daher sei es richtig, dass der Gesetzgeber nun entschieden habe, dass Krankenkassen die Einkommensnachweise ihrer Versicherten auch dann berücksichtigen müssen, wenn die Frist bereits verstrichen sei.

Sozialversicherung: Für Gutverdiener steigen 2024 die Abgaben

In der Sozialversicherung steigen 2024 die Beitragsbemessungsgrenzen und die Bezugsgröße. Welche Folgen hat das für Selbstständige?
Artikel lesen

Hintergrund: Die Krankenkassenbeiträge von freiwillig versicherten Selbstständigen werden seit 2018 vorläufig festgesetzt – auf Grundlage des Einkommenssteuerbescheides des Vorjahres. Weisen Versicherte ihr Einkommen jedoch nicht innerhalb von drei Jahren nach, so gelte zunächst der Höchstbetrag. Laut vzbv werde dabei ein fiktives Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze angenommen, die aktuell bei knapp 5.000 Euro im Monat liege.

Laut vzbv beraten die Verbraucherzentralen seit Jahresbeginn verstärkt Versicherte, bei denen die Krankenkassen Nachzahlungen und Säumniszuschläge zum Teil von bis zu 8.000 Euro eingefordert hätten. Anstatt  200 Euro hätten die Versicherten plötzlich rund 800 Euro monatlich zahlen sollen. „Für viele Kleinselbstständige war das existenzbedrohend“, sagt Moormann.

Tipp: Sie interessieren sich für politische Entscheidungen, die das Handwerk betreffen? Mit dem Newsletter von handwerk.com bleiben Sie auf dem Laufenden. Jetzt anmelden!

Auch interessant:

Wie hoch ist der GKV-Mindestbeitrag 2021?

Die Bundesregierung die hat Sozialversicherungsrechengrößen für 2021 beschlossen. Daraus lässt sich der GKV-Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte ableiten.
Artikel lesen

GKV-Mindestbeitrag: Was Selbstständige wissen müssen

Der GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige ist zum Jahreswechsel deutlich gesunken. Doch was bedeutet das? Hier die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.
Artikel lesen

GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt 2019 deutlich

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige können 2019 mit finanzieller Entlastung rechnen. Denn zum Jahreswechsel wird der monatliche Mindestbeitrag mehr als halbiert.
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Auf Antrag in der Pandemie die Beiträge gesenkt? Ohne Gewinn gibt es für freiwillig Krankenversicherte kein Krankengeld.

Corona

Corona-Folgen: Kein Krankengeld für Selbstständigen

Ohne Einkommen hat ein freiwillig versicherter Selbstständiger keinen Anspruch auf Krankengeld. Auch dann nicht, wenn am Verdienstausfall Corona Schuld war.

    • Corona

Politik und Gesellschaft

GKV-Beitrag: Selbstständige zahlen bald einkommensabhängig

Selbstständige haben große Einkommensschwankungen. Deshalb soll es künftig ein neues Beitragsverfahrenssystem für freiwillig Versicherte geben.

    • Politik und Gesellschaft, Recht
Bundessozialgericht fällt Grundsatzurteil: Es darf nicht zu Lasten der Versicherten gehen, wenn Ärzte die eAU zu spät an die Krankenkasse melden.

Urteil vom Bundessozialgericht

AU-Bescheinigung: Wer muss an die Krankenkasse übermitteln?

Laut einem Urteil hat ein Versicherter Anspruch auf Krankengeld, obwohl seine Krankschreibung verspätet bei der Krankenkasse einging. Das liegt an der eAU.

    • Personal

Politik und Gesellschaft

GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt 2019 deutlich

Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige können 2019 mit finanzieller Entlastung rechnen. Denn zum Jahreswechsel wird der monatliche Mindestbeitrag mehr als halbiert.

    • Politik und Gesellschaft