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Digitalisierung + IT

Resteverwertung – eine Problemlösung vom Handwerker

Baustoffreste können selten weiterverarbeitet werden. Um ihnen trotzdem einen Nutzen zu geben, hat ein Handwerker die Online-Börse für Materialreste ins Leben gerufen.

Auf einen Blick

  • Problem: Oft müssen große Mengen von Baumaterialien gekauft werden, von denen immer etwas übrig bleibt. Das verstopft die Lager.
  • Lösung: Handwerker Simon Schlögl hat dagegen eine Online-Plattform zum Handel von Materialresten ins Leben gerufen.

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Von Marie Dinske

Es ist ein leidiges Thema im Handwerk: Baumaterialien müssen meistens in großen Mengen gekauft werden. Folge: Es bleibt immer etwas übrig und verstopft die Lager. „Wir hatten oft Probleme mit der Weiterverarbeitung und Lagerung“, erzählt Dachdecker Simon Schlögl.

Online-Shop macht Platz im Lager

Seine Lösung: In seinem Online-Shop „materialrest24.de“ können Handwerker aus verschiedenen Bereichen – wie z. B. Elektro, Sanitär, Dachdecker – ihre Reste einstellen. Seit März 2017 ist der Shop online, aktuell sind 415 Betriebe registriert. „Es ging uns vor allem um die Schonung von Ressourcen und der Umwelt“, erklärt der Dachdecker.

Seit Neuestem können auf der Webseite auch Maschinen, die im Tagesgeschäft nicht voll ausgelastet sind, vermietet werden. Zudem können Handwerker nach Bauteilen fragen, welche von der Industrie nicht mehr geliefert werden.

Bei den Preisen und der Qualität der Produkte hält sich Schlögl raus: „Das machen die Betriebe unter sich aus. Die Erfahrung zeigt mittlerweile, dass die Betriebe die Verkäufe untereinander super lösen. Vor allem geht es ja darum, sich gegenseitig zu helfen.“

Die Gebühren für den Verkauf auf seiner Webseite habe Schlögl niedrig gehalten, um jedem die Teilnahme zu ermöglichen.

Unterstützung von Innungen

„Auch Fachhändler unterstützen den Shop und geben Empfehlungen an Kunden bei einer Fehlbestellung“, erzählt Simon Schlögl. Auch eine Kooperation mit der Zimmerer-Innung München sei schon zustandegekommen, welche zusätzlich zu einer Kooperation mit dem Landesinnungsverband des bayerischen Zimmererhandwerks geführt hat.

Für sein Projekt wurde Schlögl unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet. „Es ist schön, dass unsere Idee so gut ankommt“, freut sich der Geschäftsführer. Für die Zukunft hat sich der Unternehmer vorgenommen, die Plattform mit dem Feedback der Mitglieder weiter zu optimieren und so die Digitalisierung im Handwerk voranzubringen.

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