Bei der Arbeit mit Gasbrenner und Bitumen kann einiges schief gehen.
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Bauherr lässt Minijobber aufs Dach: 680.000 Euro Schaden

Auch erfahrene Bauhelfer ersetzen keinen Fachbetrieb. Den Beweis liefert ein verunglückter Dachdecker-Versuch, der im Großbrand endete.

Ein paar einfache Dacharbeiten. Mehr wollte der Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses im baden-württembergischen Mühlacker gar nicht erledigt haben. Ein 64-jähriger Mann, angestellt auf 450-Euro-Basis, sollte sich darum kümmern. Folge: Nun musste der sich wegen fahrlässiger Brandstiftung verantworten, wie das Mühlacker Tagblatt berichtet.

Zum Brand kam es, als der 64-Jährige versuchte, das undichte Flachdach abzudichten. Er war gerade mit Gasbrenner und Bitumenplatten an der Arbeit, als er plötzlich Rauch aus einer Ritze aufsteigen sah. Was er bis dahin nicht wusste: Unter dem Dach, war eine Holzbalken-Konstruktion und Styropor verbaut.

Sicher hätte eine Fachfirma sich vor den Arbeiten vergewissert, was sich unter dem Dach befindet. Der Angeklagte aber habe zwar zeitlebens als Dachdecker gearbeitet, jedoch stets nur als Helfer, ohne Ausbildung.

So fraß sich das Feuer in den Dachstuhl des Gebäudes. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Gesamtschaden: 680.000 Euro.

Vor Gericht kam der Helfer glimpflich davon. Das Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung wurde unter der Auflage eingestellt, dass der 64-Jährige 120 Sozialstunden leistet. Für den entstandenen Schaden aber soll er selbst aufkommen müssen – die Haftpflichtversicherung greife dabei nicht.

So kennt der Brand von Mühlacker nur Verlierer. Mit einem qualifizierten Fachbetrieb wäre das sicher nicht passiert.

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