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Vier Fussstapfen im Sand

Inhaltsverzeichnis

Strategie

4 Signale, dass Ihr Nachwuchs für die Betriebsnachfolge in Frage kommt

Sie wünschen sich, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter den Betrieb übernimmt? Diese 4 Signale sprechen dafür, dass dieser Wunsch realistisch ist.

Auf einen Blick:

  • Zu den möglichen Kandidaten für die Betriebsnachfolge gehören die Unternehmerkinder. Doch auch wenn sich der Chef eine Nachfolge innerhalb der Familie wünscht, muss das nicht unbedingt realistisch sein.
  • Der Nachwuchs sendet aber durchaus Signale aus, an denen sich erkennen lässt, ob die Betriebsnachfolge für ihn eine Option sein kann.
  • Neben Berufswahl, Karriereweg und beruflichem Engagement können die Persönlichkeit und das private Umfeld der Kinder Anhaltspunkte sein, ob sie im Betrieb das Zepter übernehmen.

So mancher Unternehmer wünscht sich einen Betriebsnachfolger, der aus der eigenen Familie kommt. Doch ist es realistisch, dass das eigene Kind zur Betriebsübernahme Ja sagt? Nachfolgemoderator Jan-Michael Hobelsberger von der Handwerkskammer Hannover weiß aus Erfahrung, welche Signale für eine Betriebsnachfolge innerhalb der Familie sprechen.

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#1: Der Nachwuchs zeigt Interesse am Handwerk und am Betrieb

Sie haben eine Tischlerei und Ihr Nachwuchs absolviert in Ihrem Betrieb Ausbildung als Tischler? „Das ist keine Garantie dafür, dass Ihr Kind den Betrieb mal übernimmt“, sagt Jan-Michael Hobelsberger. Das könne reine Bequemlichkeit sein oder Pflichtgefühl.

Die Chancen, dass der Nachwuchs in Ihre Fußstapfen tritt, steigen nach Einschätzung des Nachfolgemoderators, wenn er wirkliches Interesse an Ihrem Handwerk und an Ihrem Betrieb zeigt. „Ein gutes Zeichen ist zum Beispiel, wenn Kinder die Ausbildung aus eigenem Antrieb machen wollen“, sagt Hobelsberger. Noch besser sei es, wenn sie nicht nur den Familienbetrieb kennenlernen sondern aus eigenen Stücken auch extern Erfahrungen sammeln wollen – also in einem anderen Betrieb, aber im gleichen Gewerk. Das zeige Eigenmotivation, so der Nachfolgemoderator.

Doch auch wenn der Nachwuchs erste positive Signale aussendet, sollten Sie nicht stillschweigend davon ausgehen, dass es mit der Betriebsnachfolge innerhalb der Familie klappt. „Suchen Sie rechtzeitig das Gespräch“, rät Hobelsberger. „Gute Kommunikation ist bei der Betriebsnachfolge das A und O.“

#2: Der Nachwuchs zeigt Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen

Ihr Kind arbeitet bei Ihnen im Betrieb und signalisiert, dass es Verantwortung übernehmen will. Zum Beispiel weil es

  • freiwillig länger arbeitet als gefordert,
  • gerne eine Teamleitung übernehmen möchte oder
  • neue Ideen einbringt, um den Betrieb weiter voranzubringen.

Für Nachfolgemoderator Hobelsberger sind all das Zeichen dafür, dass der Nachwuchs Interesse an der Betriebsnachfolge haben könnte. Allerdings weiß er auch, dass das Engagement der jungen Generation im Familienbetrieb durchaus zu Konflikten führen kann, denn am Ruder ist sie schließlich noch nicht.

Dennoch hat der Nachfolgemoderator einen Tipp für Chefs: „Geben Sie dem Nachwuchs eine Chance, sich zu entfalten und neue Ideen einzubringen.“ Denn wer als Inhaber allzu patriarchale Strukturen im Betrieb vorlebe, könne durch sein Verhalten einer späteren Übernahme selbst im Weg stehen und die Kinder vergraulen.

#3: Der Nachwuchs verfügt über natürliche Autorität und Konfliktfähigkeit

Einen Betrieb zu übernehmen, ist kein einfacher Schritt. Für Unternehmerkinder kommt allerdings eine besondere Herausforderung hinzu: Sie werden Chef von Mitarbeitern, die sie zum Teil schon seit Kindesbeinen an kennen. „Das kann eine Chance sein, weil sie wissen, wie die einzelnen Mitarbeiter ticken“, sagt Hobelsberger. Allerdings sei es für den Nachwuchs nicht immer einfach, die Rolle zu wechseln und sich bei den Mitarbeitern durchzusetzen. Nach Einschätzung des Nachfolgemoderators ist es deshalb von Vorteil, wenn der Nachwuchs eine natürliche Autorität besitzt und Konflikte nicht scheut: „Denn Unternehmer müssen in der Lage sein, auch mal unangenehme Entscheidungen im Betrieb durchzusetzen, auch wenn sie eine gute, enge Beziehung zu den Mitarbeitern haben.“

#4: Das Umfeld ihrer Kinder steht dahinter

„Unternehmer sein erfordert mehr Einsatz als ein Job als Angestellter“, sagt Hobelsberger. Schließlich müssten Unternehmer wirtschaftliche Risiken eingehen. Außerdem hätten sie meist keine geregelten Arbeitszeiten und müssten durchaus mal am Wochenende arbeiten. „Zeitlich sind da Dinge wie ein spontaner Ausflug am Wochenende manchmal einfach nicht drin“, so der Nachfolgemoderator.

Deshalb ist es laut Hobelsberger wichtig, dass das private Umfeld des Nachwuchses die Entscheidung zur Betriebsnachfolge mitträgt. Hilfreich könne es daher sein, wenn den Partnern der Kinder das Unternehmertum nicht fremd ist. Damit meint der Nachfolgemoderator allerdings nicht, dass die Partner selbst ebenfalls Unternehmer sein sollten oder zumindest aus einer Unternehmerfamilie stammen. „Wichtig ist aber, dass die Partner von Betriebsnachfolgern Verständnis dafür haben, was Unternehmer sein finanziell und zeitlich bedeutet“, sagt er.

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