Der BFH lehnt die uneingeschränkte private Nutzung ab.
Foto: tarasov_vl - stock.adobe.com

Steuern

Kein Firmenwagen für Ehefrau mit Minijob

Ein Firmenwagen zur uneingeschränkten privaten Nutzung – für eine Ehefrau mit Minijob? Zu viel, sagt der Bundesfinanzhof und kassiert Betriebsausgabenabzug.

Der Fall: Ein Unternehmer beschäftigte seine Ehefrau als Minijobberin auf 400-Euro-Basis als Büro- und Kurierkraft. Per Arbeitsvertrag hatten die beiden vereinbart, dass die Frau den Firmenwagen privat ohne Einschränkungen und ohne Selbstbeteiligung nutzen durfte. Den sich daraus ergebenden geldwerten Vorteil ermittelte der Unternehmer per 1-Prozent-Methode und rechnete ihn auf den Lohn an. Das Finanzamt erkannte das Arbeitsverhältnis nicht an und verweigerte den Betriebsausgabenabzug für den Arbeitslohn, weil diese Entlohnung einem Fremdvergleich bei Minijobs nicht standhalte. Hintergrund: Beim Fremdvergleich geht es darum, dass Arbeitsverhältnisse zwischen nahen Angehörigen aus steuerlicher Sicht danach beurteilt werden, ob sie in dieser Form auch mit einem fremden Dritten gestaltet würden.

Fette Strafe für schlampiges Fahrtenbuch

Das Fahrtenbuch nachträglich kaufen und befüllen – mit Fahrten an Tagen, an denen der Wagen längst verkauft war? Das kam einen Maserati-Fahrer teuer zu stehen.
Artikel lesen >

Das Urteil: Der BFH entschied im Sinne des Finanzamts. Der BFH hält eine „uneingeschränkte und zudem selbstbeteiligungsfreie Nutzungsüberlassung eines Firmenwagens für Privatfahrten an einen familienfremden Minijobber für ausgeschlossen“. Ein Arbeitgeber werde die private Nutzung eines Dienstwagens in der Regel nur dann gestatten, wenn die Kosten „in einem angemessenen Verhältnis zum Wert der erwarteten Arbeitsleistung“ stünden. Doch bei einem Minijob steige das Risiko, dass sich die Überlassung des Wagens für den Arbeitgeber wegen einer nicht abschätzbaren Intensivnutzung durch den Arbeitnehmer wirtschaftlich nicht mehr lohne. (Urteil vom 10. Oktober 2018, veröffentlicht am 26.2.2019, Az. X R 44/17 und X R 45/17)

Auch interessant:

Handwerker ohne Führerschein: Chef kauft Lastenfahrrad

Ein Transporter, aber mehrere Mitarbeiter ohne Führerschein. Im Betriebsalltag ist das ein Problem. Ein Handwerksunternehmer hat der Bild verraten, welche Lösung er gefunden hat.
Artikel lesen >

Verträge mit Verwandten – leichte Beute für den Fiskus

Verträge mit mitarbeitenden Familienangehörigen sind für die Betriebsprüfer des Finanzamts ein gefundenes Fressen. So vermeiden Sie die 5 größten Fallen!
Artikel lesen >

-Anzeige-

Steuern

Firmenwagen statt Lohn für minijobbende Freundin?

Kein Gehalt, stattdessen ein SUV als Firmenwagen: Für die minijobbende Freundin dieses Chefs war das ok – aber nicht für das Finanzamt.

Steuern

Finanzgericht kassiert üppigen Ehegatten-Arbeitsvertrag

Firmenwagen, Altersvorsorge und flexible Arbeitszeiten für die Gattin – auf 400-Euro-Basis? Bei so großzügigen Arbeitsverträgen mit Ehegatten kann der Fiskus die Betriebsausgaben komplett streichen.

Steuern

Firmenwagen: Versicherungsleistung ist Betriebseinnahme

Wenn der Firmenwagen zum Betriebsvermögen zählt, gelten Versicherungsleistungen in voller Höhe als Betriebseinnahmen – egal, wer die Police bezahlt.

Finanzamt darf 6 Prozent Zinsen verlangen

Auf Steuernachforderungen kassiert das Finanzamt 0,5 Prozent Nachforderungszinsen pro Monat, 6 Prozent im Jahr. Das ist nicht zu viel, sagt der Bundesfinanzhof.