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Handwerker werden durch Lieferengpässe und Materialknappheit ausgebremst und fahren Verluste ein.

Materialknappheit

Umfrage: Knapp zwei Drittel der Betriebe von Lieferengpässen betroffen

Metall, Holz, Dämmstoffe und vieles mehr: Die Mehrheit der Handwerksbetriebe ist von Lieferengpässen betroffen, ergibt eine aktuelle ZDH-Umfrage.

  • Das Lieferketten-Problem hat sich im Mai 2021 im Vergleich zum Jahresbeginn verschärft: Bei 61 Prozent der Betriebe fehlt es an Materialien, ergibt die aktuelle ZDH-Umfrage.
  • Es fehlt besonders an Metall, Holz und Dämmstoffen. Aufträge könnten teilweise nicht bearbeitet werden oder die Betriebe erwirtschaften Verluste.
  • Weitere Ergebnisse der Umfrage: Die Umsätze steigen leicht und die Auftragspolster sinken langsamer. 

Mehr als 60 Prozent der Betriebe leiden unter Lieferketten-Problemen. Eine ZDH-Umfrage zur Corona-Situation unter 1500 Handwerksunternehmen ergab, dass Rohstoffe, Materialien oder Vorprodukte Ende Mai nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar waren. In der Vorumfrage im Januar waren erst 40 Prozent der Betriebe von Lieferengpässen betroffen.

Laut ZDH trifft die Materialknappheit vor allem Gewerke aus dem Bau- und Ausbaubereich sowie aus den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Auf häufigsten fehlen den Betrieben Metalle (53 Prozent), Holz (38 Prozent) und Dämmstoffe (29 Prozent). 81 Prozent der betroffenen Betriebe geben an, dass infolge der Materialknappheit Einkaufspreise so stark angestiegen sind, dass Aufträge aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr rentabel sind und sie Verluste einfahren. Ein kleiner Anteil von vier Prozent haben schon Beschäftigte in Kurzarbeit schicken müssen. Es sei zu befürchten, dass künftig noch mehr Betriebe auf Kurzarbeit zurückgreifen müssten, um Lieferkettenstörungen aufzufangen.

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Leicht steigende Umsätze und Auftragseingänge

Weitere Ergebnisse der aktuellen ZDH-Umfrage:

  • Umsätze: 42 Prozent der Betriebe melden gegenüber dem Mai 2020 Umsatzrückgänge. Die Verluste fielen jedoch geringer aus als noch im Januar 2021. Ebenso viele Unternehmen berichten von stabilen Umsätzen. Bei 16 Prozent der Befragten lag der Umsatz über dem des Vorjahreszeitraums. Steigende Umsätze vermeldeten vor allem Betriebe aus den Bau- und Ausbauhandwerken, den Gesundheits- und Lebensmittelhandwerken.
  • Auftragsbestände: Im Durchschnitt reichen die Auftragsbestände der Befragten derzeit etwas weniger als neun Wochen. Deutlich weniger Betriebe (39 Prozent, Vorumfrage im Januar noch 54 Prozent) berichten von gesunkenen Auftragspolstern. 22 Prozent der Befragten (vorher 12 Prozent) nehmen steigende Auftragseingänge wahr. Am häufigsten konnten die Bau- und Ausbaugewerke (30 und 35 Prozent) sowie die Gesundheitshandwerke (25 Prozent) im Mai 2021 einen Anstieg der Auftragseingänge verbuchen.
  • Corona-Hilfen: Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Perspektive für das zweite Halbjahr 2021 sprechen sich in der Umfrage 51 Prozent der Betriebe für eine Fortführung der Corona-Wirtschaftshilfen aus. Inhaber, die sich für eine Verlängerung der Finanzhilfen aussprechen, wünschen sich vor allem einen leichteren Zugang zu Kurzarbeitergeld (73 Prozent). Bedeutend sind für Befragte auch die Überbrückungshilfe III (53 Prozent) und die Neustarthilfe für Solo-Selbstständige (24 Prozent).

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