Jetzt will er andere Eigenentwicklungen vermarkten, wie diesen wellenförmigen Werkstoff: 3D-Wave Wood.
Foto: Denny Gille

Strategie

Starker Neustart: Aufstehen und Gas geben

Friedrich Schrader baute jahrelang Möbel für Luxus-Yachten. Jetzt begeistert er das Netz mit ausgefallenen Arbeiten. Und das ist erst der Anfang.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • 14 Jahre hat Friedrich Schrader Möbel für Yachten gebaut und die schwimmenden Anwesen mancher Promis von Innen gesehen.
  • Jetzt startet der gelernte Drechsler und Tischlermeister mit seinen eigenen Ideen durch.
  • Mitte 2018 gründete er seine Tischlerei FS40. Um sich bekannt zu machen, entwickelt Schrader ausgefallene Holzprodukte, die er in den sozialen Netzwerken zeigt. Mit großem Erfolg.
  • Künftig will der Holzhandwerker sich im Möbelbau einen Namen machen und ein eigenes Produkt für den Möbelbau auf den Markt bringen: 3D Wave Wood.

Er hat Möbel auf den Yachten von Steve Jobs und Roman Abramovitsch installiert, im Apartment der Sängerin Adele Luxusparkett verlegt – und ist der Typ Tischler, der sich von Rückschlägen niemals umhauen lässt. Friedrich Schrader weiß, was er kann.

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Gründen in guter Gemeinschaft

Vor anderthalb Jahren hat sich der 55-jährige Nienburger mit dem Unternehmen FS40 nochmal selbstständig gemacht. Sein Büro hat er in Hannover bezogen, seine Möbel fertigt er weiter südlich im Deister. Hier teilt er sich eine Gemeinschaftswerkstatt mit drei anderen Tischlereien und kann einen gut bestückten Maschinenpark mit Hobelmaschine, Langbandschleifer und Lackierraum zu bezahlbaren Preisen nutzen. Aber nicht nur das: „Wir haben hier eine schöne Gemeinschaft und unterstützen uns auch mal, wenn Not am Mann ist“, sagt Schrader.

Direkt neben der gemeinsam genutzten Halle hat der Tischlermeister sich eine eigene kleine Werkstatt eingerichtet. Wer sie betritt, erblickt sogleich den tiefgrün lackierten Stolz des Holzhandwerkers: Eine alte Drehbank, Marke Geiger, mit 1.300 Kilogramm Gewicht. Darauf hat Schrader schon sein Meisterstück gedrechselt. „Tischlermeister mit einer Ausbildung als Drechsler zu sein, ist eine absolut geile Kombination“, sagt Schrader. Auf der Drehbank bearbeitet er Werkstücke bis zu einem Meter Durchmesser. An ihr werden auch die Vollholzschirme der Lampen gefertigt, die Schrader in seinem Online-Shop verkauft und auf Instagram zeigt. Sein Publikum kann sich sehen lassen: 8.000 Follower hat der Unternehmer bereits hinter seinem Profil versammelt.

Bekanntheit steigern mit starken Produkten

Das alles gehört zur Vermarktungsstrategie des Unternehmers. „Einen Kundenstamm aufzubauen, dauert seine Zeit“, weiß Friedrich Schrader. Um das zu beschleunigen, baut er ausgefallene kleine Holzprodukte, die Aufmerksamkeit erregen: Schreibtisch-Organizer, Vogel-Futterhäuser oder Obstschalen werden auf Märkten ausgestellt, in den sozialen Netzwerken gezeigt – und führen potenzielle Kunden auf die Website des Unternehmers und seinen Online-Shop.

Die Fotos auf seinem Instagram-Account sind beliebt, 200 bis 300 Likes keine Seltenheit. Schraders Zielgruppe: Kunden, die individuelle Lösungen und persönlichen Service suchen. „Aktuell mache ich noch viel für Kollegen, aber meine eigenen Kunden werden auch mehr“, sagt der Niedersachse.

Dass er Möbel für eine exklusive Kundschaft bauen kann, hat der Unternehmer in 14 Jahren Tischlerhandwerk für den Yachtbau ständig bewiesen. Geplant hatte er diesen Weg zunächst nicht. Ende der 90er hat sich Friedrich Schrader das erste Mal selbstständig gemacht. Weil es Social-Media-Marketing damals noch nicht gab, hat er viel Geld in Ausstellungen investieren müssen, um seine Möbel-Designs bekanntzumachen. Dann kam es zu privaten Zerwürfnissen, die die Unternehmung letztlich scheitern ließ.

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