Storytelling ist ein mächtiges Instrument im Social-Media-Marketing.
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Online Marketing

Storytelling im Handwerk: Erzählen Sie Ihre Geschichten

Gutes Storytelling verspricht maximale Erfolge beim Social-Media-Marketing. Mit diesen Tipps gelingt Ihnen der Einstieg leicht.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Menschen hören gerne Geschichten. Und Sie als Handwerker haben welche zu erzählen! Das sollten Sie für Ihr Marketing nutzen.
  • Mit Storytelling nähern Sie sich Ihren Kunden auf einer persönlicheren Ebene. So bringen Sie sich in die Wertewelt Ihrer Zielgruppe und schaffen Vertrauen.
  • Mit Fotos, kurzen Videos und in Blogbeiträgen geben Sie etwas von Ihrem Unternehmen preis und werden für die Kunden nahbar. Dabei können Sie zum Beispiel Fachwissen vermitteln, Ihre Verbundenheit mit der Region oder Ihren Sinn für gesellschaftliche Verantwortung.

Das Gute-Nacht-Märchen für die Kinder, der Kundentratsch beim Friseur oder die Anekdote vom Azubi, der versucht hat, eine Kreissäge anzuschieben. Das Leben steckt voller Geschichten! Und wir Menschen hören diesen Geschichten unheimlich gern zu. Das macht sie so erfolgreich – auch im Marketing. Das Marketingwort für „Geschichten erzählen“ heißt Storytelling. Und das ist in aller Munde, wenn es um Markenbildung und Social-Media-Werbung geht. Aber wie funktioniert Storytelling im Handwerk und wie nutzen Sie es richtig?

Storytelling schafft nähe zum Kunden

Jochen Hencke von der Münchner Content-Marketing-Agentur D.Tales kennt die Antworten. Hencke ist Profi für Inhalts- und Marketingkonzepte und hat mit seiner Social-Media-Strategie für die Salzburger Privatbrauerei Stiegl bereits mehrere Preise abgeräumt. „Mit Storytelling nähern Sie sich Ihrem Kunden auf einer persönlichen Ebene“, sagt Hencke. Die kleinen Geschichten helfen Betrieben, eine Beziehung zum Kunden aufzubauen, die über die fachliche Leistung als Handwerker hinausgeht. „Mit dem richtigen Storytelling können Sie sich in die Wertewelt Ihres Kunden bringen und mit ihm auf einer Wellenlänge kommunizieren“, sagt Hencke.

Doch wie stellt man das an? Storytelling dreht sich weniger um das Leistungsspektrum eines Betriebs. Vielmehr geht es darum, den Charakter des Unternehmens zu vermitteln. „Erzählen Sie, warum Ihr Unternehmen etwas auf eine bestimmte Art und Weise tut, welche Werte Ihnen wichtig sind und wie viel Fachwissen und Leidenschaft in Ihrer fertigen Leistung stecken“, rät Hencke.

Mit diesen Themen können Sie punkten

Dabei können Sie mit den verschiedensten Themen aus Ihrer Arbeit Nähe zu Ihren Kunden aufbauen. Zum Beispiel mit diesen.

Fachwissen: Sie haben einen eigenen Stil, legen Wert auf Qualität oder Sie sind über jeden Trend und jede Neuheit in Ihrem Gewerk bestens informiert? Teilen Sie Ihr Fachwissen, geben Sie einen Einblick in Ihre Arbeit, so vermitteln Sie Kompetenz und schaffen Vertrauen.

Regionalität: Sind Sie Ihrer Region verbunden und fördern die regionale Wirtschaft und Gesellschaft mit ihrem Kaufverhalten, Sponsoring oder ehrenamtlichen Engagement? Berichten Sie davon, punkten Sie in Ihrer Gemeinde.

Umweltschutz: Nutzen Sie bevorzugt ökologisch verträgliche Produkte, setzt Ihr Betrieb auf Ökostrom oder machen Sie manchen Kundentermin mit Fahrrad oder Elektro-Auto? Dann erzählen Sie davon, was Sie für eine bessere Umwelt tun und warum Ihnen das wichtig ist.

Einstieg ins Storytelling: So schaffen Sie die Basis

„Wer ins Storytelling einsteigen will, sollte sich zunächst genau überlegen, welche Zielgruppe er erreichen will: Was ist diesen Leuten wichtig, was interessiert sie?“, sagt Jochen Hencke. Dazu gehört auch: Wo ist die Zielgruppe am besten zu erreichen? „Da landen Unternehmer in der Regel in den großen sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram“, sagt Hencke.

Bevor Sie mit dem Storytelling in den sozialen Netzwerken beginnen, sollte auch die Grundarbeit auf der Website erledigt sein, rät der Marketingprofi. „Erstellen Sie ein paar kleine Geschichten auf Ihrer Website, die zeigen, was Ihnen wichtig ist und für welche Werte Ihr Unternehmen steht“, sagt Hencke. Auf diese Beiträge können Sie beim Storytelling in den sozialen Netzwerken verlinken. Das gibt potenziellen Kunden zusätzliche Anreize, Ihre Website aufzusuchen.

Die Formate: So sollten Sie Ihre Geschichten erzählen

Fangen Sie klein an: Fotos und kurze Video-Sequenzen lassen sich leicht in ein paar Sekunden konsumieren und bringen Sie beiläufig ins Gedächtnis Ihrer Zielgruppe. „Erzählen Sie zum Beispiel, was Sie gerade machen, indem Sie ein Detail aus Ihrer Arbeit posten“, empfiehlt Hencke. Auch Vorher-Nachher-Bilder von der Baustelle oder ein tägliches Foto-Update von einem längeren Projekt eignen sich beim Storytelling. Gibt es zudem Besonderheiten im Projekt: Zum Beispiel ein Trend-Teil, das Sie verbaut haben, oder ein Detail, auf das Sie stolz sind? „Dann zeigen Sie es und erzählen Sie etwas darüber.“ Damit Sie mit Ihrer Storytelling-Strategie langfristigen Erfolg haben, ist Regelmäßigkeit wichtig, weiß der Marketing-Profi: „Ein paar kurze Beiträge pro Woche sollten es schon sein“.

Tipp für spannende neue Perspektiven: „Lassen Sie auch den Mitarbeiter oder Azubi die Social-Media-Seite für einen Tag übernehmen“, empfiehlt Hencke.

Wenn Sie einen Video-Beitrag machen, kann der aufwendig geplant, gefilmt und geschnitten sein. Das verlangt jedoch den Einsatz größerer Ressourcen, und bringt möglicherweise weit weniger Resonanz ein, als den Aufwand rechtfertigen würde. „Halten Sie es im Zweifel einfacher, gehen Sie kurz live und haben Sie keine Angst, sich zu zeigen“, rät Hencke. Und: Rechnen Sie damit, dass nicht jeder Beitrag ein Erfolg wird. „Haben Sie keine Angst, zu scheitern! Das gehört zum Lernprozess“, sagt Hencke.

Räumen Sie sich ein kleines Werbebudget ein

Werbung mag Geld kosten, aber in den sozialen Netzwerken ist sie vergleichsweise günstig zu haben. Wer einen Facebook-Post nur mit ein paar Euro bewirbt, erhöht seine Reichweite leicht um ein paar Hundert Menschen. „Ein Budget zur Bewerbung von Facebook-Posts zu haben, ist sehr wichtig, um die Zielgruppe zu erreichen“, sagt Hencke.

Keine Angst vor Statistiken

Wann ist Ihre Zielgruppe in den sozialen Netzwerken am aktivsten? Welche Inhalte interessieren Ihr Publikum montags mehr als freitags und umgekehrt? Diese Überlegungen entscheiden über den Erfolg Ihrer Geschichten. „Es ist extrem wichtig, die Zielgruppe und ihr Verhalten zu kennen“, betont Jochen Hencke. Herauszufinden, welche Beiträge bei Ihrer Zielgruppe wann gut ankommen, bedeutet Arbeit. Aber mit dem Lernprozess vergrößern Sie Ihre Erfolgsaussichten von Beitrag zu Beitrag.

Die Kür: Eigene Plattform für das Storytelling

Marketingprofi Jochen Hencke empfiehlt Unternehmen, neben der Aktivität in den sozialen Netzwerken, auch eine eigene Seite für das Storytelling zu betreiben. Schließlich könnte Facebook jederzeit seine Firmenpolitik ändern, mit allen möglichen unangenehmen Folgen für Unternehmen. „Eine eigene Plattform kann Ihnen niemand wegnehmen“, sagt Hencke. Er rät Unternehmen dazu, Storytelling auch in einem Blog zu betreiben. „Idealerweise mit mindestens einem Beitrag pro Woche oder zwei im Monat“, sagt Hencke. In den Posts auf den sozialen Netzwerken können Sie auf die längeren Blogbeiträge zum passenden Thema verlinken.

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