Der Nissan NV250 ist gedacht für die letzte Meile und ab 18.490 Euro zu haben.
Foto: Dennis Gauert

Fahrtest Nissan NV250 L2H1

Fahrbericht Nissan NV250: japanisches Großraumbaguette

Mit vier Kubikmetern Ladevolumen geht der L2H1 des Nissan NV250 an den Start. Wir waren mit dem Hochdachkombi unterwegs.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Sparsam unterwegs: Mit einem Kraftstoff-Verbrauch von genau sechs 6 Litern zeigte sich der NV250 im Testbetrieb wenig durstig. Bei ökonomischerer Fahrweise könnte dieser Wert sogar noch weiter sinken.
  • Wohin mit Dingen des Alltags? Als Stauraum für Handy, Lieferschein, Butterbrot, Getränken und Co. dienen im Cockpit nur das Handschuhfach und ein Fach unter dem Beifahrersitz. Weitere Ablagemöglichkeiten fehlen.
  • Entspannt unterwegs: Durch komfortable Sitze und Pkw-ähnliches Fahrverhalten lassen sich auch lange Strecken bequem zurücklegen.
  • Fit für enge Innenstädte: Mit kompakten Abmessungen, vier Kubikmetern Laderaum und einer maximal möglichen Zuladung von 707 Kilogramm eignet sich der Nissan gerade für den Einsatz im innerstädtischen Bereich. Doch auf der Langstrecke weiß er zu punkten.

Wenn 200 nicht mehr reichen, müssen 250 her. So geschehen bei der Bennenung des Hochdachkombi der Allianz Renault-Nissan. Der NV250 ist als kleiner Kastenwagen mindestens 18.490 Euro teuer und bietet bei unserem Fahrtest als L2H1 vier Kubikmeter Ladevolumen mit kultiviertem Selbstzünder ab 3700 Euro Aufpreis.

Beim NV250 springt dem Betrachter die French Connection direkt ins Auge: Unter japanischer Flagge sind nur ein paar Namen, Ausstattungspakete und Embleme anders.

Schneller und sparsamer Kastenwagen

Auch der Motor stammt aus der Kooperation, was dem rund 1500 Kilogramm leichten Kastenwagen gut tut: Mit 115 PS und früh anliegendem Drehmoment an der Vorderachse ist der Kleine schnittig unterwegs: Über 180 km/h schafft er unbeladen auf der Autobahn und ist dabei nicht einmal durstig: Im Fahrtest genehmigte sich der 1,5-Liter-Selbstzünder genau sechs Liter Kraftstoff, die bei ökonomischer Fahrweise leicht unterboten werden können.

Gute Fahreigenschaften für den Verteilerverkehr

Dafür hat der Euro-6d-Temp-Diesel ein Eco-Programm mitbekommen, das standardmäßig läuft. Hier braucht der Lader mehr Vorlaufzeit, der Motor ist durch das Sechs-Gang-Schaltgetriebe aber auch beladen schön zu dirigieren. Die Bremsen sind belastbar und mit einem kurzen Druckpunkt fallen im Tacho auch schon die Nummern. Bis auf die gefühllose Lenkung steht dem kleinen Lieferanten die Pkw-Basis gut. Auch der Fahrkomfort ist für ein solches Nutzfahrzeug tadellos: Nur der Combo Cargo von Opel kann es besser – der kostet aber mit mindestens 20.000 Euro für den 76-PS-Diesel auch deutlich mehr.

Kastenwagen muss nicht romantisch sein

Im Innenraum zeigt sich der romantische Franzose in jeder Facette: Eine wohnliche Umgebung bietet der Kangoo-Bruder mit seinem zur Ablage umfunktionierbaren mittleren Sitz und vergisst dabei, dass es eigentlich um Nutzwert ging. An Verstaumöglichkeiten mangelt es trotz des hoch gezogenen Armaturenbretts an allen Enden. Der Teil unter der Windschutzscheibe wurde gar nicht ausgenutzt und in die Türen passen nur Ein-Liter-Flaschen. Als Aufbewahrungsalternative bleibt noch Stauraum unter dem Beifahrersitz, ansonsten muss das Handschuhfach lose Gegenstände aufnehmen.

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