Rückwirkende Korrekturen sind möglich und sichern den Vorsteuerabzug.
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5 Tipps

Wann darf ich eine Rechnung rückwirkend korrigieren?

Endlich: Das Bundesfinanzministerium erlaubt rückwirkend die Korrektur von Rechnungen. 5 Tipps, was Sie dabei für den Vorsteuerabzug beachten müssen.

Auf einen Blick:

  • Eindeutige Regeln für den rückwirkenden Vorsteuerabzug bei einer korrigierten Rechnung: Ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums schafft Klarheit.
  • Rückwirkende Korrekturen sind möglich, wenn in der ursprünglichen Rechnung die wichtigsten Pflichtangaben vorhanden und ausreichend nachvollziehbar waren.
  • Dabei lässt das Ministerium bei der Leistungsbeschreibung durchaus Spielraum.
  • Allerdings kennt der Fiskus kein Pardon, wenn die Originalrechnung den Umsatzsteuerbetrag nicht ausgewiesen hatte. Dann ist die Rückwirkung nicht möglich. Es sei denn, der Rechnungsausssteller ging irrtümlich von einer Umkehr der Steuerschuldnerschaft aus.

Lange Zeit galt aus Sicht der Finanzämter, dass Rechnungen nicht rückwirkend korrigiert werden dürfen. Doch nachdem jüngst der Europäische Gerichtshof und auch der Bundesfinanzhof anders entschieden haben, zieht nun auch das Bundesfinanzministerium nach. In einem aktuellen Schreiben stellt es klar, worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine Rechnung rückwirkend korrigieren (BMF-Schreiben III C 2 - S 7286-a/19/10001 :001 vom 9. September 2020)

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1. Unverzichtbare Pflichtangaben in der ursprünglichen Rechnung

Eine korrekte Rechnung ist Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Entspricht die Rechnung nicht den umsatzsteuerrechtlichen Pflichten, so hat ein Rechnungsempfänger in 3 Fällen dennoch Anspruch auf Vorsteuer:

  • Er kann den Vorsteueranspruch anderweitig beweisen.
  • Er legt dem Finanzamt eine berichtigte Rechnung vor.
  • Er lässt den Auftragnehmer die Rechnung stornieren und neu ausstellen.

Rückwirkend erkennt das Finanzamt die Rechnungsberichtigung jedoch nur an, wenn die ursprüngliche Rechnung mindestens die folgenden Informationen enthält:

Zudem müssen diese Angaben ausreichend konkret, vollständig und richtig sein.

2. Ist die Leistungsbeschreibung konkret genug für eine Rechnungskorrektur?

Damit eine Rechnungskorrektur den rückwirkenden Vorsteuerabzug ermöglicht, muss die Leistungsbeschreibung in der ursprünglichen Rechnung richtig und ausreichend konkret sein. Sie müsse „jedenfalls so konkret sein, dass die erbrachte Leistung und ein Bezug zum Unternehmen des Leistungsempfängers erkennbar sind“.

Was sich das Ministerium darunter vorstellt, macht es an zwei Beispielen deutlich: So würde eine Angaben wie zum Beispiel „Beratung“ in der Rechnung eines Rechtsanwalts oder „Bauarbeiten“ in der Rechnung eines Bauunternehmens ohne weitere Details zwar den Vorsteuerabzug nicht erlauben. Entspreche die Rechnung jedoch „den übrigen Voraussetzungen“, sei eine rückwirkende Korrektur möglich – was dann doch den Vorsteuerabzug sichert.

Hingegen schließt eine Rechnung mit unrichtiger Leistungsbeschreibung eine rückwirkende Rechnungsberechtigung aus.

3. Knifflig: Nettoentgelt, Bruttorechnungsbetrag und Umsatzsteuer

Bei der rückwirkenden Rechnungskorrektur schaut das Finanzamt besonders genau auf die Angaben zum Entgelt und der Umsatzsteuer.

  • Ausnahme beim Entgelt: Beim Entgelt kommt es nicht zwingend darauf an, dass die Original-Rechnung umsatzsteuerlich korrekt das Nettoentgelt ausweist. Laut BMF-Schreiben genügt es, wenn sich aus den Angaben des Bruttorechnungsbetrags und des gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrags das Nettoentgelt ermittelt werden kann.
  • Keine Ausnahme beim Umsatzsteuerbetrag: Ein gesondert ausgewiesener Umsatzsteuerbetrag ist hingegen unverzichtbar. Er könne nicht dadurch ersetzt werden, dass neben dem Entgelt ein Bruttorechnungsbetrag angegeben wird, heißt es im BMF-Schreiben.

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