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Wer entscheidet 2025 über die Erhöhung des Mindestlohns?

Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns wird politisch immer wieder diskutiert. Doch über die Anpassung der Lohnuntergrenze entscheiden nicht Politiker.

5 Min.17.06.2025, 17:16 Uhr
Von
Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold
Bis Ende Juni 2025 entscheidet die Mindestlohnkommission darüber, wie sich die Lohnuntergrenze in Deutschland ab 2026 weiterentwickeln soll.
Bis Ende Juni 2025 entscheidet die Mindestlohnkommission darüber, wie sich die Lohnuntergrenze in Deutschland ab 2026 weiterentwickeln soll. Thomas Reimer - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Wer entscheidet 2025 über die Erhöhung des Mindestlohns?. In: /politik-und-wirtschaft/wer-entscheidet-2025-ueber-die-erhoehung-des-mindestlohns, 17.06.2025, /politik-und-wirtschaft/wer-entscheidet-2025-ueber-die-erhoehung-des-mindestlohns (abgerufen am: 05.11.2026)

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Auf einen Blick

Die Mindestlohnkommission entscheidet alle zwei Jahre über die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Die nächste Entscheidung steht bis zum 30. Juni 2025 an.

Die Mitglieder der Kommission bestehen aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Wissenschaftlern, wobei nur die Vorsitzende sowie die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter stimmberechtigt sind.

Bei der anstehenden Mindestlohnentscheidung gibt es eine Besonderheit: Die Kommission laut Geschäftsordnung 2025 einvernehmlich entscheiden – beim letzten Beschluss war das anders.

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Zuletzt ist der gesetzliche Mindestlohn Anfang 2025 gestiegen, seither liegt er bei 12,82 Euro pro Stunde. Spätestens bis Ende Juni entscheidet die Mindestlohnkommission, wie sich die Lohnuntergrenze in Deutschland 2026 und 2027 weiter entwickeln soll.

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Wer sind die Mitglieder der Mindestlohnkommission?

Die Mindestlohnkommission ist ein unabhängiges Gremium. Es besteht laut Mindestlohngesetz (MiLoG) aus neun Mitgliedern: einer Vorsitzenden, drei Arbeitgebervertretern, drei Arbeitnehmervertretern und zwei wissenschaftlichen Mitgliedern.

Aktuell gehören folgende Personen dem Gremium an:

  • Vorsitzende: Christiane Schönefeld
  • Arbeitgeberseite: Brigitte Faust (ANG), Steffen Kampeter (BDA) und Karl-Sebastian Schulte (ZDH)
  • Arbeitnehmerseite: Guido Zeitler (NGG), Stefan Körzell (DGB) und Andrea Kocsis (Verdi)
  • Wissenschaftliche Mitglieder: Professor Lars P. Feld (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Professor Tom Krebs (Universität Mannheim)

Die Mitglieder der Kommission werden alle fünf Jahre neu berufen – zuletzt Anfang 2025. Stimmberechtigt sind nur die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie die Vorsitzende. Die wissenschaftlichen Mitglieder haben lediglich eine beratende Funktion.

Welche Aufgabe hat die Mindestlohnkommission?

Die Mindestlohnkommission entscheidet alle zwei Jahre über die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Dabei muss die Kommission gemäß § 9 Absatz 2 Mindestlohngesetz drei Punkte prüfen:

  1. Wie hoch muss der gesetzliche Mindestlohn sein, damit er Beschäftigen einen Mindestschutz bietet?
  2. Welche Lohnuntergrenze sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen?
  3. Und welcher Mindestlohn gefährdet die Beschäftigung nicht?

Bei der Entscheidung über den Mindestlohn muss sich das Gremium zudem an der Tarifentwicklung orientieren.

Wie entscheidet die Kommission über die Entwicklung des Mindestlohns?

Beschlussfähig ist die Mindestlohnkommission nur, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist – also mindestens vier oder mehr Kommissionsmitglieder. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefasst. Laut Mindestlohngesetz sieht das Verfahren wie folgt aus:

  • Zunächst stimmen nur die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter ab, ob der Mindestlohn angepasst wird. Die Vorsitzende muss sich zunächst der Stimme enthalten.
  • Kommt bei der ersten Abstimmung keine Mehrheit zustande, macht die Vorsitzende einen Vermittlungsvorschlag. Das Gremium berät anschließend noch einmal und stimmt ab.
  • Erhält auch der Vermittlungsvorschlag keine Stimmenmehrheit, darf die Vorsitzende mitabstimmen.
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Trotz dieser gesetzlich festgelegten Regeln, gibt es ab 2025 eine Besonderheit: Anfang diesen Jahres hat sich die Mindestlohnkommission eine neue Geschäftsordnung für die aktuelle Amtszeit (2025 bis 2028) gegeben. Demnach will das Gremium Mindestlohnanpassungen künftig „einvernehmlich“ beschließen. Bei der letzten Mindestlohnentscheidung war das nicht so.

Mindestlohn: Warum es 2023 keinen einvernehmlichen Beschluss gab

Im Sommer 2023 hat die Mindestlohnkommission zuletzt über die Anpassung der Lohnuntergrenze entschieden. Damals gab es erheblichen Unmut, weil der Beschluss gegen den Willen der drei Arbeitnehmervertreter im Gremium gefasst wurde. Die Kommission hatte mehrheitlich dem Vermittlungsvorschlag der Vorsitzenden zugestimmt, die Lohnuntergrenze in zwei Schritten anzuheben. Mit den Stimmen der Arbeitgebervertreter und der Vorsitzenden wurde dabei beschlossen, den Mindestlohn zum 1. Januar 2024 auf 12,41 Euro pro Stunde und zum 1. Januar 2025 auf 12,82 Euro anzuheben. Die Arbeitnehmervertreter hatten dieser Mindestlohnanpassung nicht zugestimmt, weil sie diese angesichts der hohen Inflation als zu gering kritisierten.

Beschluss der Mindestlohnkommission: Was passiert dann?

Fällt die Mindestlohnkommission einen Beschluss, tritt der neue Mindestlohn nicht automatisch in Kraft. Denn die Bundesregierung muss sich mit der vorgeschlagenen Anpassung zunächst auseinandersetzen und kann sie per Rechtsverordnung verbindlich machen. Dafür bedarf es keiner Zustimmung des Bundesrates.

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Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold

Redakteurin für Recht, Politik & Wirtschaft und Steuern & Finanzen

Geringfügigkeitsgrenze: So wirkt sich der Mindestlohn auf Minijobs aus

Sollte es zum 1. Januar 2026 Änderungen beim Mindestlohn geben, wird das Folgen für die Verdienstgrenze bei Minijobs haben. Aktuell liegt die Geringfügigkeitsgrenze – auch Minijob-Grenze genannt – bei 556 Euro. Minijobber dürfen also maximal 556 Euro im Monat verdienen.

Diese Verdienstgrenze ist allerdings kein fixer Wert, da die Minijob-Grenze im Zuge der Mindestlohnerhöhung im Oktober 2022 dynamisiert wurde. Das bedeutet, dass die Minijob-Grenze seither immer am Mindestlohn ausgerichtet wird – steigt der Mindestlohn, steigt also auch die Verdienstgrenze für Minijobs.

Die Formel für die Berechnung der neuen Minijob-Grenze ist in § 8 Abs. 1 SGB IV festgelegt:

Geringfügigkeitsgrenze = (Mindestlohn x 130) / 3. Das Ergebnis wird dann auf volle Euro aufgerundet.

Beispiel: Sollte der Mindestlohn auf 15 Euro pro Stunde steigen – wie es politisch zum Teil gefordert wird – würde die Geringfügigkeitsgrenze auf 650 Euro steigen. Berechnung: (15 x 130 / 3) = 650.

Für Arbeitgeber hat die dynamische Minijobgrenze den Vorteil, dass sie die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten bei einer Mindestlohnerhöhung nicht mehr reduzieren müssen.

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