Ob Fachkraft oder Azubi - mittlerweile gibt es spezielle Apps für die Mitarbeitersuche.
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Fachkräftemangel? 7 Tipps für Ihre Online-Suche!

Welche Jobbörse ist die richtige oder inseriere ich lieber bei Ebay-Kleinanzeigen? Wenn Sie solche Fragen beschäftigen, helfen Ihnen unsere 7 Tipps weiter.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Bewerber suchen online: 82 Prozent der Jobsuchenden sind auf Jobportalen unterwegs.
  • Wenn Sie dieses Potenzial nutzen wollen, müssen Sie dort suchen, wo Ihre Zielgruppe ist.
  • Finden Sie heraus, wie die Jobbörse Ihrer Wahl funktioniert.
  • Ebay-Kleinanzeigen, Facebook – es gibt gute Möglichkeiten, die nichts kosten.
  • Wer aktiv nach Bewerbern sucht, muss klare Vorstellungen vom Jobprofil haben, um nicht in ungeeigneten Kandidaten zu ersticken.
  • Wenn Sie nicht ständig Leute suchen, müssen Sie nicht ständig auf jeder Plattform aktiv sein. Pflegen Sie Ihre Website und starten gut durchdachte Einzelaktionen.

Online nach Fachkräften suchen – das klingt leichter als es ist. Zwar sind laut einer aktuellen Umfrage 82 Prozent der Jobsuchenden auf Online-Jobportalen unterwegs. Doch genauso groß wie die Bewerberzahl scheint die Zahl der Jobportale. Dazu kommen Social Media-Plattformen wie Tiktok oder Facebook, und selbst per Ebay-Kleinanzeigen sind Jobsuchende aktiv.

Wie kann sich ein keines Unternehmen hier am besten orientieren? Recruiting-Experte und Persoblogger Stefan Scheller gibt Tipps, damit Sie sich nicht verzetteln.

Tipp #1: Gehen Sie dahin, wo Ihre Zielgruppe ist

Wenn Sie online auf Personalsuche gehen, müssen Sie es dort tun, wo Ihre Zielgruppe unterwegs ist. Sie würden ja auch keinen Tischler-Azubi in Meppen über die Berliner Zeitung suchen. Also finden Sie heraus, wo sich potenzielle Fachkräfte oder Azubis online herumtreiben. „Es gibt dabei kaum feste Regeln im Sinne von: wenn Zielgruppe A, dann auf jeden Fall Plattform B!“, sagt Stefan Scheller.

Aber wie finde ich heraus, wo ich am sinnvollsten Zeit investiere? „Am einfachsten ist es, wenn Unternehmen Mitarbeiter der gesuchten Qualifikation bereits beschäftigen“, meint Personalexperte Scheller. „Dann hilft, miteinander reden, die Zielgruppe kennenlernen.“

Ansonsten googeln Sie einfach selbst, wen Sie suchen, zum Beispiel „Malergeselle Hildesheim“. Und dann sehen Sie, welche Jobportale ganz oben stehen – die sind für Sie interessant.

Tipp #2: Finden Sie heraus, wie die Börse Ihrer Wahl funktioniert

Wenn Sie sich für eine Jobbörse oder eine Plattform entschieden haben, sollten Sie herausfinden, wie sie funktioniert. Denn sonst reden Sie womöglich an Ihrer Zielgruppe vorbei. „Um erfolgreich zu sein, muss ich die Regeln der Community kennen und bestenfalls auch verstehen, wie die Technik hinter dem Service funktioniert“, empfiehlt Stefan Scheller.

Um herauszufinden, ob meine Zielgruppe auch wirklich auf der gewünschten Plattform vertreten ist, kann es hilfreich sein, die so genannten Mediadaten zu lesen. Darin geben die Anbieter Auskunft über Verbreitung, Nutzer und Kosten. Am einfachsten googeln Sie den Namen der gewählten Plattform mit dem Zusatz Mediadaten.

Tipp #3: Auch kostenlos kann gut sein – nutzen Sie Ebay-Kleinanzeigen oder Facebook

Eine Stellenanzeige bei einem großen Jobportal kann bis zu 1.700 Euro für einen Monat kosten. Aber es gibt auch kostenlose Angebote: „Ebay-Kleinanzeigen beispielsweise ist eine Möglichkeit“, sagt Persoblogger Stefan Scheller. „Genauso einfach zu nutzen sind übrigens Facebook-Gruppen, die in der Regel mit „Jobs in Stadt XY“ oder „Jobs in Region YZ“ beginnen.“ Hier werden in einfachster Sprache ohne Formvorgaben und Pflichtinhalte Jobwünsche oder auch Stellenangebote eingestellt. „Vor allem aber: ohne Kosten“, so Scheller.

Tipp #4: Gehen Sie aktiv auf die Suche

Es gibt auch Apps und Datenbanken, die den Spieß umdrehen, und die Unternehmen suchen lassen. Sie setzen darauf, dass sich Bewerber möglichst wenig Mühe machen müssen, um so Unzufriedene aus festen Jobs zu locken.

„Aktiv(er) auf Bewerbersuche zu gehen, ist seit einiger Zeit eine zusätzliche Option. Die Fachwelt nennt das Active Sourcing“, erklärt Persoblogger Stefan Scheller. „Anbieter mit Profildatenbanken wie Monster oder Stepstone sind in der Tat erst einmal eine wunderbare Möglichkeit, um auf eine Vielzahl an potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern zuzugreifen.“ Für Azubis macht beispielsweise die App "Talenthero" die Suche besonders einfach.

Die Qualität der eingestellten Jobsuchenden-Profile in der Datenbank mancher Anbieter sei allerdings mangelhaft, kritisiert Scheller. Er empfiehlt bei Zweifeln, den Dienstleister direkt zu fragen, wie oft und auf welche Weise die Daten aktualisiert werden – schließlich sind diese Angebote alles andere als kostenlos. „Lieber auf kleinere, qualitativ hochwertige Datenpools zugreifen, als auf gigantische Datenfriedhöfe“, so Scheller

Doch es gibt einiges zu beachten: „Um erfolgreiches Active Sourcing zu betreiben, muss ich als Unternehmen eine deutlich präzisere Vorstellung davon haben, welches Qualifikationsprofil ich tatsächlich einstellen möchte“, so Scheller. Denn aus der Masse an Profilen müssten Unternehmen die für sie interessanten durch geschicktes Setzen von Filtern erstmal heraussieben.

Tipp #5: Nutzen Sie Multiposting-Dienste mit Bedacht

Die neueren Trends bei der Fachkräftesuche sind die so genannten Multiposting-Dienste wie CandidateReach oder Jobspreader. Sie verteilen Ihre Stellenanzeige gleichzeitig auf den verschiedensten Jobportalen – große Reichweite ist so garantiert. „Multiposting ist eine tolle Erfindung“, sagt Stefan Scheller. Aber: „Wichtig ist, dass Unternehmen die Bewerbungsrückläufe und Rückfragen zu Ausschreibungen auch professionell verarbeiten können und nicht unter Massen an komplett unpassenden Bewerbungen zusammenbrechen.“ Viel helfe nicht unbedingt viel. Hilfreich ist eine zielgenaue Ansprache – gegebenenfalls im Zusammenspiel mit dem Anbieter.

Tipp #6: Konzentrieren Sie Ihre Kräfte auf erfolgreiche Aktionen

Der Aufbau einer Marke als Arbeitgeber wird häufig empfohlen, wenn es um Fachkräftemangel und seine Beseitigung geht. Aber das kostet Zeit und Geld. „Der Aufbau einer wirklich eindeutigen und schlagkräftigen Arbeitgebermarke ist für kleine Betriebe schwieriger als man denkt“, gibt Stefan Scheller zu bedenken. „Auch stellt sich die berechtigte Frage, ob das überhaupt nötig ist, wenn nur einmal im Jahr zwei oder drei Azubis gesucht werden.“

Sein Rat: Lieber zum Zeitpunkt X eine taktisch geschickte Recruiting-Aktion durchführen, als das ganze Jahr über auf allen Plattformen vertreten zu sein. „Allerdings sollten Handwerksbetriebe dann trotzdem jederzeit ihre Hausaufgaben gemacht haben“, betont er. „Die wichtigste davon heißt: Eine aktuelle, mobiloptimierte Website im Netz zu haben.“

Tipp #7: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Das Internet ist schnelllebig, ständig tauchen neue Trends, Apps und Schlagworte auf. Sie müssen nicht jedem Trend hinterherhecheln! Aber Sie sollten auf dem Laufenden bleiben, um selbst beurteilen zu können, wie Sie Ihre Ressourcen bei der Fachkräftesuche einteilen. „Es lohnt sich, den Markt zu beobachten, befreundete Unternehmer aus der gleichen Branche zu befragen oder auch mal auf einer Messe – beispielsweise der Zukunft Personal – vorbeizuschauen“, empfiehlt Personalexperte-Scheller. Außerdem finden sich Blogs im Internet – wie sein eigener – in denen Praktiker berichten und neue Angebote testen.

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