5 Tipps, wie Sie jetzt reagieren und helfen können.
Foto: ViDi Studio-stock.adobe.com

Personalführung

Ihr Mitarbeiter hat Probleme? 5 Tipps, wie Sie reagieren können

Wenn ein Mitarbeiter Probleme hat, kann sich das auch in schlechter Arbeitsleistung niederschlagen. Wie können Sie reagieren und wann müssen Sie handeln?

Inhaltsverzeichnis

4. Emotionale Probleme: Signalisieren Sie Unterstützung

Weniger leicht zu lösen sind emotionale oder psychische Probleme. „Wichtig ist, das Problem ernst zu nehmen – auch wenn es in Ihren Augen keines ist“, so Hasemann. Verzichten Sie auf Phrasen wie „ist schon nicht so schlimm“ oder „wird schon wieder“. Hören Sie lieber zu: „Manchmal kann es Ihrem Mitarbeiter schon helfen, sich auszusprechen und dabei selbst auf eine Lösung zu kommen.“

Konkrete Unterstützung anzubieten, kann bei emotionalen Problemen schwierig sein. Für jeden Betroffenen ist etwas anderes hilfreich. „Fragen Sie ihren Mitarbeiter, womit Sie ihn entlasten“, rät Hasemann. Vielleicht ist es möglich, die Aufgabenverteilung im Sinne des betroffenen Kollegen zu verändern oder ihm ein paar freie Tage anzubieten? „Signalisieren Sie Verständnis und Unterstützung“, betont die Beraterin. „Stellen Sie klar, dass er nicht seinen Job verlieren wird, weil es ihm schlecht geht.“

Bei ernsten psychischen Erkrankungen kommen Sie allerdings allein nicht weiter. Hier können Sie praktische Unterstützung anbieten, in dem Sie Kontakt zu Beratungsstellen oder Ärzten herstellen.

„Vergessen Sie nicht, mit dem Mitarbeiter abzusprechen, wie Ihre Unterstützung ins restliche Team kommuniziert werden soll“, sagt Handwerkscoach Hasemann. Das ist nicht ganz einfach: Grundsätzlich gehen private und gesundheitliche Probleme die Kollegen nichts an, wenn der Mitarbeiter sie nicht selbst thematisiert oder Sie ausdrücklich darum bittet. Anderseits könne Schweigen könne zu Ärger über vermeintliche Bevorzugung führen, warnt die Coachin. Ihr Rat: „Sagen Sie einfach, dass der Kollege zurzeit besondere Unterstützung braucht. Einen Grund müssen Sie nicht nennen.“

5. Probleme ohne Ende – ist eine Kündigung eine Option?

Sie haben vieles versucht, aber nichts erreicht – ein Mitarbeiter wird durch häufiges Fehlen oder schlechte Arbeitsleistung zur Belastung für das ganze Team. Wann können oder sollten Sie kündigen?

„Das Kündigungsschutzgesetz gilt in Unternehmen mit zehn oder weniger Mitarbeitern nicht“, erläutert Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Hier können auch so genannten „Minderleister“ entlassen werden. „Allerdings müssen die wichtigsten Regeln wie Einhaltung der vertraglich geregelten Kündigungsfrist und die Schriftform beachtet werden.“

In größeren Betrieben sei es sehr schwierig, jemanden wegen schlechter Arbeitsleistung zu entlassen. „Es muss schon etwas vorfallen, das eine Abmahnung und eine spätere Kündigung rechtfertig“, so Oberthür. „Beispielsweise unentschuldigtes Fehlen bei der Arbeit.“ Bei einer Krankheit als Kündigungsgrund lägen die Hürden ebenfalls hoch, so die Fachanwältin. „Dass jemand in der Vergangenheit häufig krank war, rechtfertigt noch keine Entlassung. Es muss auch eine schlechte Prognose für die Zukunft vorliegen.“ In solchen Fällen bleibe, sich auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen und im Zweifel eine Abfindung zu zahlen.

Die Fürsorgepflicht für andere Mitglieder des Teams sei auch kein Kündigungsgrund, so Oberthür, auch wenn sie durch das Fehlen eines Kollegen oder dessen schlechte Arbeit belastet seien. „Fürsorgepflicht heißt dann, für eine entsprechend dicke Personaldecke zu sorgen, damit die anderen nicht überlastet werden“, sagt Oberthür.

Tipp: Sie wollen alle wichtigen Meldungen zum Thema Mitarbeiterführung erhalten? Dann abonnieren Sie den handwerk.com-Newsletter. Jetzt anmelden!

Auch interessant:

Ein Mediator unterstützt beide Streitparteien dabei, selbst gemeinsam eine Lösung zu finden, die für beide Seiten gleichermaßen funktioniert.

So helfen Mediatoren im Handwerk bei Konflikten

Ungelöste Konflikte schaden jedem Betrieb: Es geht um Betriebsklima und Produktivität. Helfen können die Mediatoren der Handwerkskammern.
Artikel lesen
Für manche ist es gut, zur Arbeit zu gehen. Für andere sind ein paar freie Tag hilfreich.

Trauernde Mitarbeiter: So reagieren Sie richtig

Wenn ein Mitarbeiter trauert, ist der Chef gefordert. So gehen Sie angemessen mit solchen Schicksalsschlägen um.
Artikel lesen
wenn Sie einen Mitarbeiter entlassen wollen.
Foto: MEV-Verlag GmbH, Germany

Personal

Die fünf größten Fehler bei Kündigungen

Jemandem kündigen zu müssen, ist keine schöne Aufgabe. Noch schlimmer wird sie, wenn man grobe Fehler macht und die Kündigung unwirksam ist.

Von Kollegen gemobbt zu werden, ist eine bittere Erfahrung.
Foto: Kitty - stock.adobe.com

Personal / Psychologie

Bekämpfen Sie Mobbing – aber richtig!

Mobbing kann jeden treffen. Wie erkennen Sie, dass ein Mitarbeiter gemobbt wird und was können Sie tun? Coach Anja Mýrdal weiß Rat.

Bei zornigen Kunden sind Geduld und Diplomatie gefragt. Sonst kommt noch mehr Dampf auf den Kessel!
Foto: pathdoc - stock.adobe.com

Was tun wenn der Kunde motzt?

So reagieren Sie souverän auf Kundenkritik

Kritik von Kunden kommt oft überraschend. Wer „aus dem Bauch heraus“ reagiert, riskiert Streit. 4 Tipps, wie Sie es besser machen.

Das nervt! Aber in der Kritik können wertvolle Verbesserungsvorschläge stecken. Sie müssen Sie nur aufspüren.
Foto: ©Fokussiert - stock.adobe.com

Teamführung

3 Schritte: So werden Sie mit Nörglern im Betrieb fertig

Mitarbeiter, die alles kritisieren, sind anstrengend. Oft aber haben sie Positives im Sinn. In drei Schritten machen Sie aus Ihrem Nörgler einen Visionär.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.