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Energiekosten

„Chef, ich brauch mehr Geld!“: So reagieren Sie richtig

Die Inflation macht auch vor Ihren Mitarbeitern nicht halt. Was also tun, wenn das Team mehr Geld will? Unsere 4 Tipps helfen Ihnen weiter.

4 Min.06.10.2022, 13:58 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 11:56 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Ein Mann in einem rot-blau karierten Hemd lehnt an einem Tisch, auf dem mehrere Werkzeug verteilt sind. In der einen Hand hält er vier Euro-Banknoten hoch und schaut kritisch.
Mehr Lohn oder ich kündige? Trotz der angespannten Situation sollten Sie sich nicht erpressen lassen. Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

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„Chef, ich brauch mehr Geld!“: So reagieren Sie richtig. In: /politik-und-wirtschaft/chef-ich-brauch-mehr-geld-so-reagieren-sie-richtig, 06.10.2022, /politik-und-wirtschaft/chef-ich-brauch-mehr-geld-so-reagieren-sie-richtig (abgerufen am: 04.11.2026)

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Auf einen Blick

Sprechen Sie das Thema Geld aktiv an. So vermitteln Sie Ihrem Team Wertschätzung: Ich kenne eure Sorgen. Sprechen Sie offen, aber nicht demotivierend über die Situation.

Suchen Sie gemeinsam mit dem Team nach Einsparmöglichkeiten. Wenn Ihr Betrieb effizienter läuft, gibt es mehr zu verteilen.

Bleiben Sie optimistisch, auch wenn Sie Lohnforderungen (noch) nicht erfüllen können: Wenn Sie keine Zukunft im Betrieb sehen, suchen Ihre Mitarbeiter neue Jobs.

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Die Preise steigen – nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Mitarbeiter. Die Forderung nach mehr Lohn ist da nur eine Frage der Zeit. Doch wie reagieren Sie als Chef richtig, wenn es gerade nicht viel zu verteilen gibt?

1. Sprechen Sie das Thema Geld als Erster an

Sie sollten nicht abwarten, bis Mitarbeiter mit dem Thema Geld zu Ihnen kommen, sondern es selbst ansprechen, rät Susanne Hasemann, Inhaberin von Litano Coaching. „Haben Sie keine Angst, schlafende Hunde zu wecken.“ Sie nennt drei Gründe:

  1. Sie sind immer in einer besseren Position, wenn Sie agieren, statt zu reagieren.
  2. Bei Ihrem Team kommt es gut an, wenn Sie das Thema Geld aktiv ansprechen anstatt abzuwarten.
  3. Sie zeigen Ihren Mitarbeitern Wertschätzung, weil Sie sich Gedanken über ihre Situation gemacht haben. Das öffnet den Weg, das Thema gemeinsam zu lösen.

„Berufen Sie ein Teammeeting ein und machen deutlich, dass Sie grundsätzlich Verständnis für Forderungen nach mehr Geld haben. Dann stellen Sie die Situation des Betriebes so dar, wie sie ist – ehrlich und transparent, aber motivierend“, betont die Beraterin.

Das bedeute zum Beispiel, Unsicherheiten zuzugeben, wie sich die Kosten etwa für Energie oder für wichtige Rohstoffe entwickeln. Erklären Sie auch, was Sie schon unternommen haben, um Geld zu sparen, und was Sie noch planen. „Wenn Ihre Mitarbeiter verstehen, warum gerade nicht viel Spielraum für Lohnerhöhungen ist, können sie die Situation leichter akzeptieren“, so Hasemann. „Wichtig ist, dass Sie sie ins Boot holen.“

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2. Suchen Sie mit dem Team Einsparpotenziale

Hand aufs Herz: Haben Sie schon bei den Mitarbeitern gefragt, wo vielleicht im Tagesgeschäft effizienter gearbeitet werden kann, so dass für Lohnerhöhungen Geld zur Verfügungen steht? „Wenn Ihre Botschaft lautet, dass Sie mehr zahlen, wenn gemeinsam mehr Gewinn erwirtschaftet wird, kommen Ideen aus dem Team“, ist sich Hasemann sicher.

Ob bei der Baustelleneinrichtung Material vergessen wird oder wegen einer halben Stunde Restarbeit nochmal auf die Baustelle gefahren wird: „Es gibt in jedem Betrieb viel Potenzial, Arbeitsabläufe zu straffen und mehr Gewinn zu erwirtschaften“, sagt die Beraterin. „Mitarbeitende sind sich dessen meist nicht bewusst, können aber viel beitragen.“

Sammeln Sie also Vorschläge und veranstalten Sie einen Workshop (mit externer Unterstützung), um sie auf Umsetzbarkeit zu prüfen. „Dabei ist wichtig, dass Sie nicht jede etwas unausgegorene Idee sofort abbügeln“, betont Hasemann. „Besser die Vorschläge in Ruhe anhören und im Team abstimmen, was als wichtigste Idee als erstes umgesetzt werden kann.“

3. Jammern Sie nicht

Es gibt sicher viel, was Ihnen im Moment auf der Seele liegt. Da hat ein Mitarbeiter mit höherer Gehaltsforderung gerade noch gefehlt.

Doch auch wenn Sie die Forderung nicht erfüllen können, sollten Sie bei der Ablehnung nicht zu pessimistisch sein. Die Folge könnte sein, dass der Betreffende sich gleich einen anderen – womöglich besser bezahlten – Job sucht. „Die Botschaft sollte sein: Jetzt erst recht! Wir schaffen das zusammen, und dann können wir auch wieder über Geld reden“, so Hasemann.

4. Lassen Sie sich nicht erpressen

Ein Mitarbeiter kommt und droht mit Kündigung, sollte er nicht mehr Geld bekommen – was dann? „Lassen Sie sich nicht erpressen“, sagt Hasemann. „Das wird er sonst beim nächsten Konflikt wieder versuchen.“ Außerdem spreche es sich im Team herum, wenn einer eine Lohnerhöhung bekommen hat und der andere nicht – selbst wenn das bei Ihnen im Betrieb nicht üblich oder erlaubt ist. Das schaffe Unfrieden, so die Beraterin.

Wenn Sie den Mitarbeiter halten wollen, können Sie mit einmaligen Zahlungen guten Willen demonstrieren. „Eine Möglichkeit ist die sogenannte Erholungs- oder Urlaubsbeihilfe. Unabhängig vom eventuell gezahlten Urlaubsgeld darf der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum vereinbarten Gehalt 156 Euro pro Jahr dafür zukommen lassen“, so Hasemann. Zudem plant die Regierung eine sogenannte Inflationsausgleichsprämie: Chefs sollen ihren Mitarbeitern damit bis zu 3000 Euro abgabenfrei zahlen können.

Ergründen Sie zudem in einem gut vorbereiteten Gespräch, was den Mitarbeiter außer einer Lohnerhöhung zum Bleiben bewegen kann. Wichtige Fragen könnten sein:

  • Was sind die Gründe, warum Du bisher zufrieden hier warst und was hat sich geändert?
  • Was brauchst Du?
  • Angenommen, wir könnten das ermöglichen, wie groß ist die Chance, dass Du bleibst?
  • Wieweit hast Du schon entschieden zu wechseln?

„Wenn sich ihr Mitarbeiter ernst genommen fühlt, grundsätzlich gern bei Ihnen arbeitet und Sie eine positive Entwicklung in Aussicht stellen können, kann ihn das von der Kündigung abhalten“, so Hasemann.

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