„Keine Diskussionen über Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit. , lobt Handwerksmeisterin und Prokuristin Vanessa Gluth die Umschüler im Betrieb.
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„Keine Diskussionen über Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit.“ Handwerksmeisterin und Prokuristin Vanessa Gluth lobt die Umschüler im Betrieb.

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Personal 

Umschüler: „Wir haben durchweg gute Erfahrungen gemacht“

Sind Umschüler eine Lösung für das Fachkräfteproblem? Diese Handwerksmeisterin hat gute Argumente – und gute Erfahrungen!

Zu seinem ersten Umschüler kam der SHK-Betrieb Bad und Wärme aus Hannover fast ein bisschen überraschend. „Bei uns meldete sich ein Bildungsträger, der einen Weiterbildungsplatz suchte“, berichtet Heizungsbaumeisterin und Prokuristin Vanessa Gluth. Der Betrieb zögerte nicht lange, checkte die Unterlagen, lud den Bewerber zum Vorstellungsgespräch und entschied sich nach einem zweiwöchigen Praktikum, es zu versuchen.

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Vier Umschüler sind im Team

Der Versuch verlief so erfolgreich, dass mittlerweile neben einen „normalen“ Azubi vier Umschüler im 20-köpfigen Team arbeiten. Drei von ihnen werden Anlagenmechaniker, eine Kraft lernt im Büro. Alle haben vorab zwei Wochen Praktikum gemacht. „Das ist unsere Bedingung. So können wir sehen, ob es passt“, sagt Gluth.

Der große Vorteil sei, dass die Umschüler älter sind als Azubis, die direkt von der Schule kommen: Alle sind über 40. „Sie bringen deshalb eine ganz andere Lebenserfahrung mit“, sagt die Handwerksmeisterin. „Diskussionen über Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit oder häufige Krankheit braucht man da nicht zu führen.“

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Verkürzte Ausbildung dauert 2,5 Jahre

Die Anlagenmechaniker machen eine verkürzte Ausbildung von zweieinhalb Jahren. Der Betrieb zahlt ihnen eine Ausbildungsvergütung. „Die verkürzte Zeit ist eigentlich ein Nachteil“, meint die Prokuristin. Denn die Umschüler steigen in der Berufsschule ins zweite Lehrjahr ein. „Die Basics aus dem ersten Jahr müssen sie dann selbstständig lernen.“ Dabei unterstützt sie der Betrieb tatkräftig, besorgt Lehrbücher und meldet sie für Vorbereitungskurse bei der Handwerkskammer an, um Lücken aufzuarbeiten. „Unser Ziel ist, alle dauerhaft zu beschäftigen“, betont Gluth. „Sonst würden sich der Aufwand nicht lohnen.“

„Das waren nicht einfach Glückstreffer“

Das selbstständige Lernen habe gut funktioniert, obwohl die drei angehenden Gesellen fachfremd waren und bei zweien noch leichte Sprachprobleme hinzukamen. „Sie haben einen anderen Bildungsstand mitgebracht und konnten sich deshalb vieles besser ableiten, als Jugendliche das können“, meint die Handwerkerin. Der erste der drei steht im Sommer vor seiner Prüfung, und im Betrieb sind sie sich sicher, dass er besteht.

Auch weiterhin will Bad und Wärme offen sein für Umschüler und die Zusammenarbeit mit dem Bildungsträger fortsetzen. „Noch ist das sicher eine Nische im Handwerk, aber wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht“, sagt Gluth. „Ich glaube nicht, dass es einfach drei Glücktreffer waren.“

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